Schwarzfahrer: Vom Kondukteur schikaniert
SBB May 2nd. 2008, 09:11Dieser Artikel basiert auf einem Artikel im der Schweizer Zeitschrift Ktipp:
Nebst den normalen Billetten verkauft die SBB auch noch viele andere Fahrkarten. Dazu gehören zum Beispiel auch die Mehrfahrtenkarten (MFK).
Die MFK bestehen aus sechs einfachen Fahrten, welche man innerhalb von vier Jahren einlösen kann. Diese einzelnen Fahrten müssen VOR Antritt der Reise entwertet werden. Es ist also nicht erlaubt, einfach einen Kugelschreiber mit auf die Reise zu nehmen, und die Karte per Hand zu entwerten, sobald man einen Kondukteur kommen sieht.
Doch genau in etwa dies hat Bernd Schneider aus Würenlos im Kanton Aargau gemacht: Er entwertete die Karte nicht und stieg in einen Regionalzug ein.
Der Kondukteur (Stichkontrolle) machte ihn daraufhin auf den Text aufmerksam, welcher auf der Rückseite der MFK steht. Dort steht sinngemäss, dass die Entwertung an einem SBB-Entwerter vorgenommen werden muss und dass es - wie schon gesagt - nicht erlaubt ist, per Handschrift zu entwerten.
Bei längeren Strecken im Fernverkehr kann der Kondukteur (in eigenem Ermessen) auch mal ein Auge zudrücken. So mache ich es zum Beispiel bei Tageskarten.
Bernd Schneider jedoch reiste auf einer sehr kurzen Strecke, und erst noch im Regionalverkehr. Sprich: Er reiste mit einer nicht entwerteten MFK in einem Zug, wo man üblicherweise nicht mit einer Kontrolle rechnet… Ein Schelm, der Böses dabei denkt…
Natürlich erhielt Schneider daraufhin eine Busse in der Höhe von CHF 80.- wegen “reisen ohne gültigen Fahrausweis”. Nachträglich wurde diese Busse zwar halbiert, weil sich der Kondukteur nach Aussagen von Bernd Schneider im Ton vergriffen habe, trotzdem ändert dies nichts daran, dass der gute Herr schwarz gefahren ist.
Er steige nun wieder aufs Auto um, liess Schneider kurz darauf wissen. Naja… Das sagen sie alle… :)
Diese Geschichte habe ich der Zeitschrift Ktipp entnommen. Interessant sind dabei auch die Kommentare auf ktipp.ch:
Kuepp sagt:
Die Kontrollen erfolgen unregelmässig. Dem Fahrgast ist nicht bekannt, wann diese stattfinden. Stellt ein Kontrolleur fest, dass eine Mehrfahrtenkarte mit einem handschriftlichen Eintrag des Geltungstages versehen ist. muss er annehmen, dass dieser Eintrag erst nach der Wahrnehmen der anwesenden Stichkontrolle erfolgte. Es ist auch anzunehmen, dass bei einer nicht durchgeführten Kontrolle der Eintrag ausgeblieben wäre. Im Artikel wird von einer Busse von 80 Franken geschrieben. Es ist keine Busse sondern ein Zuschlag für den Aufwand und zugleich eine Abschreckung für die Schwarzfahrer.
k11suisse sagt:
ich hab keine ahnung warum sich herr schneider aufregt, es gibt nun mal übrall regeln in unserem leben, so auch beim bahnhfahren. wenn man sich nicht daran halten will muss man mit konsequenzen rechnen. wenn herr schneider nun aufs auto umsteigen will, dann hoff ich mal dass er den führerausweis nie vergessen wird!!!!
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May 2nd, 2008 at 09:56
Ach diese Kontrollen - wie ich sie “liebe”. Einfach schade, dass ich immer wieder den Eindruck habe, die Kontrolleure und Kontrolleurinnen seien im Kundenkontakt zu wenig geschult. Es drückt zu oft ein Sheriff-Gehabe durch. Dazu sind sie mir oft einfach zu salopp (um nicht zu sagen, schmudlig) angezogen und zeigen ihren Ausweis überhaupt nicht oder knapp, dass man es kaum lesen kann. Dann erscheinen sie oft im Rudel - bis 6 habe ich schon erlebt. Was das soll?
Zugbegleiter scheinen mir da einfach viel besser ausgebildet - sind allermeistens sehr nett - eben im Kundenkontakt ausgebildet.
Schade.
May 2nd, 2008 at 10:38
Sorry, aber ich habe fast den gleichen Artitel schon mal gelesen, und bin mir sicher, dass in ihm stand, dass am Bahnhof, bei dem Herr Schneider einstieg, der Entwertungsautomat nicht funktionierte. Was soll das? Ich habe mein MFK auch schon mit dem Kugelschreiber ausgefüllt, weil der Automat an meinem Bahnhof versagte, soll ich jetzt eine neues Ticket kaufen?
Sorry, das ist einfach assozial. Jetzt kommt sicher der Andreas und sagt, ja, das sagen sie alle, das der Entwerter nicht funktionierte.
May 2nd, 2008 at 14:18
@ theddy:
Die Zugbegleiter im Regionalverkehr sind nahezu identisch geschult wie wir vom Fernverkehr. Ein grosser Unterschied besteht einfach darin, dass wir im Fernverkehr je nach Situation auch einmal ein Auge zudrücken können, im Regionalverkehr sollten wir das eher nicht machen. Dort gilt einfach: Entweder der Fahrausweis ist gültig, oder er ist es nicht.
Auch Diskussionen im Regionalverkehr bringen nichts. Jeder Schwarzfahrer möchte darüber diskutieren, wieso man gerade bei ihm ein Auge zudrücken soll, wieso die SBB daran Schuld sein soll dass er schwarz fährt, dass er ja sowieso nur von Sozialhilfe lebe etc etc… Früher machte ich ab und zu auch noch solche Stichkontrollen im Regionalverkehr. Und solche “Diskussionen” brach ich immer sofort ab. Darauf liess ich mich nie ein. Das Ziel ist es, innert kurzer Zeit möglichst viele Reisende zu kontrollieren. Wenn möglich vor der nächsten Haltestelle, da dann viele Schwarzfahrer den Zug verlassen werden.
Damit wären wir auch schon beim Grund, weshalb die Teams immer in Gruppen auftreten. Je mehr Kontrolleure, desto eher lässt sich ein ganzer Zug zwischen zwei (oder zumindest wenigen Stationen) kontrollieren.
Ich denke mal, dass Dir diese Antwort nicht gefallen wird. :)
Aber so ist es nun einmal.
Übrigens: Die SBB-Zugbegleiter im Regionalverkehr sind seit bald einem Jahr in Uniform unterwegs. Nichts mehr mit “salopp / schmudlig angezogen”. :)
May 2nd, 2008 at 14:26
@ Kolloria:
Du scheinst mich gut zu kennen; meine Antwort lautet tatsächlich
Und das ist auch kein Problem. Wenn ein Kunde aussagt, der Entwerter habe nicht funktioniert, wird dies telefonisch überprüft. Der Kondukteur fragt bei der Zentrale nach, ob ein Defekt bekannt sei. Danach gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Die Zentrale bestätigt: ENTWERTER DEFEKT!
–> Der Kondukteur entwertet die Karte und dem Kunden entstehen natürlich keine Kosten.
2. Die Zentrale weiss nichts von einem Defekt
–> Bei der “Busse” wird vermerkt, dass der Kunde aussagte, einen defekten Entwerter vorgefunden zu haben. Gleichzeitig überprüft ein SBB-Mitarbeiter den Entwerter. Ist er tatsächlich defekt, freut es den Kunden. Funktioniert er einwandfrei, wird es teuer für den Kunden, da er eine Falschaussage machte.
May 2nd, 2008 at 19:41
Oder einfach der Fahrplanauskunft via dem Blauen Automaten mitteilen, dass es Probleme gibt (Automat funktioniert nicht o. ä.) ;-)
May 2nd, 2008 at 20:03
Sofern vorhanden. :)
May 2nd, 2008 at 22:28
Das Beispiel von 6 Kontrolleuren war in einem Vorortszug irgendwann am Vormittag - also zu keiner Stosszeit. Ich konnte mich nicht zurückhalten und sagte zum Kontrolleur, dass ich den Eindrück hätte, es gäbe auf diesem Zug mehr Kontrolleure als Passagiere - er fand das überhaupt nicht lustig ;-) Die nichtuniformierten Kontrolleure gibts noch bei den Privatbahnen…
May 2nd, 2008 at 22:31
Und auch noch bei der SBB. Letztens traf ich zwei zivile Kondis im ICN Zürich - Aarau - …
May 2nd, 2008 at 22:49
Habe noch eine Frage zum Entwerter. Nehme mal einen grösseren Bahnhof an, wo es mehrere solche gibt. Auf meinem Perron, dort, wo ich einsteigen will, ist der Entwerter defekt. Muss ich jetzt irgendwo auf dem selben Perron einen suchen, der funktioniert - allenfalls noch in die Unterführung runter gehen und dort einen suchen?
May 2nd, 2008 at 23:06
Und gerade nochmals eine Frage: Ich war vor einem halben Jahr mit einer Gruppe unterwegs. Der Kondukteur bemängelte auf der Rückfahrt, das das Gruppenbillet falsch sei - ich müsse für zwei Personen nachzahlen. Ich sagte ihm, auf der Hinreise hätte niemand reklamiert und das Reisebüro hätte das Billet genau nach meinen Angaben ausgestellt. Nach langem Hin und Her verzichtet er auf die Nachzahlung. Bei meiner Rückkehr habe ich das beim Reisebüro gemeldet - die haben nur den Kopf geschüttelt - das Billet sei absolut richtig… Da war ich etwas ratlos.
May 2nd, 2008 at 23:52
Einige meiner BegleiterInnen vergassen auch schon, ihre MFK (im Regionalverkehr) zu stempeln. Das Zugpersonal hat - wie ich das erwarte - nie auch nur eine Bemerkung zur “Handausfüllung” gemacht. Hinter jeder solchen “Tat” ein Schwerverbrechen zu ahnen, ist paranoid bis dumm und vor allem kundenunfreundlich. Zugbegleiter, die (bei höflichen, kooperativen und unbescholtenen Passagieren) hier eine grosse Tragödie draus machen, haben bestenfalls einen Verweis in ihrer Personalakte verdient.
May 3rd, 2008 at 06:31
@ Petar:
Dies waren dann wohl Kollegen von der “Schwerpunktkontrolle”. Dort sind auch oft noch zwei Bahnpolizisten dabei. (Manchmal in Zivil, manchmal in Uniform.) Ich gehe mal davon aus, dass diese Leute die Fahrausweise ziemlich genau angschaut haben? :)
@ theddy:
Wenn es in der Nähe einen funktionierenden Entwerter gibt, muss Du diesen nehmen. Aber natürlich musst Du nicht sechs Perrons weit laufen, nur um einen Entwerter zu benutzen. In den grösseren und mittleren Bahnhöfen hat es ja immer mehrere Entwerter pro Perron; da sollte es zumutbar sein, den nächsten Entwerter zu benutzen, wenn der erste nicht funktioniert. (Übrigens: Es kommt sowieso sehr selten vor, dass ein Entwerter nicht funktioniert.)
Was das Gruppenbillett anbelangt: Da müsste ich natürlich zuerst wissen, wer alles mitreiste (wie viele GA, Halbtax, Kinder, Jugendliche, Erwachsene etc.) und was auf dem Billett stand. :) Wenn auf dem Billett zum Beispiel steht “2 Erwachsene | 6 Halbtax | 4 GA” und dann sitzen im Zug 6 Personen ohne Halbtax / GA, 5 Personen mit Halbtax und ein Erwachsener… Ja dann musst Du natürlich nachzahlen.
Apropos Reisebüro: Ich würde Dir sowieso empfehlen, Bahnbillette in Zukunft im Bahnhof zu lösen. Es kommt nicht selten vor, dass im Reisebüro ausgestellte Fahrausweise nicht richtig ausgestellt sind…
@ Andi:
Wie gesagt, es ist schwierig, zwischen absichtlichem und ungewolltem “Schwarzfahren” zu unterscheiden.
May 3rd, 2008 at 07:50
Ich bitte einfach darum, dass sich das Zugspersonal ein wenig in die Lage der Bahnfahrenden versetzt: In letzter Zeit wills mich dünken, dass der Kunde in diesem Blog mehr denn früher als lästiges übel, das primär betrügen will, dargestellt wird, mit einer Schadenfreude-Komponente. Das finde ich als GA-Stammkunde, der oft mit anderen Leuten unterwegs ist, nicht nur marketingtechnisch ungeschickt. Aus Sicht der “ehrlichen ZugfahrerInnen”, die ab und zu mal was vergessen, ist diese Darstellung ein Affront. Wir erleben nicht tagtäglich mit, DASS es offenbar gewisse Probleme gibt, und es ist uns ehrlich gesagt auch egal - wir wollen einfach fair und nicht als potentielle BetrügerInnen behandelt werden. Ein gewisses Verständnis für die Lage des Zugspersonals zu erwecken, geht in Ordnung. Aber einmal mehr wird der Bogen hier überspannt.
May 3rd, 2008 at 14:24
Zum Entwertet: Also so selten kommt das auch wieder nicht vor. Mir war es vor kurzem an einer kleinen, undbedienten Station mit einem Entwerter - der war kaputt. Ich telefonierte mit meinem Handy an die nächste, bediente Station und meldetet das. Meine Frage: Wo hätte ich jetzt entwerten müssen? Bei der nächsten Station mit der Gefahr, dasss mir der Zug dann vor der Nase abfährt. Oder an der Endstation?
Zum Gruppenbillet: Sorry, das war falsch - das war nicht das Reisebüro, das Gruppenbillet hatte ich am Bahnhof bestellt.
Zum Thread. Wie schon Andi geschrieben hat, habe auch ich den Eindruck gekriegt, dass Reisende vermehrt im Grundverdacht stehen, zu schummeln. Das Rambo-Gehabe der Kontrolleure - ich schrieb es schon, geht mir als regelmässiger Zugfahrer immer mehr auf die Nerven.
May 3rd, 2008 at 15:24
Na, dann habe ich wohl bisher einfach immer Glück gehabt. Denn bei mir kommt es nur rund alle (geschätzte) vier Monate einmal vor, dass ein Fahrgast im Zug sitzt und sagt, der Entwerter sei defekt gewesen und er habe deshalb seine MFK nicht entwerten können. Bei der Masse, die ich täglich kontrolliere, doch eine verschwindend geringe Zahl im tiefsten Promillebereich. :)
Ich hoffe nicht, dass ich oder meine Kollegen als Rambos auftreten oder dass wir uns so benehmen. Viele von uns haben jedoch einfach eine klare Linie. Der Kunde hat jedoch jederzeit die Möglichkeit, sich an den Kundendienst der SBB zu wenden, wenn er sich von einem Zugbegleiter oder einer Zugbegleiterin ungerecht behandelt fühlt. Und die Kunden-Reaktionen werden auch tatsächlich ernst genommen, das kannst Du mir glauben.
Es würde zum Beispiel ziemlich harte Konsequenzen haben, wenn wir uns so benehmen würdne, wie der DB-Kollege in diesem Fall: http://www.mv-online.de/lokales/kreis_coesfeld/kreis_coesfeld/Endstation_Lutum_wegen_220_Euro.html
May 3rd, 2008 at 15:54
Zum Entwerter: Schade, dass du nicht auf meine Frage eingegangen ist. Was muss ich machen, wenn der einzige Entwerter nicht geht? Jetzt unabhängig davon, ob ein Kontrolleur kommt oder nicht.
Es geht nicht um die “klare Linie” - es geht darum, dass ich immer mehr den Eindruck haben, wir Reisende stünden immer mehr und generell im Verdacht, zu schummeln. Und dieser Generalverdacht äussert sich eben in der Haltung, wie die Kontrolleure vorgehen. Deines der letzten Male stürmten sie fast den Zug, eilten im Gang nach vorne und hinten und sagten ihr Anliegen, die Billete zu kontrollieren, in einem barschen Ton. Das hat mit “klarer Linie” nichts zu tun, sondern ist falsches Gehabe im Gegenüber mit dem Kunden - wir sind immer noch Kunden der Bahn - und es galt einmal, dass der Kunde König sei. Das ist offenbar vorbei - man hat oft das Gefühl, der Kunde sei nichts als nur lästig.
May 3rd, 2008 at 16:12
Ach so, ich dachte, Du hättest diese Frage gestellt, als Du mit der nächsten Station telefoniert hast. :)
Im Fernverkehr ist es klar: Da meldest Du Dich einfach beim Zugpersonal. Im Regionalverkehr solltest Du Dich an den Lokführer wenden (sofern möglich). Wenn dies nicht geht, entwertest Du die Karte so bald als möglich, zum Beispiel beim Umsteigen. Oder Du schreibst mit einem Kugelschreiber in das unterste Feld, so wie es der oben im Artikel erwähnte Herr getan hat. Dies ist natürlich nur dann erlaubt, wenn kein funktionierender Entwerter vorhanden ist.
Dass der Kontrolleur die Billette “in einem barschen Ton” verlangte, ist natürlich ein wenig unglücklich. Die andere Sache jedoch (der eine Kontrolleur beginnt an einem Ende des Wagens, der andere Kontrolleur am anderen Ende) ist so üblich. Damit will man verhindern, dass jemand den Wagen verlässt, ohne sein Billett gezeigt zu haben. Auf einige Fahrgäste mag dies übertrieben wirken, aber solange man ein gültiges Billett hat, geschieht einem auch nichts. ;)
Es ist jedoch klar, dass man die Kontrollen im Fernverkehr und Regionalverkehr nicht miteinander vergleichen kann. Dies sind zwei verschiedene Welten.
May 3rd, 2008 at 18:09
Ich erlaube mir hier einen Zwischenfall aufzuschreiben, der mir am letzten Sonntag passierte.
Ich fuhr von Bern mit dem ICE 13:04 Uhr nach Olten und hatte zum GA zusätzlich noch einen Monatsklassenwechsel. Also stieg ich in die 1. Klasse ein. Als ich einstieg und der Zug noch nicht fuhr, kam doch tatsächlich schon eine Kondukteurin, die ziemlich in einem, naja nicht so angenehmen Ton, zu mir sagte: Suchen Sie etwas. Ich lief weiter und dann sagte Sie: Haben Sie ein Bilett. Ich nahm meinen Monatsklassenwechsel und mein GA hervor. Danach sagte die Kondukteurin: “Das hier ist 1. Klasse…” Im Wort sagte ich, dass das hier einen Klassenwechsel ist und dann schaute sie es nochmals an und sagte: “Ist gut”. Anschliessend stieg sie wieder aus.
Während der Fahrt, kam dann ein anderer Kondukteur und schaute mein GA + Klassenwechsel an und der sagte natürlich: “Danke, ist gut” :)
Der Grund, warum die Kondukteurin, die übrigens weiter vorne im Zug “eingeteilt” war, kam, hatte wahrscheinlich damit zu tun, weil ich nicht wie ein 1. Klasse Reisender aussehe :)
Nur verstehe ich dieses Verhalten nicht, von dieser Kondukteurin.
May 3rd, 2008 at 18:17
Genau so ein Bespiel zum Thema “Generalverdacht”.
May 3rd, 2008 at 19:03
@ Stefan:
Mmh… Keine Ahnung, was diese Kollegin an dir gestört hatte… :)
Aber normal ist ein solches Verhalten natürlich nicht und ich kenne auch niemanden, der (oder die) sich ebenfalls so verhalten würde. Hoffen wir mal, dass es ein Einzelfall bleibt.
Auch ich selbst würde nie jemanden im Voraus in die Schublade der Schwarzfahrer schieben. Anders sieht es dann eventuell aus, wenn ich die Person kontrolliere und sie keinen gültigen Fahrausweis hat (oder die Karte nicht entwertet ist)…
Wenn ich frei habe und in meinen zivilen Kleidern einen Ausflug mache, fahre ich auch 1. Klasse. Und dabei wurde ich noch nie unter Generalverdacht gestellt. ;)
(Ok, im Dreieck Chur - Zürich - St. Gallen kennt man mich, da ist es klar. Aber auch im Tessin und in Richtung Bern / Westschweiz hat man mich immer nur während der Fahrt kontrolliert.)
Was hin und wieder vorkommt: Dass die Mitreisenden in der 1. Klasse mich ein wenig schräg anschauen; vorallem dann, wenn der Zug gut besetzt ist. So nach dem Motto: “Der hat bestimmt nur ein Billett für die 2. Klasse und nimmt mir auch noch den Platz weg.” ;o)
May 4th, 2008 at 20:29
Das ist genau so ein Beispiel, das Bahnfahrenden völlig Schnurz ist. Wenn ich von A nach B will, nehme ich den Zug, der gemäss Fahrplan die beste Verbindung bietet. Ob das ein Bummler ist oder nicht, ob das Selbstkontrolle ist oder nicht, ist egal. Daher will ich als Kunde auch überall gleich zuvorkommend und freundlich behandelt werden, egal ob von einer zivilen Kontrolle oder von uniformiertem Personal.
Und danke, Theddy - ich kann Deine Sorgen und Aussagen nur unterstützen.
Solche Sachen wie Stefan sie beschrieben hat dürfen nicht passieren! Einfach nicht! Da gibts nur eins: Zwangsweise ab in den nächsten Workshop “wie ich Kundinnen und Kunden auch an schlechten Tagen gegenüber zu treten habe”.
May 4th, 2008 at 21:24
@Andi - Du bist mir zuvor gekommen. Ich wollte auch noch anmerken, dass ich die Unterscheidung zwischen Regional- und Fernverkehr in Sachen Kontrolle nicht gute finde. Ich bin Kunde der SBB oder BLS oder was auch immer und will als Kunde behandelt werden, egal, was es für ein Zug ist. Das von mir gefühlte und beschriebene grundsätzliche Misstrauen stört mich einfach enorm.
May 5th, 2008 at 04:41
Ein Unterschied zwischen Regional- und Fernverkehr besteht ja schliesslich auch darin, dass in den Regio-Zügen und in den S-Bahnen solche grossen, gelben Kleber an den Scheiben hängen, welche den Fahrgast darauf hinweisen, dass dies ein Selbstkontrollzug ist.
Sinn dieser Hinweise ist es, dass sich der Fahrgast vergewissert, ob er auch wirklich ein Billett gekauft und seine Mehrfahrtenkarte entwertet hat. :)
Ein Kunde mit gültigem Fahrausweis hat ja bis zum heutigen Tag nichts zu befürchten, egal wie “streng” die Kontrolle auch sein mag.
May 5th, 2008 at 09:35
Schade, dass ich hier nicht verstanden werde. Kleber hin oder her - es geht mir (ich versuchte es jetzt schon mehrmals, offenbar ohne Erfolg) um das Auftreten der Kontrolleure. Ob Regional- oder S-Zug oder Fernverkehr - wir sind hier immer Kunden und ich nerve mich, als Kunde grundsätzlich im Verdacht zu stehen, mein Billet nicht entwertet zu haben. Und genau dieser Grundverdacht kommt eben in der Haltung des Kontrollpersonals rüber - die Schulung scheint mir einfach mangelhaft.
Und der letzte Abschnitt finde ich völlig deplaziert. Das sagen alle die Überwachungsfreaks mit ihren Kameras im öffentlichen Bereich auch immer wieder - man habe als normaler Bürger da nichts zu befürchten.
Nochmals und immer nur das: Es geht mir um die Haltung, wie die Kontrolleure auftreten - da habe ich wirklich schon oft unmögliche Beispiele erlebt - und mir scheint, dass die negativen Beispiele zunehmen. Im Zug will ich einfach keine Räuber- und Poli-Spiele. Schon nur zu beobachten, wie sich die Kontrolleure vor der Abfahrt eines Zuges verhalten - es ist einfach lächerlich. Sie tun so übertrieben unauffällig, dass es auffällt, wer da zusteigen wird.
May 5th, 2008 at 10:42
Was die Schulung angeht, haben wir ja das Thema “professionelle Ansagen im Zug in mehreren Sprachen” auch schon diskutiert. Das könnte man dann - nebst Kundenfreundlichkeit - auch grad wieder mal repetieren.
Zurück zum Thema hier. Bedenklich finde ich auch Andreas’ Reaktion hierauf:
Just for the record: Ich kenne Leute, die das tatsächlich gemacht haben. Wenn jemand wieder auf Unmengen von Benzin saufende Karossen umsteigen will, ist das gefälligst ernst zu nehmen und nicht ins Lächerliche zu ziehen. Vielleicht ist das hier eine leere Drohung - vielleicht aber auch nicht. Eine Person, die mangels adäquaten Auftretens seitens Zugspersonal aufs Auto umsteigt oder auch nur dran denkt, ist heutzutage ein Skandal. Die fehlbaren ZugsbegleiterInnen gehören wie gesagt in einen Nachhilfekurs geschickt und bekommen eine Notiz in ihrer Personalakte. Die kann man nach fünf Jahren von mir aus wieder löschen, wenn sie sich fortan tadellos verhalten haben. Jeder kann mal die Nerven verlieren, OK - aber nicht gegenüber oder in Gegenwart von Kundinnen und Kunden.
Mit Theddy gehe ich punkto Überwachungskameras nicht ganz einig; ich halte die Hysterie dagegen für übertrieben. Gefilmt zu werden hat meiner Ansicht nach noch zu keinen Ausschlägen oder schweren Krankheiten geführt. Wir Leben halt in einer Welt, in der sehr einfach Bilder und Videos gemacht werden können: Better get used to it. Ich fühle mich in Wagen oder Gegenden mit Videoüberwachung sicherer (das subjektive Sicherheitsgefühl entscheidet letztlich, auch wenn ich dann trotz Cam eins auf die Rübe bekomme).
Aber ich schweife wieder ab. In diesem Zusammenhang ist Andreas’ Aussage halt schon etwas ungeschickt. Es geht hier eben drum, wie Theddy schön herausstreicht, dass das Auftreten gewisser Kontrolleure allein schon ein grosses Ärgernis ist, nur schon zum Zuschauen bzw. Miterleben. Ich erlebe viele Kontrollen als korrekt, höflich und problemlos - leider gibts auch die anderen.
Leider haben viele Leute dann auch zu wenig Zivilcourage, um einzugreifen und das Personal auf sein Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Aber - Theddy wird das kaum freuen, was ich jetzt schreibe :) - ich hoffe, dass solche Kontrollen wenigstens öfters versteckt mit Handy oder Digicam gefilmt und ins Internet gestellt werden. So hört die Schikaniererei dann wohl recht schnell auf. Dasselbe könnte man mit miserablen Ansagen machen (als Audiofile) - denn wer nicht mal in der Lage ist, korrekt und verständlich Durchsagen zu machen, ist offensichtlich im falschen Job.
Wenns nur noch auf diese leicht primitive Art geht - was solls. Hauptsache, es passiert was.
Wohlverstanden: Es kann der Eindruck entstehen, dass ich Schwarzfahren oder Massnahmen dagegen gutheisse. Das ist natürlich nicht der Fall. Es geht ausschliesslich ums “Wie”.
May 11th, 2008 at 20:25
So, dann lassen wir den Worten Taten folgen und legen doch gleich mal los mit der Veröffentlichung von schlechtem Service und schlechten Ansagen: Was ich am Freitag mit der SBB erlebt habe, war Desorganisationstalent und Schrottinformation pur (natürlich verzichtet Andreas darauf, das in seinem Wochenrückblick zu bringen).
Und die selben Leute wollen dann auch noch “hart auftreten” und meine Mitfahrenden schikanieren, wenn Sie mal eine Handeintragung auf einer MFK machen? Chani nöd ärnscht näh…
May 12th, 2008 at 00:12
Nachdem sich in meinem Google Reader inzwischen wieder (zu)viele Blogs und RSS-Abos angesammelt haben, musste ich einige aus dem Reader werfen, um den Überblick nicht zu verlieren.
Da ich nun Deinen Blog nicht mehr abonniert habe, bin ich auch nicht auf Deinen Beitrag gestossen. Ausserdem sollte ich auch mal andere Blogs zu Wort kommen lassen; Du warst ja schon ein paar Mal im Wochenrückblick zu finden. :)
Vielleicht klappt es nächstes Mal ja wieder.
May 12th, 2008 at 12:53
Tja - vielleicht liest und zitierst Du halt einfach lieber Blogs, die Deine Meinung bestätigen oder irgendwelche SVP-Heinis, die Dinge posten, die mit Bahnfahren grad gar nix zu tun haben.
Aber es geht um die Sache: Wie gesagt, zuerst mal lernen, saubere Ansagen zu machen, und dann können wir über alles andere diskutieren.
June 19th, 2008 at 00:08
Ich bin heute abend zum ersten Mal auf dieser Seite - und wohl auch bereits schon zum letzten Mal. Es wird mir ehrlich gesagt übel, wenn ich als langjähriger SBB/BLS Kunde die selbstherrlichen Einträge von Zugbegleiter Andreas Hobi lese. Ok, er mag sein Fachgebiet äusserst gut kennen, da habe ich keinen Zweifel aber die Sozialkompetenz ist wohl noch deutlich “ausbaubar”.
Die Welt ist nun mal nicht digital - scharz oder weiss - Andreas, es gibt auch Farben! Du weist sicher was ich damit meine..
Es ist beschämend zu erkennen, dass man grundsätzlich als Schwarzfahrer angesehen wird, bis man dann das Ticket hervorgenommen hat und den Herrn Kondukteur von Gegenteil überzeugen durfte.
Meine Frau hat sich am 8.6.08 in Bern am Schalter ein Ticket nach Uttigen gekauft. Beim Hochschieben des Kinderwagens via Rampe kommt ihr ein Strom gröhlender und hupender Holländer entgegen - Sie hält dem Kind die Ohren zu und “rettet sich” in den Zug. Danach stellte sie fest, dass sie es wegen der obigen Situation verpasst hat zu stempeln und schreibt die Details der Fahrt mit Kugelschreiber auf die Mehrfahrtenkarte. Den Rest der Story kannst Du dir denken..
Da kommt ein weiterer “Schwarz-Weiss Zugbegleiter” (sie waren zu zweit) vorbei, hört meiner Frau gar nicht richtig zu was Sie Ihm erzählen will, faucht ihr stattdessen etwas von Kugelschrieber und illegal entgegen und verlangt von meiner Frau die 80.- Zuschlag. Die Zeugen dieser Situation haben alle verständnislos den Kopf geschüttelt und meine Frau ermuntert dies nicht auf sich sitzen zu lassen.
Und was ist nun das Resultat dieses Vorgehens nach SBB/BLS Paragraf XY?
- Meine Frau wurde ohne Respekt und Anstand behandelt und mit einer Busse von 80.- abserviert.
- Mein knapp 2-jähriger Sohn war durch das Benehmen der beiden Zugbegleiter meiner Frau gegenüber den Rest des Tages völlig verstört und irritiert.
Ich bin wirklich überzeugt, dass der Grossteil der Zugbegleiter in der Schweiz völlig in Ordnung ist und Situationsgerecht reagieren kann. Ich habe viele, sehr gute Erfahrungen gemacht. Ein grosser Dank an diese!
Was jedoch meine Frau (und übrigens noch weitere Passagiere) da erleben mussten, war völlig inakzeptabel.
Und nun?
Wir als Familie sind einfach Kunden, ganz kleine Kunden der SBB/BLS - 2 Erwachsene und ein Kind
June 19th, 2008 at 03:23
Ich denke, in diesem speziellen Fall hätte man auch anders reagieren können. Grundsätzlich ist es jedoch schon so, dass man im Zug ein gültiges Billett braucht und wir alle Fahrgäste gleich behandeln müssen. Alles andere wäre Willkür und nicht im Interesse der Mehrheit der Kunden.
June 19th, 2008 at 21:17
Teil 2 wegen der 1000 Zeichen Begrenzung.
———————————-
Wir als Familie sind einfach Kunden, ganz kleine Kunden der SBB/BLS - 2 Erwachsene und ein Kind
June 19th, 2008 at 21:28
@Andreas: Bitte entschuldige, ich hatte ein Sonderzeichen im Text, welches nicht korrekt erkannt wurde…
Wir als Familie sind einfach Kunden, ganz kleine Kunden der SBB/BLS - 2 Erwachsene und ein Kind jünger als 2J. Kein KMU oder sogar was von der Grösse einer Novartis, UBS und wie sie alle heissen. - aber wir sind ein Kunde und genau da erwarte ich gewisse Verbesserungen.
- Grundsätzlich erwarte ich mit Anstand und Respekt behandelt zu werden.
- Die Angestellten sollten sich bewusst werden, woher Ihr Lohn kommt (er kommt nicht vom Bund oder der Bank, nein er kommt von uns - den Kunden!)
- Ich erwarte, dass zB Du Andreas Hobi, Dich auch mal für uns Kunden stark machst, Dich in eine solche Situation hineinfühlen lernst und erkennst, dass da niemand bescheissen wollte, jemand aber bestraft wurde und dass Eure schönen Paragrafen nicht perfekt sind.
Darum braucht es eine sehr hohe Sozialkompetenz und situatives Vorgehen. Das wünsche ich mir von Dir und Deinen Kollegen.
PS: Noch zu deinem Kommentar. von heute morgen früh.
Es freut mich, dass Du denkst, dass man auch noch anders hätte reagieren können. Auch mit dem Grundsatz, dass man ein gültiges Billet braucht und alle gleich behandelt werden sollten stimme ich überein. Mit den letzten Satz ” Alles andere wäre Willkür und nicht im Interesse der Mehrheit der Kunden” - da habe ich aber meine grossen Zweifel.
Situationsgerecht zu handeln hat nicht’s mit Willkühr zu tun und ob die Mehrheit eine 80.- Busse wie sie meine Frau erhalten hat gutheissen würde das glaube ich nicht.
June 19th, 2008 at 21:31
.
Absolut einverstanden.