Voll ins Schwarze getroffen

von Andreas Hobi am 7. April 2008 · 57 Kommentare

UPDATE: Ursprünglich gab es in diesem Artikel keine durchgestrichenen Passagen. Nachträglich habe ich mich jedoch dazu entschlossen, einige Wörter und Teile dieses Berichts durchzustreichen. Die Gründe hierfür findest Du im Kommentar mit der Nummer 26.

Er sei sich nicht bewusst gewesen, dass er etwas illegales tue und ich solle auf keinen Fall die Polizei rufen, dies sagte ein dunkelhäutiger Asylbewerber, welchen ich nicht nur beim Schwarzfahren, nein, sogar beim Missbrauch eines Fahrausweises erwischte.

Nichts Böses ahnend zeigte er mir im Zug zwischen Ziegelbrücke und Sargans sein persönliches Ostwind-Abonnement. Zumindest ging ich davon aus, dass es seines ist.

Zu jedem persönlichen Abo gehört auch eine Grundkarte. Dies kann ein Halbtax sein oder eine speziell am Billettschalter ausgestellte Karte mit Foto und Name / Adresse. Er behauptete jedoch, am Schalter weder ein Halbtax noch eine Grundkarte erhalten zu haben. Er hätte diese noch nie zeigen müssen.

Es sei kein Problem, sagte ich, wenn er mir keine Grundkarte vorweisen könne. In diesem Fall würde ich das Abo einfach mal einziehen und dann könne er mit einem Ausweis am Bahnschalter vorbei schauen und es sich wieder abholen. Bis dahin müsse er einfach immer schön brav Billette zum vollen Preis lösen.

Er meinte, dies sei nicht fair und ich solle ihn so fahren lassen. Nun kam der Punkt, an welchem ich ihn mit meiner Vermutung konfrontierte: “Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Abonnement nicht ihnen gehört. Entweder haben sie es von einem Freund “ausgeliehen” oder es ist gestohlen.”

Sowas würde er nie tun, meinte er.

Da ich immer noch keine Grundkarte sah, steckte ich das Abo ein und ging wortlos weiter. Er lief mir nach und fragte, ob ich wenigstens sein Gleis 7 akzeptieren würde. “Selbstverständlich”, sagte ich ihm. Ein Gleis 7 gilt für mich auch als Grundkarte.

Er zeigte es mir. Und siehe da: Die Kundennummer auf dem Abo stimmte nicht mit der auf dem G7 überein. Voilà! Voll ins Schwarze getroffen! Im wahrsten Sinne des Wortes.

“Jetzt haben Sie ein Problem.”, sagte ich ihm, steckte sein Gleis 7 gleich ebenfalls ein und verlangte einen Ausweis.

“Why? Why?! Why do you do this?!?”, gab er sich ganz erschrocken. Ich erklärte ihm, dass ich nun den Beweis habe, dass meine Vermutung stimmt. Er habe mir ein Abo vorgewiesen, das nicht ihm gehöre. Deshalb sei es nun eingezogen. Sein Gleis 7 sei ein Beweismittel und deshalb ebenfalls eingezogen. Und nun müsse er mir noch einen Ausweis zeigen, damit ich die Personalien erfassen könne.

Wenn er dies tue, könne er in den nächsten Tagen an einem Bahnschalter vorbei gehen und sein Gleis 7 zurück verlangen. Das Abo hingegen werde in die Zentrale geschickt und dort werde abgeklärt, wem es gehöre. Wenn er mir keinen Ausweis zeige, müsse ich die Polizei beiziehen, setzte ich ihn unter Druck. Dies wollte er natürlich nicht. (Aus welchen Gründen auch immer…)

Er gab mir seine Personalien an und ich schrieb eine Busse (CHF 100.- wegen Missbrauch; CHF 30.- Bearbeitungsgebühr; + Billettpreis Ziegelbrücke – Sargans). Und im Depot im Chur schrieb ich dann auch noch eine Meldung über den Vorfall, so dass der Herr entsprechend registriert ist.

Viel Aufwand für einen Idioten aus Eritrea, aber das gehört einfach zu meinem Job.

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Andreas Hobi arbeitet seit 2001 bei der SBB und dort seit 2004 beim Zugpersonal. In seiner Freizeit schreibt er auf schweizweit.net von seinen Erlebnissen und über andere spannende Stories aus der Welt des öffentlichen Verkehrs.

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{ 56 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }

Racer April 7, 2008 um 15:27

Der Titel und der letzte Satz sprechen sehr fuer sich bzw ueber den Autor. Ich bitte zweideutige Bemerkungen ueber Schwarze zu unterlassen. Wie waers wenn der Autor zum Austausch ohne Geld nach Eritrea geht zum Jobsuchen?

Antworten

kusito April 7, 2008 um 16:11

her hobi!
schade, das sie immer wieder nicht sachlich nüchtern über vorfälle mit schwarzen berichten können! warum immer diese hiebe unter der gürtellinie?

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loner April 7, 2008 um 16:32

Sorry, aber wer betrügt, ist halt wirklich ein Idiot. Und meiner Meinung nach hat man in dem Beruf des Bloggers wohl genug Erlebnisse, um irgendwann auch solche Urteile über Betrüger fällen zu dürfen.

Es wird wohl auch genug andere Leute geben, die irgend was Krummes drehen, und dann ähnlich betitelt würden.

Und @erster Kommentator: Weshalb sollen rechtschaffende Personen aus der Schweiz in ein anderes Land ohne Geld arbeiten gehen? Irgendwo hört die Weltverbesserei auch auf…

My two cents.

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Dominik April 7, 2008 um 17:34

Zuerst mal: ich will keinen Schwarzfahrer oder Betrüger verteidigen, die gehören auch bestraft. Aber ich bin mit den ersten zwei Kommentatoren einig, die Hautfarbe und Nationalität dieses Herrn spielt keine Rolle und die Seitenhiebe fand ich auch überflüssig. Und dass er keine Polizei wollte, das heisst gar nichts: Wer will das schon? Gibt ja nur Ärger etc.

@loner: Tatsächlich gibt es für Schweizer keinen Grund, ohne Geld in ein anderes Land zu fliehen. Weil es uns in der Schweiz so gut geht! Die Leute fliehen aus ihrem Heimatland weil es ihnen dort so schlecht geht dass für sie die Flucht die einzige Chance/Hoffnung ist, etwas an der Situation zu ändern. In gewissen Ländern muss man überhaupt nicht kriminell sein um fliehen zu müssen, nur ein paar Gründe für eine Flucht: Kein Essen. Andere Meinung als das Regime haben. Falsche “Rasse”. Krieg. Und und und…

Antworten

Sven April 7, 2008 um 18:24

Das war definitiv der letzte Schweizweit-Beitrag, den ich gelesen habe.

Antworten

markus April 7, 2008 um 19:56

Schon bisschen hart ausgedrückt. Und das von einer “öffentlichen” Person…

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John April 7, 2008 um 20:53

Mich erstaunt die Gesinnung von Herrn Hobi nicht mehr seit er sich als SVP-Fan geoutet hat. Denn irgendwo müssen ja auch braune Schafe ihre Heimat haben!

Antworten

Michi April 7, 2008 um 22:03

Dieser Beitrag beschreibt die Realität. Es ist ganz klar, es gibt auch Schweizer, welche mit dem Gesetz in Konflikt geraten oder negaitv auffallen. Aber es ist eine Tatsache, dass es häufig Ausländer sind, welche sich nicht an Regeln und Gesetze halten! Auch ich erlebe das täglich in meinem Beruf. Die kommen in unser/mein Land, können die Sprache nicht, wollen/”können” nicht arbeiten, wollen alles… teilweise leben sie schon 20 Jahre hier, können aber so gut wie kein Wort Deutsch. Was soll das? DIE wollen in UNSEREM Land leben, dass MÜSSEN sie sich anpassen, nicht wir ihnen…

Und das dieser Mann im Beitrag schwarz ist, ist eine Tatsache. Dass er etwas ilegals gemacht hat, ist auch eine Tatsache. Das er eine Idiot ist, ebenfalls. Also, wo ist das Problem? Es ist die Warheit und punkt.

Antworten

Thomas April 7, 2008 um 23:20

Dieser Beitrag verletzt hier wirklich zum Teil das neutrale Denken. Wir alle sind Menschen aus Fleisch und Blut, ob schwarz oder weiss… . Wir sind somit gleichgestellt.
Aber schon durch den Kritik in dem Titel wird hier die Zweideutigkeit eher ausgeschlossen, man nimmt an, wenn man den Text liest, dass es gegen dunkelhäutige gerichtet ist. Und einen Menschen denn man nicht kennt als Idioten zu bezeichnen ist nicht das was mann von einer Person erwartet, die im öffentlichen Verkehr arbeitet. Der Text beinhaltet klar einen rassistischen Inhalt, der aber etwas verdeckt ist und das finde ich schade und auch somit verliert dieser Blog bei mir einige Sympathiepunkte. Es gibt ebenso Schweizer und Ausländer die sich nicht korrekt verhalten. Man darf nicht alle Ausländer in einen Topf schmeissen und als “schwarze” Schafe abstempeln.

@ Michi
Es ist keine Realität. Du hast etwas gegen Ausländer, das liest man ganz klar aus deinem Beitrag heraus. Dein Beitrag is wirklich rassistisch, als ob du alles wüsstest. Du weisst nich was für einen schwere Vergangenheit diese Leute hatten und habe sie das nötige Geld, haben sie es?? Es git auch viele schweozer Jugendlcihe, die das nötige Geld nicht haben. Es sind zum Teil schon Ausländer die häufiger aus der Reihe tanzen, aber das ist wirklich kein Grund so zu denken.

@ Loner
Du unterstützt diesen Beitrag nur weil du die Bahn, bessergesagt die BLS liebst. Ich mag die SBB auch, aber trotzdem was in diesem Beitrag verfasst wird ist nicht oke.

Antworten

Jonathan April 8, 2008 um 00:46

@Thomas: Ob der Schwarzfahrer nun aus Eritrea oder aus Egerkingen kommt, spielt keine Rolle. Ich finde die Bezeichung “Idiot” angemessen für jemanden, der sich scheinheilig eine Leistung erschleichen will und Reisezugbegleiter wie Herrn Hobi für dümmer hält als sich selbst.

Wenn man vermeiden will, dass Asylbewerber, die unser Bahntarif-System mangels Sprachkenntnissen nicht begreifen, wieder Willen zu Schwarzfahren werden, kann man ihnen ja während einer Schonzeit von XX Monaten ein befristetes Generalabonnement in die Hand drücken. Wer’s danach nicht begreift, wird zur Kasse gebeten.

Antworten

Martin April 8, 2008 um 03:10

Erstens der Bericht zeigt die Realität das ist unser Alltag. Nur machen das auch Schweizer mit den genau gleichen faulen ausreden.
Ich möchte euch mal kurz zwei Erlebnis berichten um zu zeigen das es Schwarze und Schwarze gibt (genauso wie es Schweizer und Schweizer gibt)
Ich kontrollierte zwischen Lausanne und Genf die Fahrausweise. Da der Zug Lausanne um 18.55 verlassen hat waren die Gleis 7 nicht gültig. Wir hatten auch eine Entsprechende Durchsage im Zug gemacht. Während der Kontrolle traf ich auf einen Schwarzen mit Gleis 7, ich machte ihn darauf aufmerksam das es nicht gilt und er ein Fahrausweis zu lösen hätte. Dann begann das Spiel mit kein Geld, kein Ausweis etc. Die Disskusion ging hin und her und wie es oft mal vorkommt kam dann von ihm die aussage „vous ête une rascist“. Daraufhin erhob sich ein Schwarzer der eine Sitzreihe davor sass. Ich dachte mir schon ja Bravo jetzt geht’s los. Aber ich solle positiv überrascht werden, er stand auf und ging auf den Schwarzen mit dem Gleis 7 zu und sagte zu ihm übersetzt. Er solle sich mal zusammen nehmen, der Kondukteur mache nur seinen Job, zudem sei eine durchsage gekommen und ein Rassist sei er schon gar nicht, er solle jetzt zahlen wie jeder andere auch hier. Dann sagte er noch was in seiner und wahrscheinlich auch in der Sprache des andern zu ihm. Was dann folgte konnte ich fast nicht glauben. Der Schwarze mit dem Gleis 7 öffnete sein Portemonnaie und bezahlte. Danach reichte er mir seine Hand um sich zu entschuldigen. Beim Aussteigen in Genf bedankte ich mich beim anderen Schwarzen für seine Hilfe. Er sagte dann „ich wohne schon über 20 Jahre in der Schweiz aber wegen solchen Idioten werden wir alle in einen Topf geworfen“
Nun noch eine Geschichte zu den Aufrechten Schweizern (den Kahlgeschoren mit Springerstiefeln)
Ich macht Kontrolle auf der S Bahn als ich an eine Gruppe aufrechte Schweizer kam Auf die Frage nach dem Billett antworteten sie, sie würden es erst Zeigen die drei „Kanaken“ (die drei Schwarzen ein Abteil weiter hinten) ihr Billett gezeigt hätten. Die Kontrolliere ich schon noch keine Angst aber erst will ich euer Billett sehen. Sie wieder erst wenn die Kanaken ihr Billett gezeigt haben. Da mir das ganze zu blöd war ging ich zu den Schwarzen, entschuldigte mich für meine „Landsleute“ und verlangte das Billett, alle drei Zeigen mir ihr ZVV Abo und einer sein GA. Ich ging zurück und sagte die drei haben ein Billett wie sieht’s mit euch aus. Darauf alle drei „wir haben keins“ Ich „aha und so was nennt sich guter Schweizer, ich würde mich ja schämen ein Schweizer Unternehmen zu bescheissen und jetzt will ich entweder je 80 Franken sehen (damals konnte man den Stichzuschlag noch im Zug zahlen) oder je einen Ausweis.“ Nach einigem hin und her hatte ich dann die drei Ausweise und konnte das F.7000 schreiben.
Es gibt also auch die „aufrechten“ Schweizer die sich daneben benehmen.

Antworten

Tobi April 8, 2008 um 07:53

Ich finde, der Artikel triffts zimlich gut. Ich bin absolut nicht rassistisch oder sonst etwas. Im letzten Satz könne genau so gut auch stehen:”… für einen Idioten aus der Schweiz…”
Wer mit der Bahn fährt soll auch seinen Preis dafür bezahlen, genau wie alle anderen auch!!!

Antworten

Martin April 8, 2008 um 08:30

Na ich weiss nicht, eigentlich gefallen mir die Beiträge meistens. Aber die Art und Weise wie dieser geschrieben ist finde ich eher tragisch.

Es gibt solche und andere und zwar überall. Die Schlussbemerkung ist einfach überflüssig in diesem Bericht. Ich hoffe doch, dass der Schreiber Grösse zeigen kann und den Beitrag entsprechend ändert…

Antworten

kusito April 8, 2008 um 08:35

diese grösse hat der schreiberling! jedoch lernt er nichts! es ist nicht das erste mal das rasistisch gefärbte texte auf dieser seite erscheinen! korrigiert hat er bis jetzt immer! aber diese art der scharf mache kennt man ja momentan zur genüge! wo der herr hobi das gelernt hat ist mir auch klar!

eigentlich schade für diesen blog!

Antworten

Martin der mit dem langen kommentar April 8, 2008 um 09:26

Ich kann Martin mit dem kurzen Kommentar nur Beipflichten.

Antworten

Andreas Hobi | schweizweit.net April 8, 2008 um 09:37

Wer mich und diesen Blog kennt, der weiss, dass ich immer mal wieder und gerne leicht provokativ schreibe. Wenn jemand damit ein Problem hat, tut es mir natürlich leid und wenn jemand meine Schreibe so daneben findet, dass er meine Texte in Zukunft nicht mehr lesen will… Nun, schade natürlich, aber es gibt Millionen von Blogs da draussen in der weiten Welt, da sollte für jeden etwas dabei sein.

Schon öfters habe ich hier auf schweizweit.net über schwierige und problematische Kunden berichtet; meistens waren es Jugendliche, meistens waren es Schweizer. Auch dort habe ich Wörter benutzt, die man nicht unbedingt als “freundlich” bezeichnen würde. Gestört hat es selten jemanden, die Kommentare hielten sich in Grenzen. Ausländer und (in diesem Fall) Asylbewerber scheinen jedoch eine grössere Lobby zu haben als die Einheimischen. Dies habe ich nicht erst bei oben stehendem Beitrag gemerkt.

Ich will auf ein paar der Kommentare mal noch ganz kurz eingehen:

@ Racer

Wie waers wenn der Autor zum Austausch ohne Geld nach Eritrea geht zum Jobsuchen?

Es war seine Entscheidung, in die Schweiz zu kommen. Mit den Tausenden von Franken, welche er für die Schlepper vermutlich bezahlt hat, hätte er in Eritrea ein Geschäft oder etwas in der Art aufbauen können.

@ Dominik

die Hautfarbe und Nationalität dieses Herrn spielt keine Rolle und die Seitenhiebe fand ich auch überflüssig. Und dass er keine Polizei wollte, das heisst gar nichts: Wer will das schon? Gibt ja nur Ärger etc.

Natürlich spielt es keine Rolle, welche Hautfarbe er hat. Käme er aus einem anderen Land oder aus der Schweiz, hätte ich es ebenso geschrieben. Der Herr hat etwas ähnliches gemacht wie damals die beiden Damen, welche mit dem gleichen GA fuhren. (http://schweizweit.net/2007/08/20/wenn-zwei-damen-mit-dem-gleichen-ga-im-gleichen-zug-fahren-wollen/) Auch dort habe ich darüber berichtet.

Dass es mit der Polizei nur Ärger gibt, will ich mal bestreiten. Ich habe nichts zu befürchten und von mir aus dürfen sie mich auch kontrollieren, so wie es hier in Chur vor wenig mehr als einem Jahr auch geschehen ist: Ich spazierte um ca. 23:30 Uhr durch ein “besseres” Quartier, um noch kurz zu einer Kollegin zu gehen und wurde dort von einer Polizeipatrouille überprüft (Ausweis verlangt, per Funk überprüft, mich wieder springen lassen). Da ich nichts verbrochen habe, hatte ich natürlich auch nichts gegen die Kontrolle einzuwenden. Im Gegenteil: Ich bin sehr froh, dass die Stadtpolizei in Chur ihre Runden dreht. Leicht gewundert habe ich mich natürlich schon, dass ich überprüft wurde.

@ Sven

Das war definitiv der letzte Schweizweit-Beitrag, den ich gelesen habe.

Schade, aber wie gesagt: Andere Blogger haben auch schöne Texte.

@ markus

Schon bisschen hart ausgedrückt.

Stimmt, ist hart ausgedrückt. So wie schon öfters hier im Blog. So bin ich halt, so ist meine Art. Nicht allen gefalle ich damit, das ist klar.

@ John

Mich erstaunt die Gesinnung von Herrn Hobi nicht mehr seit er sich als SVP-Fan geoutet hat.

Ich weiss nicht, in welcher Partei Du bist oder welche am ehesten Deine Vorstellungen umsetzt. Aber egal welche Partei es ist, sie hat weniger Vertreter im Nationalrat als die SVP. Anscheinend gibt es viele Leute, welche ähnliche politische Einstellungen haben wie ich.

@ Thomas

Dieser Beitrag verletzt hier wirklich zum Teil das neutrale Denken.

In Blogs findest Du selten Beiträge, welche “neutral” geschrieben sind. Oftmals merkt man ziemlich deutlich, wie der Autor zu der Sache steht und wie er darüber denkt. Auf schweizweit.net ist dies nicht anders. Du schreibst “Wir sind somit gleichgestellt” und “Man darf nicht alle Ausländer in einen Topf schmeissen”. Dem stimme ich zu. Ich habe im Beitrag auch nichts derartiges gemacht. Weder habe ich behauptet, der Schwarzfahrer sei ein minderwertiger Mensch, noch habe ich behauptet, ALLE Asylbewerber seien Schwarzfahrer und kriminell.

Die Mehrheit der Fahrgäste, egal welcher Nationalität, verhält sich nach wie vor korrekt, das ist richtig.

@ Jonathan

Wenn man vermeiden will, dass Asylbewerber, die unser Bahntarif-System mangels Sprachkenntnissen nicht begreifen, wieder Willen zu Schwarzfahren werden, kann man ihnen ja während einer Schonzeit von XX Monaten ein befristetes Generalabonnement in die Hand drücken.

Asylbewerber erhalten für ein Jahr ein durch unsere Steuergelder finanziertes Gleis7.

@ Martin
Super, dass der Fahrgast in der Romandie Dir geholfen hat und schade, dass sich die Rechtsextremen so daneben verhielten. Diese beiden Beispiele wären auf jeden Fall zwei Fälle, welche ich auf schweizweit.net geschrieben hätte, falls ich sie erlebt hätte.

@ Martin

Ich hoffe doch, dass der Schreiber Grösse zeigen kann und den Beitrag entsprechend ändert…

Ich ändere meine Beiträge nur selten im Nachhinein noch ab. Eigentlich ist ja der Kommentar-Bereich dazu da, um nachträglich noch Erläuterungen zu schreiben oder manche Dinge zu relativieren.

Die Schlussbemerkung stimmt für mich nach wie vor. Es war wirklich viel Aufwand für einen Idioten. Und er Mann kam (falls man seinem Asylbewerber-Ausweis glauben darf) wirklich aus Eritrea.

@ kusito

diese grösse hat der schreiberling! jedoch lernt er nichts! es ist nicht das erste mal das rasistisch gefärbte texte auf dieser seite erscheinen! korrigiert hat er bis jetzt immer!

“Korrigiert” ist vermutlich der falsche Ausdruck. Eher würde ich sagen, ich habe meine Aussagen detaillierter erklärt und versucht aufzuzeigen, weshalb ich so denke.

Antworten

kusito April 8, 2008 um 09:51

doch, doch, du hast schon einmal den text geändert! kann nur nicht genau sagen wo! für die zukunft: schreib doch einfach von menschen… ohne angabe welcher hautfarbe…

Antworten

Gumbo April 8, 2008 um 10:03

Die Asylbewerber sind oft Opfer ihrer “Kollegen”, die ihnen Geschichten erzählen, wie man die Bahn betrügen kann.
Aber ehrlich, die unangenehmsten Reisenden sind doch diejenigen, die sich besser fühlen als andere, die eingebildeten Business-Typen, die das Personal gezielt einschüchtern wollen. Sie drohen mit Konsequenzen, verlangen Namen, sagen “ich bin Rechtsanwalt, sie werden noch von mir hören”. und der ganze Scheiss. Im Gegensatz zum Asylanten haben sie Geld, um ein Billett zu kaufen.
Andreas, ich hätte jetzt das mit dem Idioten stehen lassen, aber das Herkunftsland weggelassen. Wenn ich Idioten wie gewisse Zürcher SVP-Exponenten reden höre, hätte ich allenfalls doch lieber einen Eriträer auf dem Fernsehschirm.
Gumbo

Antworten

loner April 8, 2008 um 10:22

@Thomas (L.?) von ganz weit oben:
Ja, ich mag die Bahn. Ich bin aber ein äusserst kritischer Reisender, der gerne mal auch eine Mail an einen Kundendienst schreibt mit einer differenzierten Argumentation über ein Problem, welches ich erlebt habe. Die Bahn ist nicht einfach nur gut, egal ob SBB, BLS, Thurbo oder was auch immer. Das geht jetzt aber zu weit weg vom Thema.

Insgesamt gehts doch einfach darum, dass man jede Art von Reisenden, die den öffentlichen Verkehr benutzen (oder besser: missbrauchen) und sich nicht an die Regeln des Billettkaufs, Anstands und Co. halten, einfach wirklich – wenn mans überspitzt sagen will – Idioten sind. Über 9 von 10 Reisenden werden wohl mit Billett unterwegs sein und den angenehmen Transport sowie die meist schnelle Reise schätzen. Da liegt es doch nahe, dass die Aussätzigen (ob Schwarze, Weisse, Gelbe oder Rote) einfach nicht akzeptiert und auch dementsprechend behandelt werden.

Ich gehe davon aus, dass man als Reisezugbegleiter genug solche Muster erkennen kann, um sich eine Meinung zu bilden. Mir ging in meinem halben Jahr auf einer Sozialdienstabteilung während der Ausbildung genau gleich. Es gibt Leute, die machen was aus ihrer Situation, und solche, die sind wohl, wenn sie ihr Geld vom Staat bekommen und gut ist.

Naja, die Meinungen gehen sehr auseinander, für mich stimmt der Beitrag aber immer noch – auch ohne extremistische Hintergedanken.

Antworten

topali April 8, 2008 um 11:04

@ all.
Wer die Texte von Herr Hobi schon längere Zeit liest, dem sollte aufgefallen sein, dass seine Texte jeweils Alltagssituationen wiedergeben.
Diese werden mehrheitlich objektiv wiedergegeben.

Ich persönlich bin kein Ausländerhasser!

Aber einen Typ Menschen kann ich nicht ausstehen: Jene, welche aus allen möglichen geschilderten Alltagssituation, in Verbindung mit Ausländern, einen potentiell, meist fadenscheinigen, rassistischen Inhalt suchen.
Ich unterstütze jegliche Anprangerung, sowie Strafverfolgung von effektiven Verstössen, gegen das Rassismusgesetz. Es kann einfach nicht sein, dass unsere alltägliche Arbeit nicht mehr neutral ausgeführt werden kann, in dem Sinn, dass man bei Problemen mit ausländischen Mitbürgern, Angst im Hinterkopf haben muss, als Rassist gegen Aussen dargestellt zu werden, falls man diese massregeln oder büssen muss.

FAZIT: Es herrscht bei uns Rechtsgleichheit. Oftmals werden gegenüber ausländischen Mitbürgern sogar mehrere Augen zugedrückt, da man Mitleid und Verständnis mit ihrer Situation hat oder einfach nach Aussen nicht als Rassist dargestellt werden will.
Aber oftmals werden leider Situationen, in denen wir unsere Ausländischen Mitbürger unterstützen nicht veröffentlicht.

Antworten

chm April 8, 2008 um 11:26

ich verabschiede mich auch als leser dieses blogs. schade, war regelmässig dabei.
was mich dazu bewogen hat ist nicht allein der beitrag hier, sondern vielmehr der folgende kommentar dazu:
http://schweizweit.net/2008/04/07/schwarzfahrer-faehrt-mit-fremdem-abo-durch-die-schweiz/#comment-4647

Antworten

Martin April 8, 2008 um 12:03

@Topali:
Ich bin überhaupt nicht dafür, dass man Leute welche sich unkorrekt verhalten nicht massregelt. Im Gegenteil, ich bin sogar der Meinung, dass unser Rechtssystem in vielen Fällen einfach zu “nett” ist.
Aber ich denke die Aussage am Schluss:”Viel Aufwand für einen Idioten aus Eritrea” ist einfach überflüssig und hat auch mit dem eigentlichen Thema überhaupt nichts zu tun. Dass der Mann schwarz ist und aus Eritrea kommt hat doch überhaupt keinen Zusammenhang mit der Tatsache, dass er sich unkorrekt verhält oder? Das ist das Problem in diesem Bericht…

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nordfischbaby April 8, 2008 um 12:20

wirklich unangenehmes Lesegefühl, das einen hier beschleicht… Auf Empfehlung das erste Mal hier gewesen, komme voraussichtlich nicht wieder!!!

Antworten

Marcel April 8, 2008 um 13:01

Ich bin zwar auch der Meinung, dass Andreas Hobi hier eindeutig über das Ziel hinausgeschossen hat. Mit dem, was ich auf (unbedienten) Bahnhöfen und in Zügen immer wieder erlebe, kann ich aber irgendwie verstehen, dass auch mal so ein Kommentar kommt. Dabei möchte ich aber gar nicht auf die Hautfarbe eingehen, im Gegenteil hatte ich mit dunkelhäutigen Menschen noch nie Probleme. Viel schlimmer ist meines Erachtens die zunehmende Gewalt. Im letzten Halbjahr wurde ich zweimal täglich angegriffen und das nur weil ich meinen Unmut über das Verhalten den betreffenden Personen ihnen persönlich mitgeteilt habe. Es ist einfach eine Tatsache und nicht rassistisch gefärbt, aber es waren beide Male “Täter” aus dem Balkan. Dies passierte einmal auf einem unbedienten Bahnhof im Sarganserland (davon gibt es ja mehr als genügend!) und einmal in einem fahrenden Zug. Wie hier mit Mensch und Mobiliar umgegangen wird, ist mehr als bedenklich. Noch was zu den Parteien: Bisher war ich überzeugter SP Wähler, bin mir aber auch nicht mehr sicher, welches die “beste” Partei ist. Ist es doch die SP, welche sich immer wieder gegen “Polizeimassnahmen” stellt, aber auch gegen die Video-Überwachung usw. Dabei hat jemand der nichts verbrochen hat auch nichts zu befürchten! Anderseits ist es genau die SVP welche an den “Restrukturierungsmassnahmen” und Gewinnforderungen bei den Bahnen einen grossen Anteil mitträgt um nicht zu sagen, die Schuld daran trägt. All die geschlossenen Bahnhöfe, der Abbau beim Zugpersonal ist da nur ein Beispiel aus mehreren. Meines wissens werden in Österreich z.B. auch die Regionalzüge (ausser S-Bahn Wien) immer noch durch Zugpersonal begleitet. Andreas wird mich korrigieren, wenn dem nicht mehr so ist. Bei uns hingegen fühlt man sich nicht nur als Mann unwohl, abends in einem unbegleiteten Regionalzug! Dann ist mir besonders in den letzten Monaten auch aufgefallen, dass oft Züge verspätet oder gar vorzeitig gewendet wurden, mit dem Grund “Polizeieinsatz”. Woher stammen wohl diese Probleme?

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bd April 8, 2008 um 14:47

Als bekennender Reaktionär und Apokalyptiker, gleichwohl ich die SVP verachte, muss ich den Autor verteidigen; deswegen, weil er sicherlich täglich überfreundlich zu grinsen genötigt ist, auch gegenüber Menschen, die ein geregeltes System unterminieren. Somit wundert mich nicht, falls die eine oder andere Aussagen einmal entgleist; irgendwann strebt denn das alltäglich Aufgestaute sich zu entladen.

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Andreas Hobi | schweizweit.net April 8, 2008 um 16:10

Auszüge aus zwei Mails, welche ich in den letzten Stunden erhalten habe:

“… überleg dir doch, ob du mit einem strike die Gemüter etwas beruhigen kannst. (…)”

“…, denn nicht alle vertragen die Wahrheit. Du hast sowas von recht, aber manche wollen es einfach nicht einsehen. Schreib beim nächsten Vorfall einfach, es sei ein Schweizer gewesen, dann sind alle zufrieden. Und wegen der Drohung: Du hast doch eine Rechtschutzversicherung, oder? Nimm dir einen Anwalt und klage den Typen ein. (…)”

Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, ein paar Passagen durchzustreichen. Dies heisst natürlich nicht, dass ich nicht mehr zu meinen Aussagen stehen kann. Weitere Erklärungen lasse ich momentan noch, um nicht noch mehr zu provozieren. Eine Todesdrohung reicht für heute. :-/

Vielleicht sollte ich mich wirklich nur noch auf Schönwetter-Artikel konzentrieren… *seufz*

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pädu April 8, 2008 um 16:24

Bei dem Wort Ausländer ist man gerade ein Rassist. Wenigstens gibt’s die SVP, sonst würde in der Politik über dieses Thema immer noch geschwiegen.

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Grisu April 8, 2008 um 18:06

Das ganze wird in meinen Augen “dramatisiert”. Ich würde weiterhin kritische Artikel schreiben. Wenn du “Schlitzohr” statt Trottel geschrieben hättest wäre das ganze vielleicht nicht so schlimm herausgekommen mit den Kommentaren :-) Ein rassistischer Text sieht in meinen Augen anders aus, liebe Schreiberinnen und Schreiber.

Antworten

Dave Bandian April 8, 2008 um 18:54

Schwarze und ÖV verbinde ich zu 99 Prozent mit drei Situationen: Drogenhandel am Bahnhof, Belästigen von weiblichen Bahnpassagieren, Schwarzfahren. Sorry, so ist es nun einmal. Und das hängt auch damit zusammen, dass wir über das Asylsystem die Einwanderung von Kriminellen fördern. Echte Flüchtlinge kommen gar nie zu uns, also muss man kriminell werden um Asyl zu erhalten, wenigstens vorläufig. Das Ergebnis ist ein grösseres Problem mit Schwarzen, das sich nicht totschweigen lässt. Die Mitte-Links-Politik mag darüber die Nase rümpfen, aber die alltägliche Realität ist nicht zu leugnen.

Asylanten wird übrigens der ganze Lebensunterhalt bezahlt. Müssen sie die Bahn benützen, erhalten sie dafür ein Ticket. Aber natürlich erhalten sie kein Ticket um zwischen ihrem Asylheim und ihrem “Arbeitsort” zu pendeln, ist ja klar, so weit geht selbst unsere Mitte-Links-Politik nicht.

Antworten

Gumbo April 9, 2008 um 14:20

Andreas
Wenn du wirklich Drohungen erhalten hast, wäre es interessant zu wissen, von wem. Vermutlich anonym.
Gumbo

Antworten

Andreas Hobi | schweizweit.net April 9, 2008 um 15:25

Hat sich “geklärt”. (War nicht so klug, vor einigen Monaten mit der IP, vollem Namen und Website einen Kommentar zu schreiben; und danach via Kontaktformular (IP wird mitgesendet), gefälschter / ungültiger Email und anonym eine Drohung zu schicken…)

Er hat sich nach meinem etwas scharfen Mail entschuldigt.

Antworten

Patrcik April 9, 2008 um 16:58

Es ist schon traurig. Sind wir nun schon so weit das man in der Schweiz wirklich nicht mehr die Wahrheit sagen darf, oder das man seine Wahrnehmungen die man macht weitergeben darf, ohne bedroht zu werden. Ist doch echt primitiv. Egal ob von links oder rechts, jeder Bürger in der Schweiz darf zu seiner Meinung stehen (die Meinungsfreiheit ist in der Bundesverfassung verankert). Und das wir ein Imigrationsproblem in diesem Land haben dürfen wir wohl nicht verschweigen. Und gerade die Passagiere im ÖV müssen leider diese Auswüchse täglich miterleben. Dave ich kann dir nur beipflichten.

Antworten

kusito April 9, 2008 um 18:01

das problem von diesem bericht besteht aus dem titel und dem letzten satz! wäre dies anders gewählt oder weggelassen, wären kaum reaktionen gekommen!

Antworten

ein sbb mitarbeiter April 10, 2008 um 14:01

Kommentar infolge ungültiger Email-Adresse gelöscht.

Antworten

ein sbb mitarbeiter April 10, 2008 um 14:02

Kommentar infolge ungültiger Email-Adresse gelöscht.

Antworten

Fabi April 10, 2008 um 15:15

Salut

was mir noch eingefallen ist, zwischen Olten und Solothurn kam mir schon zweimal ein schwarzer Zugbegleiter (derselbe) entgegen, der übrigens perfekt Schweizerdeutsch gesprochen hat. :-)

Fabi

Antworten

Patrick April 10, 2008 um 16:26

Da seht ihr es doch es geht auch anders, und wenn man sich integriert steht einem sogar die grosse SBB Welt offen. Wenn nicht dann wird man es wohl nicht sehr weit bringen….
Und übrigens lieber sbb mitarbeiter: Schaffner gibt es bei der SBB keine und die hats auch nie gegeben (vielleicht bei der DB) bei uns gibt es Kondukteure, RZB und sogenannte ZUS. Ich verstehe wenn man den nicht ganz einfachen Job als RZB oder eben Kondukteur schon ein paar Jahre ausübt, dass einem mal der Kragen platzen kann. (sollte nicht zu häufig passieren aber es kann auch mal vorkommen) Und da muss man nicht immer gleich ein Feddback von irgendeinem Vorgesetzten kriegen, wenn man seine Erlebnisse mit andern in einem Blog teilt.

Antworten

Andi April 11, 2008 um 02:36

Ich bin froh, dass Andreas hier ein paar scharfe Reaktionen bekommen hat. “Es paar umd Ohre” wären auch recht gewesen, auch wenn ich ansonsten zu gewaltlosen Problemlösungen tendiere. Aber wenn man allen ernstes so einen Käse faselt, muss einem vielleicht der Kopf ab und zu gewaschen werden.

Ich sage das als Blogger, der auch mit guten Freunden ab und zu harte Fights in Kommentaren austrägt und der schweizweit.net schätzt. Zumal ich mit Andreas ab und zu auch privat maile und ihn ansonsten als kompetenten Kommunikationspartner schätze, bin ich der Ansicht, dass das Problem – mit Verlaub, Andreas – in seinem jugendlichen Alter und einer gewissen Naivität zu suchen ist. Andreas bringt leider noch nicht immer das Gespür für das richtige Wort am richtigen Ort auf und ist vielleicht durch den Erfolg seines Blogs manchmal etwas gar übermütig. Schade.

Der Haupttext hier ist – wie auch schon ein früherer Beitrag – in einigen Teilen geschmacklos und braun gefärbt. Aus unseren Konversationen glaube ich aber zu spüren, dass Andreas kein Rechtsextremer ist – ich lege Dir einfach nahe, Texte, die “kritisch” sein könnten, nicht gleich zu posten, sondern eine Nacht drüber zu schlafen. Oder sie einem Kumpel vorzulegen und ihn um seine Meinung zu fragen.

Dann fallen – entschuldige, aber es gibt keine schönen Worte dafür – saudumme bis debile Passagen wie “Idioten aus Eritrea” oder “Voll ins Schwarze getroffen! Im wahrsten Sinne des Wortes” zumindest raus, Du musst sie nicht nachher streichen und man kann über die Sache diskutieren, über die man sehr wohl reden kann, und bleibt nicht beim Stil hängen, der nicht unwidersprochen bleiben darf.

Ich schlafe jetzt absichtlich nicht drüber und lasse meine Unflätigkeiten auch stehen, denn bei Aussagen wie in Deinem Haupttext reicht es nicht, nur zu sagen “das war ein wenig ungeschickt”. Nein, Andreas, das war wahrhaftig der Fettnapf-Jackpot!

Und dann bist Du noch so frei und gibst im Comment einen drauf – nee, aber wie kann man nur?

Ich kann Dir gerne mal erzählen, wie mein Grossvater reagiert hätte, wenn Du ihm im November 1956 am Bahnhof Buchs SG an den Kopf geworfen hättest “mit dem Geld, das Du für die Flucht bezahlt hast, hättest Du im kommunistischen Ungarn ein Geschäft oder etwas in der Art aufbauen können.”

Noch ganz bei Trost oder was?

Ich formuliere auch gerne – ich tat es soeben – polemisch, boulevardesk und in einer Form, die manche beleidigen mag. Ich fahre auch gerne Leuten an den Karren. Ich sag auch, dass es mir egal ist, wenn ich deswegen gehässige Mails bekomme. Bei öffentlich (und erst noch schriftlich) gemachten menschenverachtenden Aussagen, bei denen zwischen den Zeilen die Befriedigung nur so heraustrieft, es quasi einem dahergelaufenen doofen Afrikaner (ein Wunder, dass Du nicht gleich das N-Wort gebraucht hast) so richtig gezeigt zu haben, hört der Spass aber recht schnell auf. Man *kann*, nochmals, über solche Themen reden. Mir sind Leute, die sowas tun, auch nicht sympathisch. Ich finde z.B. auch Dunkelhäutige, die Unrecht tun und dann gleich die Rassismuskarte spielen, doof – um klarzustellen, dass ich nicht einfach alles lieb und nett finde, was “ausländisch aussieht”. Man kann dazu Texte mit spitzer Feder schreiben, klar.

Es geht also nicht darum, was Leute wie “Patrcik” meinen – die nicht mal ihren Namen korrekt schreiben können und die überall sofort mit Meinungsfreiheit kommen – Dir einen Maulkorb zu verpassen, sondern einigermassen bei der Sache zu bleiben und nicht noch mehr eine Stimmung zu schüren, die in diesem Land leider zunehmend salonfähig wird. Wir sind hier auch wieder mal bei der Diskussion “Abgrenzung Blogging vs. Journalismus” – Du bist inzwischen mehr als ein Feldwaldwiesenblogger mit 20 Visits am Tag. Werde Dir verdammt nochmal auch ein wenig der Verantwortung bewusst, die Du trägst und checke lieber einmal zu viel Deine Wortwahl!

Wenn Du ein Problem mit Menschen aus anderen Kulturkreisen oder einer anderen Hautfarbe hast, weil Dir während Deiner täglichen Arbeit auffällt, dass sie überdurchschnittlich oft Troubles machen und deftigere Probleme als andere Verursachen, dann darfst Du das ruhig sagen. Aber nicht garniert mit Schadenfreude und Beschimpfungen. C’est le ton qui fait la musique. Wenn Du weitere Beiträge in dieser Tonlage schreibst, wird man Dich schnell in eine bestimmte Ecke einordnen (wenn das nicht schon geschehen ist), und Du bist mit der Zeit primär von Glatzen und Konsorten umgeben. Das willst Du vermutlich kaum, denn dann hat plötzlich nicht nur der Eritreer ein Problem, sondern auch Du – weil Dich Dein Brötchengeber als potentielles Imagerisiko loswerden will.

Eine Entschuldigung wäre auch mal was, meinst Du nicht?

Es fällt Dir kein Zacken aus der Krone, und ein allfälliger zukünftiger Arbeitgeber, der das liest, stellt Dich eventuell trotz Kenntnis dieses Beitrages noch an.

Antworten

GRINGO April 11, 2008 um 16:39

Hallo Andi

Wer schützt uns vor Rasissmus? Ich habe über 10 Jahre im Verkauf gearbeitet. Meistens habe ich brav den Mund gehalten, denn der Kunde ist König.

Einmal wurde ich sogar als Saunazi beschimpft weil ich einem (nehme an) Kunden mit jüdischem Glaubenshintergrund eine Dienstleistung verweigerte für die er kein Anrecht hatte und dies partout nicht akzeptieren wollte.

Habe ich das Recht diesen Herrn gemäss dem Anti-Rassismusgestzt anzuzeigen? Hätte ich eine Chance vor Gericht? Ganz klar Nein.

Wenn wir die Sache beim Namen nennen werden wir sofort als Rasissten, Fundamentalisten etc. bezeichnet. Tatsache ist, dass auffallend viele Gäste in unserem Land, die sich um Asyl bemühen, mit unseren Regeln nicht klarkommen.

Mag sein, dass wir ihnen (k)ein gutes Vorbild sind, aber wenn ich in einem BLOG-Eintrag schreibe ein Mann mit dunkler Hautfarbe, bin ich noch lange kein Rassist! Dann dürfte ich auch nicht mehr von homosexuell empfindenden Menschen, von Anhängern der Gothic-Kultur oder von Liebhabern von Technomusik sprechen.

Antworten

Andi April 11, 2008 um 18:34

GRINGO… Du schreibst völlig am Thema und an meinen Kernaussagen vorbei. Lies einfach nochmals in Ruhe (vielleicht 2-3mal) alles durch, halte den Kopf 10 Minuten schräg und versuche nochmals eine Antwort. Dann gehe ich womöglich darauf ein.

Antworten

Gringo April 11, 2008 um 22:55

Andi – bzw. Andreas (Hobi) wäre die richtige Anrede gewesen

Sorry eigentlich wollte ich an Andreas schreiben, dem Verfasser des Postings Deinen Kommentar habe ich effektiv nicht gelesen. Das hole ich aber hiermit nach:

Gespühr: Ich schreibe in meinem BLOG z.T. auch eher provokativ, muss aber dann auch mit den Reaktionen umgehen können und dass Andreas das kann hat er meiner Ansicht bewiesen.

Braun gefärbt, vielleicht der letzte Satz… Ein BLOG ist aber meine persönliche Meinung. Dafür benötige ich keinen Lektor, muss aber mit den Reaktionen umgehen können. Ich habe wie Andreas in meinem BLOG auch schon Postings korrigiert, weil ich mich nicht korrekt verhalten habe.

Ueber die Formulierung des Haupttextes lässt sich streiten – aber ich kann Andreas sehr gut nachfühlen. Wenn Du im Verkauf oder im Kundendienst arbeitest bist Du der Mistkübel für alles und jeden. Alle dürfen ihren Frust an Dir auslassen und Du darfst Dich nicht wehren.

Wenn ich mich im Ausland nicht korrekt verhalte, dann bekomme ich die Quittung dafür direkt zu spühren. Ich hatte in China ein Formular nicht korrekt ausgefüllt. Keine Diskussion zurück an das Ende der Schlange. Dort war ich der Ausländer den man es an der Hautfarbe und den Augen ansieht. Nur in der Schweiz scheinen für unsere Gäste andere Regeln zu gelten.

Ich finde wer in unserem Land leben will, hat sich an die Spielregeln des Landes zu halten. Egal welche Nationalität, Hautfarbe oder Augen er hat.

Ein BLOG ist meine freie, persönliche Meinung, die ich öffentlich zugänglich publiziere. Für was ich schreibe, kann ich rechtlich belangt werden und dass muss ich vor mir selber verantworten können.

Ich habe es aber echt nicht nötig, nur weil eine gewisse Anzahl Leser meine Postings lesen, meine Aussagen allgemeinheitstauglich zu formulieren.

Freundliche Grüsse an Andi und Andreas

Antworten

Andi April 12, 2008 um 00:04

Ueber die Formulierung des Haupttextes lässt sich streiten – aber ich kann Andreas sehr gut nachfühlen. Wenn Du im Verkauf oder im Kundendienst arbeitest bist Du der Mistkübel für alles und jeden. Alle dürfen ihren Frust an Dir auslassen und Du darfst Dich nicht wehren.

Zuerst mal: Das ist Dein Job; Du hast das in Kauf genommen, als Du diesen Job angenommen hast. Wenn Dir Dein Job nicht gefällt oder Du gewisse Dinge nicht erträgst, suche Dir einen anderen.

Aber: Du kannst Dich natürlich gerne trotzdem in einem Blog oder sonstwo über gewisse Kunden oder Vorgänge beschweren – wenn Du dabei jedoch einen Ton anschlägst, der Deinen Arbeitgeber dazu verleitet, vielleicht zu denken “Moment mal, das schadet uns”, dann hast Du recht schnell ein Problem.

Wenn Du diese Aussagen auch noch im Internet machst, ohne Dich glaubhaft zu entschuldigen oder zu distanzieren, hast Du womöglich das ganze Leben lang ein Problem. Auch nur hellbraun angehauchte Aussagen sind in diesem Land in sehr weiten Kreisen definitiv nicht salonfähig. Wer solcherlei nicht mit in seine Überlegungen miteinbezieht, ist entweder naiv, ein debiler Draufgänger oder ein Millionär, der auf niemanden angewiesen ist, um überleben zu können.

Ich finde wer in unserem Land leben will, hat sich an die Spielregeln des Landes zu halten. Egal welche Nationalität, Hautfarbe oder Augen er hat.

Einverstanden. Klar. Nur wird diese Regel leider von vielen Kreisen bei Leuten mit anderer Hautfarbe oftmals sehr extensiv ausgelegt und diese Karte wird ebenso rasch gezogen wie oftmals – auch leider – Schwarze einem Weissen Rassismus vorwerfen, wenn man nachhakt.

Andreas hat in seinem Blog schon oft ähnliche Geschichten gebracht, bei denen Schweizerinnen und Schweizer im Spiel waren. Ich dachte schon dort manchmal, dass die Wortwahl sehr an der Grenze sei. Und auch wenn für alle die gleichen Spielregeln gelten: Die deftigsten Unflätigkeiten benützt Andreas offenbar mit Vorliebe bei Menschen aus anderen Kulturkreisen. Ich versuche ihm hier möglichst differenziert zu raten, solches lieber sein zu lassen – denn in unserer Gesellschaft reagieren viele, bis weit nach rechts, zurecht auf Angriffe gegen Minderheiten, Andersgläubige, Andersfarbige usw. empfindlich.

Daher ist es einfach schlicht etwas anderes, wenn ein Schweizer sagt “Dieser Zürcher ist ein Idiot” oder “dieser Eritreer ist ein Idiot”. Wer das nicht checkt oder sich nicht zumindest nachträglich distanziert, ist selbst einer.

Dazu kommt: Wir haben alle hier keine Ahnung, warum dieser Eritreer (oder woher er auch immer stammt) hier ist. OK, er wollte im Zug wohl bescheissen, er hat was Illegales gemacht uns sich auch noch ungeschickt angestellt, das muss geahndet werden. Klar. Auch wenns IMHO Schlimmeres gibt. Aber solange wir nicht wissen, warum er hierher gekommen ist, ob er verfolgt war, ob er wochenlang Todesangst hatte, ob er hier einfach Kohle machen will, ob er wie wir hier seine Meinung frei geäussert hat und deswegen gefoltert wurde, haben wir schlicht kein Recht, in dem schnoddrigen Ton über ihn zu schreiben und zu richten, wie das hier getan wurde.

Und schon gar keine Aussagen machen wie “er hätte mit dem Geld in seiner Heimat ein Geschäft aufbauen können” – das hat mich am meisten auf die Palme gebracht.

Ich bin ein mütterlicherseits Nachkomme einer ungarischen Flüchtlingsfamilie, die sich hier nach 1956 sehr schnell integriert hat und in vielem schweizerischer war als Schweizer. Trotzdem vergisst man seine Wurzeln nicht so schnell – und verspürt eine gewisse Verbundenheit mit Flüchtlingen, selbst wenn einem viele unsympathisch sind. Ich komme sehr gerne mit dem Beispiel “versetzt euch doch selbst mal in die Lage, entweder abgeknallt zu werden oder zu fliehen”. Je nach seiner Geschichte verdient es dieser Typ noch viel weniger, öffentlich als Idiot abgekanzelt zu werden, auch wenn seine Anonymität gewahrt ist.

Und wenn wir solche Aussagen unwidersprochen lassen, sodass sie salonfähig werden, sind wir womöglich in ein paar Jahren wieder so weit, dass Leute, die ihre Meinung offen äussern, flüchten müssen – einige politische Entwicklungen machen doch zumindest Sorgenfalten.

Ein BLOG ist meine freie, persönliche Meinung, die ich öffentlich zugänglich publiziere. Für was ich schreibe, kann ich rechtlich belangt werden und dass muss ich vor mir selber verantworten können. Ich habe es aber echt nicht nötig, nur weil eine gewisse Anzahl Leser meine Postings lesen, meine Aussagen allgemeinheitstauglich zu formulieren.

Siehe oben: Die Frage ist, wie Du dich positionieren willst bzw. ob es Dir als Quasi-Medium egal ist, gewissen Entwicklungen Vorschub zu leisten oder Deine Verantwortung wahr zu nehmen. Dazu kommt, dass Andreas viele Leser hat, denen das Thema öV nahe steht – und die sind in der Regel braun angehauchten Aussagen gegenüber nicht sehr zugänglich.

Und ich vermute doch schwer, dass von der SBB nicht nur Arbeitskollegen mitlesen. Als Vorgesetzter würde ich mir – ohne Zensur üben zu wollen – spätestens jetzt überlegen, zumindest einmal unverbindlich das Gespräch zu suchen.

Zudem ist Andreas quasi ein Wiederholungstäter, und gerade im Web sind unliebsame Labels wie z.B. “Der braune Kondukteur” plötzlich schneller da als man denkt. Yepp – man kann damit leben, man kann das Risiko eingehen… nur wird man dann in Kreisen, die man eigentlich erreichen will, nicht mehr wirklich ernst genommen. Ich habe Andreas bisher nicht als eine Person eingeschätzt, die das ernsthaft so durchziehen will.

Antworten

Gumbo April 15, 2008 um 15:36

Andi
Wenn der Vorgesetzte von Andreas “das Gespräch sucht”, ist das natürlich das Risikon von Andreas. Das muss er dann selber durchziehen. Wir hoffen alle, dass ihm aber allenfalls einfach die “Kappe” gewaschen wird, aber ohne weitere Konsequenzen.
Ihm entgegengehalten muss aber ganz klar – das habe ich schon erwähnt – dass die meistern Asylbewerber irgendwann einsehen, dass sie sich selber schaden, dass die echt mühsamen Kunden eher die sogenannt “Besser gestellten” sind, die sich mit Titel und Geld schmücken und aufplustern. Sie sind es, die das seine Pflicht tuende Personal zur Schnecke machen und mit Kassensturz und Beobachter drohen, oder gar mit: “Ich bin Anwalt!”
Es fallen dann Worte wie: “Ihr seid strohblöd”, “Trottel” oder “lächerliche Bahnpolizisten, jeder ca 160 cm gross”.
Schade, dass Andreas keine solche Begebenheit gebloggt hat. Das mit dem Eriträer war wirklich unnötig.
Gumbo

Antworten

Honigbaerli April 15, 2008 um 16:57

Lieber Andreas,
Da gehen die wellen ja arg hoch…kann dich aber verstehen, dass du deinen Post so abgefasst hasst..ich erlebe auch so einige sachen wenn ich nach 20h mit dem Zug unterwegs bin.
den kommentaren geurteilt scheint das niemand hören zu wollen..was da abgeht..und dafür ist unsere mitte links regierung ja bekannt totschweigen und wenns kritisch wird aus allen wolken fallen…
ich bewundere deinen mut die situation so klar zu schildern..denn der erste schritt was zu verbessern ist information!

mach weiter so..vielleicht dann mit etwas weniger schlagwörtern!

Antworten

Andi April 15, 2008 um 17:15

Es ist offenbar einfacher, über lustige Vampirzüge zu schreiben oder das Bloggen im Zug als sich bei einem heiklen Thema zu outen oder womöglich gar Fehler einzugestehen.

Willst Du das einfach aussitzen oder vielleicht doch nochmals dazu Stellung nehmen? Hat Dir ein PR-Berater gesagt “schweig jetzt lieber, in zwei Wochen kräht kein Hahn mehr danach”? – Also, konkreter: Mich würde sehr interessieren, wie Du z.B. zur Aussage “er hätte mit dem Geld in seiner Heimat ein Geschäft aufbauen können” inzwischen stehst; würdest Du das immer noch so schreiben? Hast Du dich einmal versucht, zumindest in die Lage eines Flüchtlings zu versetzen, der in seinem Heimatland keine Chance auf sowas hat? Wenn ja – wie war das so?

Und ganz konkret: Wo ordnest Du dich politisch ein? Du sprichst oben von Deiner politischen Einstellung, ohne klarer zu werden.

Spätestens nach diesem Beitrag möchte ich gerne genauer wissen, ob ich es mit einem SD-Wähler, einem Grünliberalen mit Ausrutschern nach Rechtsaussen oder was auch immer zu tun habe. Wenn möglich noch vor Deinen Ferien, die Du hoffentlich geniessen wirst. Danke.

Antworten

Andreas Hobi | schweizweit.net April 15, 2008 um 19:09

Da ich grundsätzlich meine Meinung zum Thema bereits gesagt habe, verzichtete ich darauf, nochmals nachzusetzen.

Wenn jedoch neue Fragen auftauchen, so wie in Deinem Kommentar, nehme ich natürlich gerne dazu Stellung.

Klar, ich hätte in den auf diesen Artikel folgenden Tagen auch weiterhin über ähnliche Themen schreiben können. Doch ich gehe mal davon aus, dass dann ähnliche Reaktionen gefolgt wären, wie auf diesen Bericht. Also macht es schon Sinn, dass ich das Thema wechselte und über andere Dinge schrieb, auch meinen Lesern zuliebe. Wie Du richtig sagst: Es ist ein heikles Thema. Und viele Leute hätten sich provoziert gefühlt, wenn ich nur noch darüber geschrieben hätte.

Wie Du richtig vermutest, stehe ich mit der SBB Kommunikation in Verbindung. Das war schon vor diesem Artikel so und wird auch zukünftig so bleiben. Selbstverständlich haben wir auch über diesen Artikel gesprochen. Schon immer gab es auch Kundenreaktionen (zu den verschiedensten Artikeln, auch zu diesem), Leute, welche sich an den Kundendienst der SBB wendeten und fragten, ob ein Kondukteur überhaupt einen solchen Blog führen darf. Die Antwort der SBB ist: Ja, er darf das. Zumindest so lange, wie ich nicht gegen geltende Gesetze verstosse, habe ich also “Narrenfreiheit”. (Dieser Ausdruck ist in Zusammenhang mit oben stehendem Artikel natürlich absolut unpassend. Er bezieht sich selbstverständlich auf den Blog als Ganzes.) Diese Entscheidung kommt nicht von einem x-beliebigen Kundendienst-Mitarbeitern, sondern von ganz oben.

Ich denke nicht, dass ich nochmals schreiben würde “er hätte mit dem Geld in seiner Heimat ein Geschäft aufbauen können”. Wie ich gemerkt habe, kann dieser Ausdruck anders verstanden werden, als er von mir gemeint war. Es ist sowieso sehr schwierig, klar zu formulieren, was ich damit eigentlich sagen wollte. Ich hätte wohl besser einfach gar nichts gesagt und es für mich behalten. Jung, impulsiv und sehr direkt: Das war und ist wohl mein “Problem”. So bin ich nun mal und ich denke nicht, dass sich dies innert kurzer Zeit ändern wird.

Was meine politische Einstellung anbelangt, kann ich immer noch zu der Aussage stehen, welche ich in einem ähnlichen Zusammenhang in diesem Blog bereits einmal gemacht habe:

Es stimmt, tendenziell stehe ich eher auf der Seite des bürgerlichen Lagers. Die Personen, welche ich für Kantons-, Stände- und Nationalrat wähle, kommen zum grossen Teil aus der FDP und SVP. Bei den Urnenabstimmungen ist das Bild bereits weniger klar. Dort habe ich auch schon gegen die SVP-/FDP-Linie und im Sinne der SP und linken Parteien gestimmt. Kann vorkommen. Vorallem wenn es um den öffentlichen Verkehr geht. Ich bezeichne mich als “typischer Schweizer”, der rechts von der Mitte steht. Von Rassismus und Rechtsextremismus distanziere ich mich genau so wie vor Linksextremismus und ultralinken Parteien.

Will heissen: Mir käme es nie in den Sinn, SD zu wählen. Ich bin aber auch “kein typischer SP-Wähler”, um es mal so auszudrücken.

Nun hoffe ich, Deine Fragen damit beantwortet zu haben. Wenn nicht: Einfach melden.

Antworten

Jonathan April 15, 2008 um 23:48

Politisch korrekt geheuchelt und weichgespült muss es heissen: intellektuell herausgeforderter klandestiner Fahrgast mit nicht-kaukasischem Migrationshintergrund ohne gültigen Transportvertrag angehalten

Antworten

Andi April 17, 2008 um 15:19

Danke, Andreas. Und: Cooler Artikel im “Gesundheitstipp”! Dort sprichst Du das Thema ja auch an – aber mit weitaus gewählteren Worten.

Zumal ich viele SBB-Kommunikatiönler als einige der Besten ihres Fachs hierzulande betrachte, bin ich zuversichtlich, dass Du da in guten Händen bist, wenn Dein jugendlicher Übermut wieder einmal zuschlagen sollte.

Es ist sowieso sehr schwierig, klar zu formulieren, was ich damit eigentlich sagen wollte

Dieser Satz ist IMHO nur dahingehend zu verstehen: Er hätte da bleiben sollen und nicht hierher kommen.

Darum ein PS an Jonathan und all die andere Zyniker, die sich in ihrer vermutlichen geistigen Minderbemitteltheit nicht vorstellen können, wie es ist, wenn man sein Heimatland verlassen *muss* (ich gehe immer noch von der Unschuldsvermutung aus, das heisst, dass der Eritreer hier ist, weil er verfolgt war o.ä.) – der erwähnte Grossvater, der mit Familie und Sack und Pack im Herbst 1956 in die Schweit geflohen ist, erzählt hier, warum er das tat und wie das ablief. Auch Ungaren waren nicht immer nur angepasst und brav, wie sie es in ihrer Heimat halt auch nicht waren – und manch ein Schweizer schnödete schon damals über das “Ausländerpack”.

Meist vergassen aber die Polterer, dass auch ein geflohenes Schlitzohr nicht aus lauter Spass geflüchtet ist, sondern vor einem totalitären Regime, Gewerkugeln oder vom Knast, in den er wegen seiner Überzeugungen geraten ist/wäre.

Antworten

Andreas Hobi | schweizweit.net April 17, 2008 um 15:31

Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass das Föteli im Gesundheitstipp “ge-photoshopt” wurde… :)

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synox April 28, 2008 um 00:34

das war dan auch mein letzer artikel von dir. feed entfernt.

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