Voll ins Schwarze getroffen

von Andreas Hobi am 7. April 2008

UPDATE: Ursprünglich gab es in diesem Artikel keine durchgestrichenen Passagen. Nachträglich habe ich mich jedoch dazu entschlossen, einige Wörter und Teile dieses Berichts durchzustreichen. Die Gründe hierfür findest Du im Kommentar mit der Nummer 26.

Er sei sich nicht bewusst gewesen, dass er etwas illegales tue und ich solle auf keinen Fall die Polizei rufen, dies sagte ein dunkelhäutiger Asylbewerber, welchen ich nicht nur beim Schwarzfahren, nein, sogar beim Missbrauch eines Fahrausweises erwischte.

Nichts Böses ahnend zeigte er mir im Zug zwischen Ziegelbrücke und Sargans sein persönliches Ostwind-Abonnement. Zumindest ging ich davon aus, dass es seines ist.

Zu jedem persönlichen Abo gehört auch eine Grundkarte. Dies kann ein Halbtax sein oder eine speziell am Billettschalter ausgestellte Karte mit Foto und Name / Adresse. Er behauptete jedoch, am Schalter weder ein Halbtax noch eine Grundkarte erhalten zu haben. Er hätte diese noch nie zeigen müssen.

Es sei kein Problem, sagte ich, wenn er mir keine Grundkarte vorweisen könne. In diesem Fall würde ich das Abo einfach mal einziehen und dann könne er mit einem Ausweis am Bahnschalter vorbei schauen und es sich wieder abholen. Bis dahin müsse er einfach immer schön brav Billette zum vollen Preis lösen.

Er meinte, dies sei nicht fair und ich solle ihn so fahren lassen. Nun kam der Punkt, an welchem ich ihn mit meiner Vermutung konfrontierte: “Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Abonnement nicht ihnen gehört. Entweder haben sie es von einem Freund “ausgeliehen” oder es ist gestohlen.”

Sowas würde er nie tun, meinte er.

Da ich immer noch keine Grundkarte sah, steckte ich das Abo ein und ging wortlos weiter. Er lief mir nach und fragte, ob ich wenigstens sein Gleis 7 akzeptieren würde. “Selbstverständlich”, sagte ich ihm. Ein Gleis 7 gilt für mich auch als Grundkarte.

Er zeigte es mir. Und siehe da: Die Kundennummer auf dem Abo stimmte nicht mit der auf dem G7 überein. Voilà! Voll ins Schwarze getroffen! Im wahrsten Sinne des Wortes.

“Jetzt haben Sie ein Problem.”, sagte ich ihm, steckte sein Gleis 7 gleich ebenfalls ein und verlangte einen Ausweis.

“Why? Why?! Why do you do this?!?”, gab er sich ganz erschrocken. Ich erklärte ihm, dass ich nun den Beweis habe, dass meine Vermutung stimmt. Er habe mir ein Abo vorgewiesen, das nicht ihm gehöre. Deshalb sei es nun eingezogen. Sein Gleis 7 sei ein Beweismittel und deshalb ebenfalls eingezogen. Und nun müsse er mir noch einen Ausweis zeigen, damit ich die Personalien erfassen könne.

Wenn er dies tue, könne er in den nächsten Tagen an einem Bahnschalter vorbei gehen und sein Gleis 7 zurück verlangen. Das Abo hingegen werde in die Zentrale geschickt und dort werde abgeklärt, wem es gehöre. Wenn er mir keinen Ausweis zeige, müsse ich die Polizei beiziehen, setzte ich ihn unter Druck. Dies wollte er natürlich nicht. (Aus welchen Gründen auch immer…)

Er gab mir seine Personalien an und ich schrieb eine Busse (CHF 100.- wegen Missbrauch; CHF 30.- Bearbeitungsgebühr; + Billettpreis Ziegelbrücke – Sargans). Und im Depot im Chur schrieb ich dann auch noch eine Meldung über den Vorfall, so dass der Herr entsprechend registriert ist.

Viel Aufwand für einen Idioten aus Eritrea, aber das gehört einfach zu meinem Job.

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deine Polizei » Blog Archive » Re: Man sollte Polizei und Geheimdienste zusammenlegen - Britische Polizei soll Zensurbehörde wer…
9. April 2008 um 23:05

{ 56 Kommentare… lies sie gleich hier unten oder schreibe einen }

Demian 29. April 2008 um 18:02

sehr interessant synox… wirklich! Stell dich erst mal vor oO

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Andreas Hobi | schweizweit.net 29. April 2008 um 20:17

@ Demian
Da er meinen Blog nicht mehr liest, wird er das wohl kaum mehr tun. (Er weiss ja nichts von Deinem Kommentar.)

PS: Dies war der erste Kommentar von “synox”. Keine Ahnung, um wen es sich dabei handelt. Ist War mit Sicherheit kein Stammleser.

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JeriC 19. Juli 2008 um 04:33

Hat sich “geklärt”. (War nicht so klug, vor einigen Monaten mit der IP, vollem Namen und Website einen Kommentar zu schreiben; und danach via Kontaktformular (IP wird mitgesendet), gefälschter / ungültiger Email und anonym eine Drohung zu schicken…)

Er hat sich nach meinem etwas scharfen Mail entschuldigt.

Hm, also jemand mit fester IP? Oder ist das vergeben von dynamischen IPs eine deutsche Spezialität (oder das Gegenteil, in der Schweiz einfach nicht verbreitet)?
Sorry für das OT, ist einfach eine reine Verständnisfrage.
Herzliche Grüße aus Deutschland!

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Andreas Hobi 19. Juli 2008 um 04:45

Ja, es war die exakt gleiche IP. Entweder hat er also eine feste IP oder aber sein Internetzugang (vielleicht WLAN) ist rund um die Uhr eingeschaltet.

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JeriC 19. Juli 2008 um 14:57

Achso :) Zumindest letzteres führt in Deutschland nicht zwingend zu einer gleichbleibenden IP, weil man nach ~24 Stunden automatisch getrennt und sofort wiederverbunden wird. Daher die meinerseitige Verwirrung :)

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jop 29. Juni 2009 um 16:24

linke und rechte sind das übel unserer gesellschaft.
doch das problem ist: die linken gelten immer noch als die guten. und das ist das gefährliche dran.. deshalb können sich auch faschoide menschen links nennen und danach frei schalten und walten. natürlich immer im namen des guten und gerechten.

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