
Herrlich, was Datninchen vom Spass-Bahn-Blog schreibt. Folgendes steht – laut Datninchen – im “Handbuch für Kontrolleure”:
Kontrollieren Sie sicherheitshalber jeden Fahrgast mehrmals. Am besten in einem Zeitfenster von 20 Minuten. Prägen Sie sich keine Gesichter ein. Jeder Fahrgast ähnelt dem anderen. Manche Farhgäste täuschen einen Sitzplatzwechsel vor, um Verwirrung zu stiften. Lassen Sie sich nicht dadurch beirren. Kontrollieren Sie um dem vorzubeugen am besten den ganzen Wagon noch einmal!
Jetzt wo es öffentlich ist, darf ich es ja sagen: Ja Datninchen, genau so steht es in unseren Weisungen. Wir dürfen uns nicht auf die Ehrlichkeit der Reisenden oder auf unser Gedächtnis verlassen. Deshalb kontrollieren wir die Fahrgäste immer und immer wieder.
Nein, das ist natürlich quatsch! ;o)
Es kann natürlich durchaus mal vorkommen, dass uns unser Gedächtnis im Stich lässt und wir von jemandem einen Fahrausweis verlangen, welchen wir bereits kontrolliert haben. Umgekehrt ist es natürlich auch möglich, dass wir jemanden übersehen. Grundsätzlich jedoch denke ich, dass wir ziemlich gut Bescheid wissen, wer wie lange schon in unserem Zug sitzt und wen wir bereits kontrolliert haben. Je nach Anzahl Fahrgäste könnten wir sogar noch sagen, ob der Kunde ein Generalabo, Billett, Tageskarte oder etwas anderes vorgewiesen hat. (Vorallem am späten Abend versuche ich mir die Destinationen der Fahrgäste zu merken, so dass ich ein Auge darauf werfen kann, dass niemand seinen Bahnhof verschläft und dann im Endbahnhof übernachten muss.)
Und wenn man trotzdem ein zweites Mal nach dem Billett gefragt wird? “Jänu denn halt…” Ist ja nicht weiter schlimm, oder? Ich rate jedem Fahrgast, das Billett an einer leicht zu erreichenden Stelle aufzubewahren, so dass man es mit einem Griff in den Händen hat. Damit erspart man vorallem sich selbst eine Menge (Such-)Stress und der Kondukteur kann seine Arbeit speditiver erledigen.
Ich persönlich ärgere mich ab und an über jene Fahrgäste, welche erst nach dem Fahrausweis zu suchen beginnen, wenn ich vor ihnen stehe. (Selbst dann, wenn sie mich schon länger gesehen habe, also bereits als ich in den Wagen kam.) Nur mal so ein Beispiel:
Angenommen wir befinden uns in einem Pendlerzug mit 150 Personen in der ersten und 400 Personen in der zweiten Klasse. Auf dem Zug sind zwei Kondukteure. Insgesamt also 275 Reisende pro Kontrolleur.
Würde nun jeder Fahrgast das Billett erst zu suchen beginnen, sobald wir vor ihm stehen, und würde dieses Suchen 10 Sekunden dauern (oft ist es mehr), dann verlören wir dadurch bei 275 Pendlern ganze 45 Minuten!
Dabei gebe es vielleicht in den noch nicht kontrollierten Wagen Personen, welche gerne noch eine Auskunft von uns hätten…
Wenn ich nun daran denke, dass es in Umfragen immer wieder heisst, die Kundeninformation der SBB lasse zu wünschen übrig… Mmh, ein Stück weit hängt es auch von den Kunden selbst ab, ob wir die Zeit finden, sie zu informieren.
Bild © (cc) celeste (flickr.com)
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Billette zeigen muss sein. Auch wenn es regelmässige Pendler nervt. Was den Pendler aber noch mehr nervt ist, wenn die Kontrolle leise und ohne Begrüssung in den Wagen schleicht und nur den am nächsten Sitzenden leise Grüezi sagt, Billette bitte.
Früher einmal kamen die rein und riefen laut und deutlich, für alle hörbar (ich meine nicht diejenigen mit dem Walkman oder Handi im Ohr): “Guten Tag miteinander, nächster Halt Bern, Ihre Billette bitte!” Dann hatte mach auch am anderern Wagenende Zeit, sein Billett hervorzuklauben.
Heute kommt es vor, dass ich ohne Kopfhörer plötlich gewahr werde, dass der Kondi vor mir steht. Dass es dann eine Verzögerung gibt, bis ich das Abo zeige, ist klar.
Natürlich, ich könnte es ja schon vorher einfach aufs Tischli legen, aber
a) vergesse ich es dann dort, und
b) kommt die Kontrolle oft nicht.
Gumbo
oft ist es auch so, dass reisende die lesen (ohne kopfhörer) sämtliche nebengeräusche ausschalten (müssen), damit sie sich auf die lektüre konzentrieren können.
somit wird auch das grüezi… ausgeschlossen.
Natürlich muss ich gumbo auch recht geben, dass nicht alle “laut” in den wagen kommen. manchmal wirds aber auch einfach vom lärmpegel im wagen verschlungen…
Betreffend Ticketzeigen: Ich hab im Leben sicher schon etwa 1000mal das GA gezeigt; wer kann es da einem übel nehmen, wenn man trotz der Aufforderung “Billette ab Olten bitte” einfach weiterhin in seine Zeitung oder seinen Bildschirm starrt – in der Hoffnung, dass der Kondi einfach weiter geht… man fährt ja schliesslich legal. Klappt bei mir auch meistens – einfach ja nicht aufschauen :)
Betreffend Kundeninfo: In Eurer Mitarbeiterzeitschrift lobte Chief Blumenthal kürzlich zwei vorbildliche Fahrgastinformierer. Der eine war… ein Lokführer! Wenn der Kondukteur offensichtlich zu viel zu tun hat, wieso kann – wie in diesem Beispiel – dann nicht der Lokführer einspringen? Klar – das ist nicht seine primäre Aufgabe, und er ist für Durchsagen wohl auch nicht speziell ausgebildet, aber offenbar wäre es ja möglich – und wird von oben auch ausdrücklich gelobt… ich hab das auch schon erlebt, allerdings erst 2-3mal in zig Jahren.
Eine Bahn (in der Servicewüste Deutschland..), die nicht einmal ein paar Euro aufbringt, um die Hochgeschwindigkeits-Strecke vor dem Betreten durch eine Schafherde durch einen simplen Zaun zu schützen, wie es andere Bahnen auch tun müssen, macht es sich nicht leicht, ihre Kunden zufriedenzustellen. Der Unfall des ICE hätte nämlich auch Tote fordern können.
Haha ab heute kann jeder kontrolleur auf mein billet warten ich muss auch im überfüllten zug stehen und noch dafür bezahlen dann kann ich auch noch ein wenig die angestellten dieses sbb saftladens schickanieren und ihnen so am frühen morgen den tag versauen.
@ Hans Meier:
Es kommt ab und zu (so 1 – 2 mal im Monat) vor, dass sich jemand so viel Zeit nimmt mit dem Zeigen des Billettes, wie du.
Das ist auch kein Problem. Ich lasse den Fahrgästen alle Zeit der Welt. Das Billett muss aber einfach vorgewiesen werden, bevor du den Zug verlässt. Und du musst damit rechnen, dass ich als Zugbegleiter in einem solchen Fall “zur Sicherheit” noch einen Kollegen und allenfalls die im Zug anwesende Bahnpolizei-Patrouille herbeirufe. Nur so, um auf Nummer sicher zu gehen. :)
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