Public Transport in Sydney

von Andreas Hobi am 26. Februar 2008 · 3 Kommentare

Dieser Artikel ist ein Teil der Serie “ÖV im Ausland” und wurde von Oliver Jaeschke geschrieben.

Der öffentliche Verkehr (public transport) in Sydney basiert auf Bahn (CityRail), Bus (Sydney Buses) und Fähre (SydneyFerries). Vom ehemaligen Tram Netzwerk ist nur gerade noch eine Linie wieder aufgebaut worden und die Mittel für das Tram sind nach der Olympiade versickert.

Sydney ertrinkt im privaten Verkehr. Wie bewegt man sich nun in Sydney, wenn man nicht mit dem Auto oder Taxi unterwegs ist? Das S-Bahn-System ist gut ausgebaut und die Züge verkehren in den Stosszeiten im Viertelstundentakt. Das Ticket kauft man sich am Automaten oder am Schalter und los geht die Reise. Im Zentrum wird das Ticket beim Ausgang bzw. Eingang durch den Automaten entwertet. In den kleineren Stationen sind die Perrons (platform) frei zugänglich.

Bus fahren ist etwas kompliziert: An den Haltestellen gibt es keine Linienpläne, sondern man muss wissen, welche Linie man in welche Richtung nehmen will. Auf dem ausgehängten Fahrplan steht nur, welcher Bus zu welcher Zeit hier abfährt. An den meisten Haltestellen muss man dem Bus ein Zeichen geben, dass man einsteigen will. Dies ist auch an den Bussen gross angeschrieben: „Signal the driver!“.

Ein Busticket geht über eine gewisse Anzahl Tarifabschnitte (sections), die jedoch niemand wirklich kennt. Alle steigen geordnet durch die vordere Türe ein und lösen ein Ticket oder stempeln ihre Mehrfahrtenkarte ab. Hier bekommt man immer das richtige Ticket und Ratschläge, wo man umsteigen muss. Erstaunlich ist die grosse Geduld der Fahrgäste: Da schaut niemand auf die Uhr und man hört kein „geht’s nicht schneller!“. Selbst in der Stosszeit nicht. Am Besten benutzt man für die Reiseplanung die Transport Infoline.

Die Fähren verbinden alle Häfen in der Bucht selber und auch den Parramatta River flussaufwärts. Sie sind unter Umständen die schnellste Verbindung. Gerade die Fähre nach Manly (bekannter Stadtteil mit einem berühmten Strand) fährt halbstündlich, und ist am Morgen und Abend mit Pendlern gefüllt. Am Wochenende ersetzen dann die Surfer die Pendler. Die Fähre dorthin hat circa eine halbe Stunde mit Bus und S-Bahn geht die Reise fast eine Stunde. Das Ticket für die Fähre löst man am Hafen selber oder im Schiff.

Tickets für Bus, Bahn und Fähre sind nicht ganz kompatibel. Falls man das Verkehrsmittel wechselt braucht man in der Regel ein neues Ticket. Tages- und Monatskarten sind aber für alle drei Verkehrsträger gültig. Eine einfache Fahrt auf der Fähre kostet ca. 5.60 A$, eine Reise mit dem Bus über zwei Sections kommt auf 2.70 A$, die Tageskarte für alle drei Verkehrsmittel kostet 15.60 A$ (Stand April 2007). Die Tageskarte ist die einfachste Lösung für Touristen, wenn man sich nicht zu viel mit den verschiedenen Tickets auseinandersetzen will.

Der ganze öffentliche Verkehr wird von der State Transit von New South Wales organisiert. State Transit ist auch dafür verantwortlich, dass die Gelder von Gemeinden und Bundesstaat sinnvoll für den öffentlichen Verkehr eingesetzt werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass S-Bahn und Fähre einfach zu benutzen sind. Der Bus verlangt einiges an Wissen und Nachforschung! Der Fahrplan von S-Bahn und Bus sind bei uns am Wochenende nicht so stark ausgedünnt wie in Sydney. Es kann am Wochenende auch passieren, dass die S-Bahn Linie einfach gesperrt wird, weil Unterhaltsarbeiten und Umbauten durchgeführt werden. Es wird dann zwar alles perfekt organisiert: alles ist signalisiert und Ersatzbusse stehen bereit. Mit Gepäck ist aber das Umsteigen dann doch immer sehr mühsam.
Falls man also in der Nähe des Zentrums von Sydney lebt, lässt sich ganz gut mit de öV leben. Wenn man aber etwas ausserhalb lebt, ist das Auto unverzichtbar!

Bilder © Oliver Jaeschke


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Gumbo Februar 26, 2008 um 16:25

Apropos Wochenend-Betrieb:
Bei vielen amerikanischen Vorortsbahnen fährt am Wochenende kaum ein Zug. Alle Dienste sind auf die Berufspendler ausgerichtet. Auch während des Tages sind die Fahrpläne dürftig.
Gumbo

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Sandra-Lia Februar 26, 2008 um 17:13

offenbar hat sich noch nix seit 2001, als ich da war, geändert ^^

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