Liebes Schweizer Fernsehen, es freut mich sehr, dass ihr immer mal wieder über die SBB berichtet. Beinahe immer beruhen diese Beiträge auf ausgezeichneter Recherche. (Kassensturz mal ausgenommen.)

Was ich nun aber in der 10vor10-Ausgabe vom Mittwoch, 20. Februar hören durfte, erstaunte mich dann doch sehr. Ich zitiere, was die Moderatorin Susanne Wille zu der zweiten Cisalpino-Panne sagte:

Jetzt zeigen Recherchen von 10vor10 Beunruhigendes: Offenbar sind die Probleme so gross, dass das SBB-Personal vor jeder Fahrt am Morgen die Cisalpino-Züge überprüfen, ob mit der Sicherheit auch wirklich alles in Ordnung ist.

Nun, es ist richtig, dass die Cisalpino-Züge jeden Morgen auf ihre Sicherheit geprüft werden. Das habt ihr ganz richtig gesagt. Was ihr jedoch verschweigt: Nicht nur die Cisalpinos, sondern auch alle anderen Züge werden vor ihrer ersten Fahrt (und teilweise auch während des Tages) auf ihre Sicherheit überprüft. Dabei achten wir vom Zugpersonal (Zugbegleiter, Lokführer) bzw. die Visiteure unter anderem darauf, ob die Bremsen in Ordnung und die Wagen korrekt gekuppelt und miteinander verbunden sind. (Luftschläuche, Strom- und Datenkabel etc.)

Euer Cisalpino-Beitrag suggeriert dem Zuschauer leider, dass wir diese Kontrollen machen, weil die SBB-Züge unsicher, ja fast schon gefährlich sind. Dies ist nicht der Fall; man kann die SBB-Züge mit gutem Gewissen als sicher bezeichnen. Dies gilt im Übrigen auch für die Cisalpino-Züge. Zwar lässt ihre Zuverlässigkeit zu wünschen übrig und sie fallen (im Vergleich zu anderen Zügen) überdurchschnittlich oft aus, doch dies heisst nicht automatisch, dass sie deswegen ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Bild © (cc) afritzse (flickr.com). Bearbeitung durch Andreas Hobi / schweizweit.net