Herr Andreas Meyer, ich hätte da mal ‘ne Frage…

von Andreas Hobi am 15. Februar 2008 · 8 Kommentare

Vor einem Jahr gründete der Deutsch-Inder Caveh Valipour Zonooz zusammen mit Alexander Puschkin die Firma Direktzu. Dank dieser Firma soll es in Zukunft möglich sein, mit den Mächtigen dieser Welt zu kommunizieren.

Direktzu

Hintergrund

Angefangen hat alles mit der Website direktzurkanzlerin.de. Die Benutzer können dort Fragen an die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel stellen, die dann – in ihrem Namen – vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung beantwortet werden. Selbstverständlich hat das Amt nicht genügend Kapazitäten, um alle Fragen zu beantworten. Deshalb beschränkt es sich auf die drei beliebtesten Fragen. (Jeder Benutzer der Website kann die Fragen mit “+” oder “-” bewerten.)

Inzwischen hat die Firma Direktzu dieses Konzept auch im amerikanischen Wahlkampf erfolgreich angewandt. Auf straight2thecandidates.com können Fragen an folgende (teilw. ehemaligen) Präsidentschaftskandidaten gestellt werden:

Straight2theCandidates.com

Auf beiden Websites – in Deutschland wie auch in Amerika – können die Benutzer Fragen an die entsprechenden Personen richten. Auch Videobotschaften sind möglich. Wem keine Frage einfällt, der kann auch einfach nur die Fragen der anderen Teilnehmer bewerten.

Meine Überlegung

Wenn man mich fragt, kann dieses System nicht nur in der Politik, sondern auch in Unternehmen benutzt werden. Sei dies nun in der internen, oder auch in der externen Kommunikation – es gibt viele Möglichkeiten.

Ich denke nicht, dass die SBB in naher Zukunft etwas ähnliches in der externen Kommunikation, sprich mit den Kunden und der Bevölkerung auf die Beine stellen wird. In der internen Kommunikation hingegen sieht es schon ein wenig anders aus; dort könnte ich es mir sehr gut vorstellen.

Herr Verwaltungsratspräsident, ich möchte Sie gerne etwas fragen…

Eine Möglichkeit wäre, dass man im SBB-Intranet Fragen an die einzelnen Geschäftsleitungsmitglieder stellen kann. Die Fragen können von den anderen Mitarbeitern bewertet werden und wöchentlich wird die am besten bewertete Frage an die entsprechende Person weitergeleitet. Dies würde bedeuten, dass folgende Personen wöchentlich je eine Frage beantworten dürften:

  • Thierry Lalive d’Epinay (Verwaltungsratspräsident)
  • Andreas Meyer (CEO)
  • Paul Blumenthal (Leiter Personenverkehr)
  • Nicolas Perrin (Leiter Cargo)
  • Hansjörg Hess (Leiter Infrastruktur)
  • Claude Alain Dulex (Leiter Corporate Finance & Controlling)
  • Markus Jordi (Leiter Personal)

Was das bringen soll? Es schweisst das Unternehmen zusammen. Die Mitarbeiter würden sich mehr als “Teil eines Ganzen” fühlen und weniger Grenzen zwischen “uns hier unten und denen da oben” sehen. :)

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kusito Februar 15, 2008 um 15:15

ich habe auch ne frage, ehm eine bitte oder doch mehr ein verlangen?

wann führt ihr auf den perrons raucherzonen ein! ich bin sehr tolerant als nichtraucher aber die ewige im rauch stehen beim auf den zug warten nervt gewaltig!

tip: nach deutschland schauen dort ist die lösung auf jedem perron zu sehen!

Antworten

Ralf Februar 15, 2008 um 15:45

Eine Frage an Ihren Ageordneten? Bitte: http://www.abgeordnetenwatch.de/
Gilt nur für deutsche Landtage und dem Bundestag.

Antworten

Andreas Hobi | schweizweit.net Februar 15, 2008 um 18:05

@ kusito:
Wäre ich auch absolut dafür!

@ Ralf:
Vielleicht gibt es dies auch mal für die Schweizer Kantons-, National- und Ständeräte. :)

Antworten

Peter Februar 16, 2008 um 21:41

Zum Thema Meinungsäusserung gegenüber den Vorgesetzten / Politikern passt dieser Link. In erfolgreichen Unternehmen haben die Mitarbeiter Ziele, können in ihrem Umfeld selber Entscheidungen fällen und werden von ihren Vorgesetzten erhört. Ich kann dieser Aussage aus eigener Erfahrung absolut beipflichten.

@kursito
Ich als Raucher hasse diese Raucherzonen in Deutschland und bin froh, dass die SBB noch nicht auf diese Idee gekommen ist. Ich bin für Nichtraucherzonen zu haben solange es Zonen sind und keine Punkte.

Antworten

Gumbo Februar 27, 2008 um 12:01

Kusito
Ich reise oft in Deutschland. Dort ist schon lange an allen Bahnhöfen auf dem gesamten Areal allgemeines Rauchverbot. Nur an designierten Rauchplätzen, die mit Hinweistafel und Aschenbecher markiert sind, darf geraucht werden.
WAS hindert denn die SBB daran, es gleich zu handhaben? Ist denn der (zu einer Minderheit gehörende) Raucher so heilig?
Ich bin zwar kein Freund der Mehdorn-Politik dort “draussen”, aber was diese Thema angeht, hat die DB Vorbildfunktion.
Vermutlich wird die rückständige Schweiz das letzte Land Europas sein, das seine Nichtraucher-Mehrheit ernst nimmt.
Gumbo

Antworten

Peter Februar 27, 2008 um 21:30

@Gumbo: Du hast die Rechnung ohne die Spanier gemacht. Die reiten zwar offiziel auch auf der EU-Nichtraucher-Welle, setzen sie aber nicht um. Es heisst da zum Beispiel “In Restaurants, Bars, Nachtclubs etc. darf nicht geraucht werden.” und im Nebensatz steht “Wenn der Bereich für die Gäste kleiner als 10 m2 ist, kann der Betreiber wählen ob er Rauchen zulassen will oder nicht.” Bis jetzt habe ich bis auf einige Hotels kein Restaurant, Bar etc. gefunden, die grösser als 10 m2 ist. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die ganze Nichtraucherwelle eine Hetzkampagne ist. Andere gesundheitsschädigende Aktivitäten oder Dinge, die andere Leute stören werden nie mit dieser Hektik behandelt wie das Rauchen. Mir scheint, das ganze ist von Amerika herübergeschwappt.

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Gumbo Dezember 10, 2008 um 13:46

Amerika gut oder schlecht – aber solche Ideen sind gut und sind es wert, nachgeahmt zu werden.
Will ich wirklich ein gutes Essen im Restaurant von Rauchgestank einer arroganten Minderheit der Gäste vermiesen lassen?

Antworten

Peter Dezember 11, 2008 um 06:22

>> arroganten Minderheit
Schön, dass ein intolerante Nichtraucher mir unterstellt, dass ich arrogant bin. Ich habe ja nichts gegen ein Speisrestaurant, wo nicht geraucht wird. Ich habe nur etwas dagegen, dass die Nichtraucher vorschreiben, wie ein Restaurant oder eine Bar auszusehen hat.

Ich habe mich schon als Kind nie an rauchenden Leuten an einem Tisch gestört, obwohl meine Eltern nicht rauchen. Andere Kulturen / andere Sitten: In Asien wird oft gequalmt, getrunken und gegessen, alles miteinander.

Wie so lässt man hier nicht den freien Markt spielen? Wenn das Nichtraucherrestaurant so eine tolle Idee ist, weshalb wird sie nicht auf freiwilliger Basis umgesetzt. Wieso kann der freie Markt da nicht spielen? Diese Idee kommt auch aus Amerika und scheint bei diesem Thema ignoriert zu werden.

übrigens 1: Panikmache und Phobien kommen auch aus Amerika.

übrigens 2: Die Restaurants / Bars haben mehr Umsatz gemacht, als man noch rauchen konnte. Wenn der Nichtraucher am Schluss vor verschlossener Tür steht hat ihm die Kampagne nichts gebracht.

P.S. ich gehöre zu den Gegnern der folgenden Minderheiten:

a) Leute, die für die Verteilung von Hundekot auf Bügersteigen und in landwirtschaftlich genutzten Flächen sorgen.

b) Leute, die einen Kaugummi kauen und nicht ordentlich entsorgen

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