Singapur: Gratis Internet im Bus, im Flughafen und an anderen Orten
asien, singapur February 7th. 2008, 14:11WLAN bei der SBB? Darüber kann man in Singapur nur lachen, denn dort ist man schon viel weiter: In den Linienbussen gibt es Netzzugang für jeden.

Das Busunternehmen SBS Transit testet den drahtlosen Internetzugang zusammen mit der Regierung und dem finnischen Unternehmen Nokia, welches jüngst in Deutschland in die Schlagzeilen geraten ist. Während man in Deutschland nun darüber nachdenkt, Nokia-Handys zukünftig links liegen zu lassen, hat man in Singapur viel Freude am Milliarden-Konzern.
Zwölf Buslinien wurden bisher mit dem “rollenden Internet” ausgestattet und es sollen bald noch mehr werden. Bloggen im Bus, Mails abrufen während man zu Bekannten fährt und fahrend Nachrichten lesen. In der 4-Millionen-Metropole Singapur ist dies bereits heute Realität.
Um ein wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort zu sein, hat die Regierung das Projekt “Intelligent Nation 2015″ auf die Beine gestellt. Die Stadt soll in 7 Jahren der “asiatische Kommunikations-Hotspot” schlechthin sein. Nebst den Internetbussen gibt es zahlreiche kleinere Projekte, welche alle das gleiche Ziel ansteuern. So werden zum Beispiel bereits die 9jährigen in “Infocomm Clubs” auf die digitale Zukunft vorbereitet. Senioren lernen in “Silver Infocomm Junction”-Zentren, wie sie ihren Kindern und Enkeln Mails schreiben und mit ihnen chatten können. Auch Behördengänge via WWW sind in Singapur keine Utopie mehr.

Ach ja, übrigens: Der Internetzugang im Bus, Flughafen, Hafen und an anderen Orten ist (vorerst im Moment) vollkommen kostenlos. Eine Registrierung ist nicht nötig. Die Zukunft hat in Singapur gestern schon begonnen. Der Westen hinkt meilenweit hinterher.
Bald geht der WISEPORT (WIreless broadband access for SEaPORT) in Betrieb; dann können die Handelsschiffe im Singapurer Hafen online Daten untereinander und mit ihren Kunden an Land austauschen. Über Online-Telefonie können diese sogar miteinander telefonieren.
Doch es gibt auch Gegner dieser Entwicklung. Zu diesen gehören zum Beispiel vereinzelte Hotels. Sie nehmen viel Geld damit ein, ihren Kunden ein teures WLAN zur Verfügung zu stellen. Deshalb sind sie alles andere als an einem kostenlosen Netz interessiert. Ihr Umsatz würde einbrechen, sagen sie.
Doch über kurz oder lang können auch sie sich nicht vor dem Fortschritt drücken.
(via stern.de)
Bild 1 © (cc) agagax (flickr.com)
Bild 2 © (cc) singapor3 (flickr.com)
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