Chur - Die Alpenstadt Chur ist immer mal wieder einen Besuch wert, findet Tagesanzeiger-Journalist Antonio Cortesi in seinem Artikel “Wer auf der Gasse säuft, soll gebüsst werden”. Wie es der Titel schon verrät, handelt sein Artikel nicht hauptsächlich von den positiven Seiten Churs, sondern er spricht damit in erster Linie das verschärfte Gesetz an, über welches einige Medien schrieben: Wer nach Mitternacht im Freien Alkohol konsumiert, soll 50 Franken Busse zahlen.

Bevor ich nun darüber schreibe, weshalb man die älteste, wärmste und meiner Meinung nach auch schönste Stadt der Schweiz unbedingt mal besucht haben muss, ein paar Worte zum Polizeigesetz.

Um was geht’s?

Jedes Wochenende pilgern Tausende von Partytigern und -katzen ins bündnerische Chur. Ein Grossteil dieser Pilgerer sind Jugendliche, welche sich dann vorallem in den Locations der Altstadt aufhalten. Sogar für St. Galler und Zürcher soll Chur als Vergnügungsmekka ein Begriff sein, schreibt Cortesi.

Diese enorme Zahl an Jugendlichen bringt die Ordnungskräfte jedes Wochenende ins Schwitzen; Lärm, Dreck, Vandalismus und Schlägereien sind an der Tagesordnung.

Nun wollen die Behörden durchgreifen und sie haben das wohl schärfste Polizeigesetz der Schweiz auf die Beine gestellt. Am 24. Februar wird das Volk über das Paket mit folgenden Punkten abstimmen:

  • Wegweisungsartikel
  • Videoüberwachung auf Plätzen und in Pärken
  • Datenschutz
  • Strafe für Wegwerfen von Abfällen (Littering)
  • Suchtmittelfreie Zonen (Kein Nikotin, Alkohol etc auf Schulhöfen und in Kindergärten)
  • Erhebung von Ordnungsbussen auf der Stelle
  • Verbot von Alkohol-Konsum auf öffentlichem Grund zwischen 00:30 und 07:00 Uhr

Der Churer Polizeikommandant Ueli Caluori relativiert bezüglich dem letzten Punkt jedoch sogleich: “Zu einer “Jagd nach Jedem, der auf einer Parkbank ein Bierchen trinkt” wird es nicht kommen.” Nun, ich denke, dies wäre auch nicht im Sinne des Erfinders. Es geht einzig und alleine darum, Kollektiv-Besäufnisse zu verhindern und damit den Lärm zu reduzieren. Ich wohne in der Churer Altstadt und spreche aus Erfahrung, wenn ich sage: Am Wochenende ist es beinahe unmöglich, mit offenem Fenster zu schlafen.

Nun gut, ich habe mir meine Wohnung ja schliesslich selbst ausgesucht und darf mich deswegen auch nicht beklagen. :)

Kommen wir nun aber zu den positiven Seiten dieser wunderschönen Stadt:

Weshalb Chur einen Besuch wert ist

Antonio Cortesi schreibt dazu zum Beispiel:

Die 35,000 Einwohner zählende Bischofsstadt hat einen wunderschönen, sehr gepflegten historischen Kern. Man kann flanieren, ausgiebig shoppen und noch ausgiebiger essen und trinken. Denn Chur, wissen die Einheimischen, hat die grösste Beizendichte der Schweiz. Es gibt sage und schreibe 240 Gastrobetriebe, und besonders hoch ist die Konzentration im Welschdörfli, der Vergnügungsmeile am Rande der Altstadt, wo auch etliche Rotlicht-Etablissements für Betrieb sorgen – fast wie an der Zürcher Langstrasse.

Ausserdem sei Chur die “Stadt der Lebensfreude”, mit einem “Charme, der die Nähe zum mediterranen Süden” verrate. Die weltoffenen Metropole mit einer direkten TGV-Verbindung nach Paris nennt sich selber “Die Alpenstadt” und ist statistisch (meteorologisch) gesehen die wärmste Stadt der Schweiz.

Wer sich von Chur mal “ein Bild machen” will, findet auf dieser Karte 16 Kameras (nicht live) mit einer 360°-Grad-Rundumsicht:

Stadtplan Chur Kameras

Und hier noch ein paar interessante Fakten zu Chur:

  • Das Gemeindegebiet erstreckt sich von 600 m ü.M. bis über 1,800 m ü.M.
  • 50% der Fläche der Stadt Chur ist bewaldet
  • Die Mehrheit der BewohnerInnen der Stadt Chur ist weiblich :)
  • Chur ist die älteste Stadt der Schweiz (11,000 Jahre alte Funde)
  • Chur hat die höchste Beizen-Dichte der Schweiz (1 Gastrobetrieb auf 146 Einwohner; insgesamt 240 Betriebe auf 35,000 Einwohner)
  • Chur hat über 500 Geschäfte und Läden & einen eigenen Tier- und Freizeitpark
  • Chur hat eine eigene Luftseilbahn direkt aus der Stadt