Künftig verkaufen die Geschäfte in den SBB-Bahnhöfen ab 22:00 Uhr keinen Alkohol mehr. Schon seit längerem wurde darüber gesprochen und vermutlich brauchte es unzählige Meetings, bis man zu diesem Entschluss kam.

Die SBB wollte dem Treiben schon seit einiger Zeit nicht mehr zuschauen: Vorallem am Freitag- und Samstagabend verunstalteten Jugendliche die Bahnhöfe mit Bierflaschen, Scherben, Getränkekartons / -kisten und teilweise (nach erfolgtem Konsum des Alkohols) mit ihrem Mageninhalt.

Die Bahnhofsläden jedoch machten sich aus verständlichen Gründen immer für einen Alkohol-Verkauf stark. Die Umsätze, welche sich an den Ausgeh-Abenden mit Alkohol machen lassen, sind gigantisch. Schweizweit wird es um hunderttausende von Franken gehen, jedes Wochenende.

Ich sehe dies jeweils, wenn ich am Coop Pronto im Churer Bahnhof vorbei gehe: An einem Freitag- oder Samstagabend machen die Jugendlichen einen Grossteil der Kundschaft aus. Und die meisten dieser Jugendlichen beschaffen sich Alkohol.

Nun dreht die SBB den (Ausschank-)Hahn zu: Ab 1. April 2008 wird die neue Regelung umgesetzt. Einzelne Läden haben immerhin noch eine Übergangsfrist bis Ende Mai. Somit steht fest: An der Euro08 gibt es ab 22:00 Uhr keinen Alkohol mehr in SBB-Bahnhöfen.

Das restliche Sortiment wird selbstverständlich auch ab 22:00 erhältlich sein. Bars, Restaurants und andere Gastronomiebetriebe in Bahnhöfen dürfen alkoholische Getränke weiterhin während der gesamten Öffnungszeit ausschenken.

Mit diesem Entscheid nimmt die SBB Umsatzeinbussen und weniger Mieteinnahmen (teilweise ist die SBB am Umsatz der Geschäfte prozentual beteiligt) in Kauf. Der SBB ist der Jugendschutz und die Sicherheit der Reisenden wichtiger als kurzfristig zu erzielende Einnahmen. Ausserdem dürfte sich dieser Entscheid positiv auf den Reinigungsaufwand auswirken.

Medienmitteilung der SBB

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