WEF 2008: Scharmützel an der Anti-WEF-Demo und erste WEF-Teilnehmer unterwegs nach Davos

von Andreas Hobi am 19. Januar 2008 · 1 Kommentar

Zeitgleich mit der unbewilligten Anti-WEF-Demo in Bern reisten heute rund 90 WEF-Teilnehmer mit meinem Zug von Zürich nach Landquart und danach mit der Rhätischen Bahn weiter nach Davos.

Da diese Leute alle von Genf her kamen, handelte es sich vermutlich um Mitarbeiter des World Economic Forum, welches seinen Sitz bekanntlich in der zweitgrössten Stadt der Schweiz hat. (Cologny bei Genf) Diese Fahrgäste waren erstaunlich jung (kaum jemand über 40) und natürlich reisten sie standesgemäss mit WEF-Spezialfahrkarten in der 1. Klasse.

Abgesehen von diesen WEF-Mitarbeitern waren gerade noch etwa 30 weitere Personen in der Ersten Klasse. Vermutlich wird es auch in den nächsten paar Tagen sowie in den Tagen nach dem WEF so sein, dass zwischen 50 und 75% aller Erstklass-Reisenden im Zug WEF-Teilnehmer sind. Ein lukratives Geschäft für die SBB und die Rhätische Bahn. :)

Wie ich in einem Kommentar zur heutigen Demo schon schrieb, ist das World Economic Forum für Davos, Graubünden und die Schweiz eine äusserst lukrative Sache. Hier eine kleine Aufstellung:

Kosten (Sicherheit, Polizei, Armee etc)

Ausgaben Gemeinde Davos: 1.25 Millionen Franken
Ausgaben Kanton Graubünden: 2.5 Millionen Franken
Ausgaben Bund: 3.75 Millionen Franken

(Hinzu kommen 2.5 Millionen Franken an Sicherheitskosten, welche das WEF selbst trägt.)

Einnahmen (wirtschaftliche Gesamtumsätze 2004, kumuliert)

Davos: 23 Millionen Franken
Graubünden: 24 Millionen Franken
Schweiz: 42 Millionen Franken

(Datenquelle: Institut für öffentliche Dienstleistungen und Tourismus der Hochschule St. Gallen unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Bieger über die wirtschaftliche Bedeutung des WEF, 2004)

Uns bleibt also ein Gewinn von rund 34.5 Millionen Franken.

Dieser Gewinn wird einzig geschmälert durch die Ausgaben für die Polizeieinsätze und Sachschäden rund um die Anti-WEF-Krawalle. Auch wenn es so aussieht, als hätte die Polizei heute in Bern schlimmeres verhindern können, entstand doch ein bezifferbarer Sachschaden.

Anti-WEF-Demo Bern 2008

Ich persönlich rege mich von Jahr zu Jahr mehr auf über diese Idioten, welche nicht einmal wissen, gegen was sie hier eigentlich demonstrieren. Nur zu gut erinnere ich mich noch an eine Tele-Südostschweiz-Reportage über eine Anti-WEF-Demo in Chur: Der Demonstrant wurde vor laufender Kamera gefragt, für was die drei Buchstaben “WEF” eigentlich stehen. Er wusste gerade einmal, dass das “W” für “Welt” steht… (Ja, er hat tatsächlich “Welt” gesagt, nicht “World”, aber dies ist ein Detail.) Bei der nächsten Frage, worüber am WEF denn debattiert werde, lief der Demonstrant (Anti-WEF-Parolen schreiend) davon. Anscheinend wusste er keine Antwort.

Jetzt mal ehrlich: Diesen Chaoten geht es doch schlussendlich nur darum, dass sie alles kurz und klein schlagen können. Denen geht es nie und nimmer um das WEF. Die laufen einen ganzen Nachmittag lang in einer Anti-WEF-Demo durch die Strassen Berns und demonstrieren gegen die Globalisierung, und am Abend gehen sie zusammen in den McDonalds und stopfen sich mit BigMacs voll. Für solche Leute habe ich echt nur Spott und Hohn übrig und selbst das ist noch zuviel.

Bild / Video © Maurice Thiriet / 20min.ch


Zum ersten Mal hier? Hat dir der Artikel gefallen?
Wir möchten dir gerne die 10 besten Artikel von schweizweit.net senden! Bestimmt ist dort auch für dich etwas interessantes, spannendes oder amüsantes dabei.
Jetzt anmelden

{ 1 Kommentar… lies ihn unten oder schreib selbst einen }

Peter Januar 19, 2008 um 22:41

Das waren noch Zeiten: 1993 war ich gerade mit der Prüfung der neuen Lokomotiven für die Rhätische Bahn beschäftigt. Wir hatten uns in Davon eingerichtet, wo natürlich auch das WEF stattfand. An einem Samstag ging ich Ski fahren und als ich zurückkam und gerade mit den Skiern auf dem Buckel zwischen den geparkten Autos die Strasse überqueren wollte, kam gerade die Konvoi mit Ghadafi die Promenade herunter. Ich sah ihn durch die Scheiben des Wagens. Heute kaum mehr vorzustellen.

Antworten

Schreib einen Kommentar

Vorheriger Artikel:

Nächster Artikel: