Anti-WEF-Demo

Alle Jahre wieder fährt die SBB die WEF-Chaoten zu ihren Saubannerzügen. Morgen demonstrieren sie in Bern und St. Gallen gegen das nächste Woche stattfindende WEF.

Ich habe rein gar nichts gegen Globalisierungsgegner, welche ihre Anliegen in friedlichen Demonstrationen und Veranstaltungen darlegen und konstruktiv Kritik am WEF üben.

Was jedoch morgen mit hoher Wahrscheinlichkeit in Bern und St. Gallen geschehen wird, kann ich nicht akzeptieren. Es wird zu Sachbeschädigungen und zu einem Polizeieinsatz auf Kosten der Steuerzahler kommen, davon ist leider auszugehen. Die Organisatoren haben ausdrücklich KEINEN Aufruf zum gewaltlosen Protest gemacht. Wir dürfen gespannt sein. Die Bewohner der Berner Altstadt und die St. Galler tun mir jetzt schon leid.

Die Demo in Bern wurde bewilligt, die Auflage war unter anderem, dass die Organisatoren einen eigenen Sicherheitsdienst bereitstellen. Direkt nach Bekanntgabe der Bewilligung teilten die Linken jedoch mit, dass sie dies nicht tun werden. Ausserdem wurde gleich nochmals betont, dass es keine Garantie auf Gewaltverzicht gäbe. Politiker aller Parteien forderten daraufhin einen Rückzug der Demo-Bewilligung und ein hartes Vorgehen der Polizei gegen die Chaoten. Gestern Abend nun wurde die Demo-Bewilligung zurück genommen, woraufhin die Organisatoren zu einer unbewilligten Demo und zu Nachdemonstrationen aufriefen. Sie betonten dabei, dass nun mit Ausschreitungen gerechnet werden müsse.

Vor einigen Wochen noch ging ich davon aus, dass nach dem Verschwinden des linksextremen Berner Stadtrats Daniele Jenni die führende Kraft der Chaoten fehlt. Leider hat ein gewisser Giovanni A. Schumacher (Bündnis für globalen Widerstand) die Position Jennis eingenommen. Hoffen wir, dass auch er nicht allzu lange in der Lage sein wird, die Chaoten anzuführen.

Giovanni A. Schumacher (Fashion)

Giovanni “Fashion” Schumacher ist der Polizei sehr wohl bekannt, wie er in diesem Interview stolz erzählt. Hier ein paar Auszüge davon:

  • Unsere Militanz kam aus dem Bauch. Wir klauten zum Beispiel in der Migros (…) für tausende von Franken, immer wieder rein und raus.
  • Als dann später während dem Kampf ums AJZ die Schmier hoch aufgerüstet eingefahren ist, haben wir zum ersten Mal die Staatsgewalt erlebt und impulsiv darauf reagiert. Ich war der Erste, der kriminalisiert wurde, weil die Bullen meinen Namen hatten und weil ich für sie schon der Rädelsführer der Ästhetikgruppe gewesen bin. Meistens bin ich vor oder nach den Demos verhaftet worden.
  • Wenn wir mit dem Polizeidirektor reden wollten, sind wir einfach in sein Büro gegangen: Da sind wir, und sie müssen mit uns reden! Dann kam meistens die Schmier.
  • Ich war immer wieder in Untersuchungshaft. Alle Urteile, die ich aus dem Jahr 1980 hatte, habe ich bis 1985/86 weitergezogen. Ich hatte sie deshalb noch gar nicht abgesessen ausser in Form von Untersuchungshaft. Ich war also immer wieder tagelang im Knast. 1983 wurde ich offiziell ausgeschrieben, weil ich abgetaucht war.
  • Wir schlagen alles kurz und klein.

Jetzt will mir doch wohl niemand angeben, dieser Mann wolle eine friedliche Demo? Auch für die nächste Woche hat Schumacher “Aktionen” angekündigt. Diese sollen nach seinen Angaben “spassig und kreativ” sein. Naja, hoffen wir mal, dass nicht nur die Chaoten “Spass” haben.

Anti-WEF-Demo

Die Homepage des Bündnis Globaler Widerstand trägt übrigens den bezeichneten Namen: bloodywef.__ (Blutiges WEF)

Zum Schluss noch eine Aussage von Giovanni Schumacher, die er am vergangenen Mittwoch in Bern vor den Medien machte:

“Wir werden uns nicht von militanten Aktionen distanzieren.”

Na dann, gute Nacht.

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Bilder © Schweizer Fernsehen SF / 10vor10