Die Welt, wie wir sie noch nie gesehen haben!


Was zeigt dieses Bild oben? Es zeigt die Welt aus der Sicht der exportierten Fahrzeuge (Lastwagen, Velos, Motorräder, Mopeds, Züge, Busse, Schiffe, Flugzeuge; ohne Autos). Die Grösse der einzelnen Länder wurde dabei proportional zum Wert der exportierten Fahrzeugen verändert. (Gemeint sind Netto-Exporte, also Exporte minus Importe.)

Interessant dabei: Nur 27 der erfassten 200 Länder haben überhaupt einen Fahrzeug-Netto-Export. Die grössten Exporteure sind dabei: Japan, Deutschland, Frankreich und Korea. Wenn Peter Spuhler mit seiner Stadler Rail weiterhin so tolle Zuwachsraten verzeichnet, zählen wir vielleicht auch bald dazu. :) In Südasien, im Mittleren Osten, in Zentral-Afrika und im Südosten Afrikas gibt es keine Länder mit Fahrzeug-Netto-Exporten.

Kommen wir nun mal weg von der Export / Import-Geschichte und befassen wir uns mit der Nutzung dieser Fahrzeuge. Die nächste Grafik zeigt die Pendlerzeit der verschiedenen Länder an:

Wie wir sehen, wird vor allem im asiatischen Raum lange gependelt. Durchschnittlich 35.5 Minuten braucht ein Thailänder, um zur Arbeit zu gelangen. Dabei wird jegliche Art von “Pendeln” angerechnet: Zu Fuss, mit dem Bus, Auto, Schiff, Zug, Velo etc. Wenn man alle Thailänderinnen und Thailänder zusammenrechnet, kommen sie auf eine tägliche Pendeldauer von sage und schreibe 37 Millionen Stunden! (Über 4,220 Jahre.)

An zweiter Stelle folgt Kenia mit 26.8, gefolgt von Algerien mit 26.5 Minuten.

Die Schlusslichter bilden Länder wie Bosnien (5.7), Peru (3.8) und Malawi (2.2). In Westeuropa wird durchschnittlich rund 15 Minuten gependelt. (Schweiz 17 Minuten; Deutschland 15 Minuten; Österreich 14 Minuten)
Vergessen wir nun mal den Individualverkehr und konzentrieren uns ausschliesslich auf den Öffentlichen Verkehr. Wieviele Prozent der Einwohner eines Landes gehen mit dem Öffentlichen Verkehr zur Arbeit?:

Weltweit nutzen 35% aller Arbeitnehmer den öffentlichen Verkehr, um zur Arbeit zu gelangen. Inbegriffen sind dabei Busse, Trams, Züge und Minibusse. Sprich: Transportmittel, welche durch Bezahlung eines Fahrpreises benutzt werden können. Hingegen werden Taxis, Fähren, Rikschas und Tiere nicht zum öffentlichen Verkehr hinzugezählt, selbst wenn dort Fahrpreise bezahlt werden.

Am stärksten wird der ÖV in Bosnien genutzt. Dort benutzen ihn 47% der Menschen um zur Arbeit zu gelangen. Wenn man bedenkt, dass nicht mal die Hälfte der Bosnier arbeiten geht, heisst das, dass nahezu jeder Arbeitnehmer für den Arbeitsweg den öffentlichen Verkehr nutzt.

An zweiter und dritter Stelle folgen Armenien mit 44% und Russland mit 43%. Gar nicht genutzt wird der ÖV in Kambodscha.

Nach der Arbeit kommt das Vergnügen. Wohin reisen wir am liebsten?:

Die Grafik oben zeigt: Westeuropa ist äusserst beliebt! 46% aller internationalen Reisen führen nach Westeuropa. Am anderen Ende der Skala liegt Zentralafrika, wohin nur 0.1% aller Reisen führen. (In dieser Statistik wurden nur internationale Reisen berücksichtigt. Reisen innerhalb des eigenen Landes wurden nicht gezählt.)

Pro 100 Einwohner verzeichnet der westliche Teil Europas rund 80 internationale Touristen. Ganz oben auf schwingt dabei Andorra mit 4,548 Gästen pro 100 Einwohner.

Woher kommen alle diese internationalen Touristen? Wie nicht anders zu erwarten, kommt ein Grossteil aus… Westeuropa:

Wenn man jedoch nicht die einzelnen Kontinente sondern nur die Länder miteinander vergleicht, liegt kein westeuropäisches Land vorne sondern eine kleine karibische Inselgruppe: Antigua & Barbuda. Jeder Einwohner dieser Inseln verreist jährlich im Schnitt 3.66 mal ins Ausland. (Vermutlich vorallem auf die benachbarten Inseln.) Danach folgen die Tschechische Republik mit 3.35, Estland mit 1.51 und die Schweiz mit 1.5 Auslandreisen pro Person und Jahr.

Wenn wir ins Ausland verreisen, geben wir auch Geld aus. (Zumindest ich mache das so…) Wieviel Geld geben die einzelnen Nationalitäten auf ihren Reisen aus?:

Die Luxemburger geben auf ihren Reisen am meisten Geld aus: 6,005 US$ pro Jahr. Auf Platz 3 liegt Österreich mit 1,562 US$ und auf Platz 8 kommt die Schweiz mit 1,312 Dollar pro Kopf. Ganz am hinteren Ende der Liste liegt Afghanistan mit gerade einmal 4 Cents pro Kopf und Jahr.

Ein Einwohner Afghanistans hat eine Lebenserwartung von 43 Jahren. So gesehen gibt ein Luxemburger pro Jahr für seine Reisen soviel aus, wie 3,491 Afghanen in ihrem ganzen Leben beziehungsweise er gibt soviel aus, wie die Einwohner einer afghanischen Grossstadt (über 150,000 Menschen) in einem Jahr. (Ich bin mir nicht sicher, ob es überhaupt Grossstädte gibt in Afghanistan…)

Nach dem Abstecher in den Tourismus-Bereich kommen wir nun aber wieder zurück zum eigentlichen Thema dieses Blogs: Die Eisenbahn.

Jährlich werden weltweit über 2.2 Trillionen Kilometer mit der Bahn zurückgelegt. Rund 20% davon in Indien, ebenfalls 20% in China und 10% in Japan. 50% verteilen sich auf die restliche Welt.

Durchschnittlich fährt jeder Erdenbürger jährlich um die 358 Kilometer mit der Eisenbahn. Da es innerhalb der 200 erfassten Nationen auch 64 Länder ohne Eisenbahnnetz gibt, schwanken die Zahlen jedoch stark.

Die Spitze wird, wie schon im Artikel “Wir sind Weltmeister” angetönt, von der Schweiz und Japan angeführt.

Auch ein Blick auf das Schienennetz bringt interessantes ans Tageslicht:

Obwohl Südamerika nur 0.5% aller weltweit gefahrenen Personenkilometer und 0.1% der auf Schienen transportierten Güter auf sein Konto verbuchen kann, verfügt es über 9% aller Schienenkilometer.

Momentan gibt es weltweit über eine Million Kilometer Schienen. Würde man diese Schienen wie ein Raster über die Welt verteilen, wäre man nie weiter als 65 Kilometer vom nächsten Gleis entfernt.

Das Land mit den meisten Schienen ist übrigens die Tschechische Republik mit 123 Schienenmetern pro Quadratkilometer. Deutschland liegt mit 103 Metern auf Platz 3, die Schweiz mit 81 Metern auf Platz 6 und Österreich mit 69 Metern auf Platz 9.

Mit einem Mausklick auf die Karten kommt ihr zu den detaillierten Daten.
Pictures and Data © SASI Group (University of Sheffield) and Mark Newman (University of Michigan) | worldmapper.org
Ich will mehr: Alle 366 Worldmapper-Karten anzeigen…

2 Kommentare zu “Die Welt, wie wir sie noch nie gesehen haben!”

  1. Sven am 17.01.2008 um 14:54

    Kabul ist mit ca. 3 Millionen Einwohnern wohl schon eine Grossstadt.
    Sind auf jeden Fall sehr interessante Karten, die einem die Welt mal ein bisschen aus einem anderen Betrachtungswinkel zeigen.

  2. Andreas Hobi | schweizweit.net am 17.01.2008 um 15:06

    Ich empfehle Dir, auch die anderen (insgesamt 366) Karten auf worldmapper.org anzuschauen. Es hat einige sehr interessante Daten darunter! Dort kannst Du Dir auch die Excel-Tabellen mit den Daten jedes einzelnen Landes herunterladen.

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