Letztes Jahr am 17. Dezember habe ich über den Eurocity geschrieben, in welchem ein österreichischer Schaffner “überzählige” Fahrgäste aus dem Zug geschmissen hat. Die Sicherheit sei nicht mehr gewährleistet, sagte er damals und hatte damit wohl auch Recht.
Wie sieht es denn bei der SBB mit der Sicherheit aus? Gibt es auch bei uns Züge, aus welchen die Fahrgäste nur so “herauspurzlen”, wenn sich die Türen öffnen?

Benjamin Tommer (bto) hat in der heutigen NZZ einen Artikel darüber geschrieben. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf der Zürcher S-Bahn, welche in Spitzenzeiten auch mal sehr gut besetzt sein kann. Dies, obwohl die SBB in den kritischen Zeiten auch Entlastungszüge führt.
SBB-Sprecher Roland Binz betont deshalb, es sei kein Geheimnis, dass das Schweizer Bahnnetz da und dort an seine Kapazitätsgrenzen stosse. Man versuche deshalb, die Fahrgäste aufzufordern, auch in die hintersten und vordersten Wagen einzusteigen.
Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass dies oftmals jene Wagen sind, in welchen es noch am ehesten Platz hat.
Die Frage, die sich Tommer nun stellt: Besteht bei einer überfüllten S-Bahn ein Sicherheitsproblem? Binz bestreitet dies. Die Türen schlössen sich erst nach einer sicht- und hörbaren Ankündigung und der Zug könne erst abfahren, wenn alle Türen sicher geschlossen seien. Die optischen und akustischen Signale erfolgten frühzeitig.
Schlussendlich kommt Tommer im Artikel auch noch auf den Fall an der österreichisch / ungarischen Grenze zu sprechen. Kann sowas auch bei uns in der Schweiz passieren? “Theoretisch schon”, meint der SBB-Sprecher dazu. Praktisch sei ihm aber kein Fall bekannt.
Mir persönlich ist auch nichts derartiges bekannt; ich gehe zudem davon aus, dass die Schweizer in einem bis zur Tür vollen Zug wohl so klug sind, auf den nächsten Zug auszuweichen. Die SBB kann nun mal einfach nicht beliebig viele Zusatzwagen an ihre Züge anhängen und beliebig viele Entlastungszüge fahren lassen. Der Platz auf den Schienen und in den Bahnhöfen ist äusserst begrenzt.
Bild © (cc) schoenswetter [im Exil] (flickr.com)
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Naja so ganz unwahrscheinlich ist das auch bei der SBB nicht. Ich habe dies sicher schon zwei Mal erlebt. In beiden Fällen waren die Verspätungen so arg und es fielen massenhaft Züge aus. Da ich mich nur noch knapp erinnern mag, weiss ich die Jahre nicht mehr so genau.
Das eine Mal müsste noch vor dem S-Bahn Zeitalter gewesen sein. Knapp vor 1990. Wegen einer Störung im Zürcher Oberland verkehrten sehr unregelmässig Züge. Die Folge war, dass der Pendelzug (meinte mit RBe 540 und Dt oder BDt) so voll war, dass im Steuerwagen die Leute auch im Gepäckabeil standen. Die Türe war offen und in Dübendorf konnte fast niemand mehr einsteigen! So mussten einige auf den nächsten Zug warten.
Das andere Mal war es eine DTZ (Re 540) Komposition die kam und die Fahrt ging nach Stadelhofen. Auch da standen die Leute im Gepäckabteil der Re 450 (Desswegen wäre dies ja eigentlich sogar eine RDe 450). Dies war noch zu einem Zeitpunkt als man die Velos dort verladen konnte. Auch da war der Zug proppenvoll.
Einen wenn auch weniger extremen Fall erlebte ich, als wir WK Schluss in Genf hatten. Da ein ganzes Bataillon (ca. 800 Mann) gleichzeitig abtreten hatten, folgte dass alle auf den gleichen Zug von Genf nach Zürich (via Bern) erwischten. Als Foufou hatte ich das Privileg 1. Klasse zu reisen. Die Zugsbegleiter gaben es aber auf die Leute die nicht berechtigt für die 1. Klasse waren zu ermahnen. Der Zug war durch Militär sehr gut gefüllt und es war leider nicht möglich den genauen Zeitpunkt für das Abtreten bekanntzugeben, bzw dieser verschob sich wegen Problemen bei der Materialabgabe. Im Prinzip gibt es ein Formular das ausgefüllt werden muss, aber was nützt es wenn der Zeitpunkt sich ändert.
Mir ist da noch die air04 (internationale Flugshow u.a. mit Patrouille Suisse, 4./5. September 2004) in Payerne in Erinnerung, die Zahl der bahnfahrenden Besucher wurde schlichtweg unterschätzt.
Anreise am Samstag von Zürich nach Yverdon — in den 2 ICN gab es spätestens ab Solothurn kein Durchkommen mehr in den Gängen — nach Payerne mit Zusatzzug (EW1/2-Pendel mit BDt), der mindestens so voll war wie eine S-Bahn im Berufsverkehr. Rückreise vor dem grossen Finale via Fribourg — bis dahin ebenfalls zu 100% voller Zug — und via Bern nach Zürich. Eine Kollegin blieb länger und hat angesichts der Menschemassen am Bahnhof in Payerne vorgezogen, zu warten und Znacht zu essen.
Gemäss Berichten soll’s am Sonntag etwas besser gewesen sein.
Zu vergleichen ist das wohl am ehesten mit Grossanlässen im Wankdorf — dort hat man aus den Erfahrungen gelernt und das An- und Rückreise-Konzept mehrmals angepasst und Dübendorf (Rolling Stones-Konzert).
Hm, bei der “Mobility Network Logistics [DB] Bahn” kann man das schon erleben. Bsp: http://drehscheibe-online.ist-im-web.de/forum/read.php?3,3499380,page=1 Oder einfach mal an einem Fußballsamstag in der Weihnachtsmarkt-/Volksfestzeit anstatt mit dem ICE mit einem RE von Singen nach Stuttgart fahren, da kann man auch Glück haben, sowas zu erleben. :-)
Fabi