Generalabo bald auch in Österreich?
ÖBB, österreich December 28th. 2007, 20:11Wenn es klappt, gibt es das in der Schweiz bereits bereits beliebte Generalabonnement in einem Jahr auch in Österreich. Das Angebot wird von einem Klimafonds mit 50 Mio Euro (83 Mio CHF) subventioniert und soll zwischen 1800 und 1900 Euro kosten (rund 3,070 CHF).

Klimafonds
Der Klimafonds, welcher die All-Inclusive-Netzkarte Österreich mit rund 50 Mio Euro subventioniert, wurde vom Bund ins Leben gerufen um Massnahmen zur Verringerung des CO2-Ausstosses zu unterstützen. Die Verwendung eines Teil des Geldes für das GA ist ein wichtiger Schritt für die Umwelt.
Geltungsgebiet
Das österreichische GA soll auf allen öffentlichen Verkehrsmitteln in Österreich zur Fahrt zugelassen werden, ähnlich wie das Schweizer GA in unserem Land.
Letzte Verhandlungen
Noch konnte das Ziel (Preis zwischen 1800 und 1900 Euro) nicht erreicht werden. Laut Verkehrsminister Werner Faymann (SPÖ) darf das GA nicht mehr als 1900 Euro kosten, weil das Angebot sonst nicht attraktiv sei. Die letzten Verhandlungen zwischen den Anbietern (ÖBB, Verkehrsverbünde, private Unternehmen…) führten zu einem Preis von 2400 Euro. Nun müssen sie nochmals über die Bücher, da Faymann diesen Preis nicht akzeptieren kann.
Bisherige Angebote
Im Moment kennt man in unserem Nachbarland vorallem zwei Angebote: Die VORTEILScard und die ÖSTERREICHcard.
Mit der VORTEILScard erhält man mindestens 45% Ermässigung auf Bahnreisen innerhalb des Landes und 25% im grenzüberschreitenden Bahnverkehr.
Mit der ÖSTERREICHcard hingegen reist man auf dem Streckennetz der ÖBB und der Privatbahnen mit Ausnahme der Zahnradbahnen, Sonderverkehre und dem CityAirportTrain (CAT). Also sozusagen ein “GA light”. Auch sie bietet eine Ermässigung von 25% auf den grenzüberschreitenden Bahnverkehr.
Wo besteht nun der Unterschied?
Die ÖSTERREICHcard und das geplante Generalabo unterscheiden sich in einem wesentlichen Punkt: Während bei der ÖSTERREICHcard nur Eisenbahnen inbegriffen sind, wären beim GA auch Trams, Busse und Schiffe inklusive.
Vergleich mit der Schweiz
Der Artikel “All-inclusive-Netzkarte: Zusammenlegen fürs Generalabo” im österreichischen Standard vom 28.12.07 kommt auch noch kurz auf das Schweizer GA zu sprechen:
Mit Einbeziehung der städtischen Öffis kam der Durchbruch: Heute besitzen mehr als 300.000 Menschen das GA. Mit Jahrespreisen von umgerechnet 2900 Euro in der ersten und 1850 Euro in der zweiten Klasse ist das Schweizer GA angesichts des umfassenden Angebots und des dichten Fahrplans recht günstig. Dazu gibt es deutliche Rabatte für Ehepartner und Kinder. In vielen Städten und Gemeinden kann ein GA für einen Tag billig “ausgeliehen” werden.
Das Abo selbst wird vom Staat nicht verbilligt; subventioniert werden aber die beteiligten Transportunternehmen: Die Passagiere zahlen nur etwa die Hälfte der Kosten, die andere Hälfte wird von Bund, Kantonen und Gemeinden finanziert. Die Bevölkerung hat sich in Volksabstimmungen immer wieder für die staatliche Unterstützung des öffentlichen Verkehrs ausgesprochen. Auch Steuerzahler, die kaum je Bus oder Bahn benutzen, sind dafür – denn, so Ruedi Helfer, Sprecher des Verbandes öffentlicher Verkehr, “von einem funktionierenden öffentlichen Verkehr profitieren alle”.
(Klaus Bonanomi/Irene Brickner, DER STANDARD - Printausgabe, 28. Dezember 2007)
Etwas, das ich als Bähnler natürlich sehr gerne höre. ;o) Ich bin überzeugt, dass das GA auch in Österreich ein voller Erfolg werden kann. Viele österreichische Bahnfahrer kennen zudem bereits die ÖSTERREICHcard und werden sehr wahrscheinlich auf das GA umsteigen, insbesondere jene, welche in Städten leben. Vorausgesetzt, das GA kommt auch wirklich.
Situation in Deutschland
Um den deutschen Sprachraum zu vervollständigen noch ein paar kurze Worte zum “Deutschen GA”. In unserem nördlichen Nachbarland nennt man diese Karte “BahnCard100″ und sie ist auf fast allen Strecken der Deutschen Bahn und in den städtischen Verkehrsmitteln grösserer deutscher Städte gültig. Ausserdem beinhaltet sie attraktive Familienermässigungen.
Nebst der BahnCard100 exisiteren auch noch die BahnCards 25 und 50.
Bild © (cc) dugspr (flickr.com)
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