Davoser Eis fürs Unterland


RhB Rhätische Bahn Davos Landquart

Zwar gibt es Kühlschränke schon seit etwa 1834, doch so richtig populär wurden sie in Europa erst etwa 100 Jahre später. Wie kühlte man vor dieser Zeit seine Esswaren und Getränke?

Natürlich auch mit Eis. Nur konnte man dies nicht selbst herstellen. Diese Funktion übernahmen sogenannte Eishäuser. Heute bin ich auf einen Artikel (Minergie-Häuschen aus dem 19. Jahrhundert) der NZZ gestossen, welcher den Eistransport der SBB (oder vielleicht doch eher der VSB / SOB und der Schmalspurbahn Landquart-Davos AG (LD) / RhB?) im 19. Jahrhundert beschreibt:

Über Eishäuser ist in unserer Region kaum etwas bekannt. Pläne, Fotos oder mündlich tradierte Erinnerungen an das Haus in Männedorf fehlen. Man weiss, dass Eis im 19. Jahrhundert eine normale Handelsware war. Brauereien lagerten in Kellern in grossen Mengen Eis, das sie an kalten Wintertagen in Seen und – zum Teil eigens angelegten – Teichen «ernteten». Im «NZZ Format»-Video «Bündner Geschichten» aus dem Jahr 2004 erzählt der Rothenthurmer Albert Marty vom Eis aus dem Davosersee, das die SBB noch im letzten Jahrhundert im Unterland für 75 Franken pro Eisenbahnwagen verkauften. Für die 10 Tonnen bezahlten die SBB ihrerseits in Davos 24 Franken.

Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie umständlich es früher war, an Güter zu kommen, welche wir heute wie selbstverständlich besitzen.

Bild © (cc) kecko (flickr.com)

Ein Kommentar zu “Davoser Eis fürs Unterland”

  1. PeetTheEngineer am 28.12.2007 um 05:35

    Bei uns ist das mit dem Eis nicht mehr üblich, in Indien gab es das zumindst noch Ende der 90er Jahre. Der Eismann mit der Ricksah war immer derjenige, welcher mich morgen aus dem Schlaf holte. In der Siedlung waren offiziel Kühlschränke verboten weil die Häuser nur einen 2A Einphasenanschluss hatten. Die meisten hatten aber trotzdem einen Kühlschrank.

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