VBZ-Kontrollen: Die meisten haben eine Ausrede

von Andreas Hobi am 21. Dezember 2007 · 8 Kommentare

In den Richtlinien zur Fahrausweiskontrolle des ZVV steht unter Punkt 7.15:

Die Grosskontrolle kann bei allen oben beschriebenen Kontrollformen durchgeführt werden. Die Grosskontrolle wird durch das Fahrpersonal im voraus angekündigt; die Kontrolle findet auch bei aussteigenden Fahrgästen sowie im Umkreis der Fahrzeugtüren auf der Haltestelle statt.

Das Regionalportal LIMMATTALonline hat nun in einem Artikel beschrieben, wie das genau vor sich geht:

Bus VBZ

Ein VBZ-Bus fährt auf den Bahnhofplatz. Sieben Kantonspolizisten und ebenso viele VBZ-Kontrolleure nehmen den Bus in Empfang. Eine Gruppe kontrolliert die aussteigenden Fahrgäste, während die anderen innerhalb des Busses kontrollieren.

Die ganze Prozedur dauert selten länger als 90 Sekunden, danach kann der Bus weiterfahren.

Die Grosskontrollen werden – wie oben erwähnt – teilweise zusammen mit der Kantonspolizei Zürich durchgeführt. Diese können dann in Einzelfällen auch gleich die Personalien der Schwarzfahrer überprüfen oder nach gesuchten Personen Ausschau halten.

Auch wenn man die Grosskontrollen der VBZ nicht mit den SBB-Kontrollen in den Zügen vergleichen kann, gibt es doch Gemeinsamkeiten. So sagt Heinz Illi, Abteilungsleiter bei der VBZ und Dietiker Sicherheitsvorstand: “Praktisch in jedem Bus ist ein Schwarzfahrer dabei. Aber niemand sagt, er habe ganz einfach kein Ticket gelöst.” Die Menschen suchen immer nach Ausreden, das kenne ich auch von meiner Arbeit:

  • “Am Schalter standen über 50 Leute in der Schlange.”
  • “Ich hatte keine Zeit.”
  • “Der Automat war defekt.”
  • “Der Automat schluckte meine 200er-Note nicht.” (Weil er nur bis zu einem gewissen Betrag Wechselgeld gibt.)
  • “Ich habe sicher eines gelöst! Nur finde ich es gerade nicht.”
  • “Ich habe es am Automat gelöst, aber da kam nichts raus.”
  • “Ich habe es per MMS bestellt, aber da kam nie eine Antwort.”
  • “Ich habe es im Internet gelöst, aber mein Drucker spinnte und druckte es nicht aus.”
  • “Ich habe es Ihrer Kollegin schon gezeigt und danach weg geworfen.”

Glücklicherweise bezahlt man bei mir keine Busse, sondern bloss den Zuschlag von CHF 5.-. ;o) Ausser natürlich, man versucht zu betrügen und weisst zum Beispiel das GA der Kollegin vor

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Andreas Hobi arbeitet seit 2001 bei der SBB und dort seit 2004 beim Zugpersonal. In seiner Freizeit schreibt er auf schweizweit.net von seinen Erlebnissen und über andere spannende Stories aus der Welt des öffentlichen Verkehrs.

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Adrian Dezember 21, 2007 um 22:56

Letzthin hätte ich auch fast vergessen ein ZVV-Anschlussbillett zu Lösen. In den letzten Minuten bevor der Zug kam fiel es mir ein. Ich hatte die anderen Wochen das Billett immer am Morgen gelöst, aber da ich einen anderen Weg gegangen bin, ist es mir schlichtwegs untergegangen.
Soll keine Entschuldigung sein, aber sogar ich merke dass ich nicht gefeit davor das nötige Billett zu lösen. Und ich vermute auch da bin ich keine Ausnahme.
Interessant ist aber, dass am Montag Abend (da brauche ich auch das Anschlussbillett) wenn ich mit der S5 bzw S14 heimkehre sicher in einem der beiden Züge eine Kontrolle stattfindet. Insofern lohnt es sich definitiv nicht kein Billett zu lösen.
Interessant war auch bei einer Kontrolle, als ich darauf hingewiesen wurde, dass ich mit meinem Anschlussbillett nun auch auf dem ganzen ZVV Netz fahren kann. Ich wusste es schon vorhin, bzw habe gar nicht mehr nachgerechnet wieviele Zonen es insgesamt sind die ich jeweils haben müsste.
Da ich ein Abo mit den Zonen 10,21 habe muss ich noch 5 Zonen nachlösen, damit ich bis nach Rappi komme (effektiv 6 Zonen mehr). Da die 8 Zonen ja als volles ZVV Abo für alle Zonen gilt, ist alles im grünen Bereich.
Interessant finde ich nur, dass diese Information an den Anschlägen in den Bahnhöfen nirgends zu finden ist. Ich sprach die Kontrolleurin, die mich darauf hinwies, auch darauf an. Diese meinte aber dass dies gar nicht gross publik gemacht wird.
Immerhin ist es auf der ZVV Webseite zu finden.
http://www.zvv.ch/preise_klassenw_anschluss_06.asp#Anschlussbillett

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RAFF Dezember 23, 2007 um 10:17

Sieben VBZ-Kontrolleure und 7 Kantonspolizisten? Der Steuerzahler zahlt Kantonspolizisten um der VBZ zu helfen Schwarzfahrer zu schnappen? 7 Kantonspolizisten, weil es Leute gibt, die die VBZ um 2 oder 3 Franken betrügen?
Terrorbekämpfungsmittel gegen Schwarzfahrer, sorry, da hat man doch jeden Bezug zur Realität und Verhältnismässigkeit verloren.

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mds November 11, 2009 um 23:18
Andreas Hobi November 11, 2009 um 23:58

@ mds:
Würde es gerne mal anschauen. Aber wie es scheint, bin ich nicht dazu berechtigt…
(“you do not have permission to access this page.”)

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mds November 12, 2009 um 10:39

@Andreas: Interessant, mir war nicht bewusst, dass man für den Lesezugriff als Benutzer angemeldet sein muss. Die erste Seite der Diskussion (relevant ist eigentlich nur der erste Beitrag) ist unter http://sharetext.org/WY4 zu finden.

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Andreas Hobi November 12, 2009 um 10:48

@ mds:
Interessant, die verschiedenen Meinungen zu hören.

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mds November 12, 2009 um 10:51

Ich finde erschreckend, wie offensichtlich viele Ausländer in die Schweiz kommen und dann beispielsweise den öffentlichen Verkehr benutzen ohne sich über die grundlegenden Regeln zu informieren.

Abgesehen davon: Wie soll man bei der Ticketkontrolle wissen, ob die «Ausrede» eine solche ist oder nicht?

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Andreas Hobi November 12, 2009 um 11:14

@ mds:
Wenn jemand direkt vom Flughafen kommt, kann man meiner Meinung nach – je nach Situation – noch ein Auge zudrücken. Aber wenn der Fahrgast (wie im verlinkten Fall) ein Halbtax hat, gehe ich als Zugbegleiter schon davon aus, dass die Person die grundlegenden Regeln kennt.

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