Wie den Medien zu entnehmen ist, planen die beiden Basler Kantone ein erweitertes Nachtnetz für den öffentlichen Verkehr. Auch die Kantone Aargau und Solothurn machen mit. Bisher gab es im Raum Basel nur ein kleines Nachtbus-Angebot.

Unter dem Namen “RegioNachtnetz” sollen S-Bahnen und Busse während den Nächsten Freitag-Samstag und Samstag-Sonntag verkehren. Erstmalig in der Schweiz machen auch einzelne Tramlinien mit. Letztere fahren dreimal stündlich ab dem Barfüsserplatz.

Finanziert wird der Nachtbetrieb durch einen Nachtzuschlag von fünf Franken, wie man ihn beim Zürcher Verkehrsverbund bereits kennt. Der Zuschlag ist während der ganzen Nacht auf allen Verkehrsmitteln gültig und muss zusätzlich zum normalen Fahrpreis bezahlt werden.

Da man davon ausgehen muss, dass das Angebot am Anfang über keine hohe Bekanntheit verfügt, ist eine Startfinanzierung durch die beteiligten Kantone und Gemeinden vorgesehen. Danach wird das Nachtnetz durch den Billettverkauf und durch Sponsorbeiträge finanziert.

Noch befindet sich der Vorschlag für das Nachtnetz in der Vernehmlassung. Falls die Behörden die Idee gutheissen, könnte das RegioNachtnetz im Dezember 2008 seinen Betrieb aufnehmen.

Stark profitieren würde, wie schon erwähnt, der Kanton Aargau. Er wäre dann nicht nur perfekt an das Zürcher, sondern auch an das Basler Nachtnetz angeschlossen und die Aargauer könnten dann das gesamte Ausgangsspektrum zwischen Basel und Winterthur nutzen.

Nach und nach verfügen nun also immer mehr Schweizer Städte über eigene Nachtnetze. Mich erstaunt es aber, dass zum Beispiel der Libero-Verbund (Bern-Solothurn) nur über ein kleines Nachtnetz verfügt. Es gibt zwar einen stündlichen Bus zwischen den beiden Städten Bern und Solothurn die Moonliner-Verbindungen ab Bern in alle Himmelsrichtungen, jedoch keine Bahnverbindungen. (Dank an chm für den Hinweis.)

Ähnliches bietet Passepartout im Raum Luzern: Kein Nachtnetz vorhanden. Der Nachtstern verbindet Luzern mit einigen umliegenden Orten. Besteht dort kein Interesse an Nachtverbindungen, welche Luzern mit Stans, Sarnen, Wolhusen, Schüpfheim, Nottwil, Zofingen, Hochdorf, Hitzkirch oder Immensee verbinden?

Im Wallis: Der letzte Zug von Brig nach Sion fährt um 22:50. Danach ist tote Hose. Ich bin überzeugt, die Walliser würden allfällige Nachtverbindungen begrüssen! Vorallem im Raum Sion - Sierre - Raron - Visp - Brig könnte Potential für die eine oder andere Nachtline vorhanden sein.

Das Beispiel Zürich hat gezeigt, dass ein attraktives Nachtnetz zusätzliche Nachfrage auslösen kann, so dass das Nachtnetz unter Umständen sogar fast zu einem Selbstläufer wird, den man nicht mehr gross bewerben muss. Ich bin überzeugt, dies wäre auch in anderen Regionen der Schweiz möglich.

Westschweiz: Zwischen Lausanne und Genf verkehrt zwischen 01:18 und 04:30 Uhr kein Zug. Leicht besser im Raum St. Gallen: Ein einziger Bus ab SG um 02:30 in Richtung Rorschach, Rheineck, Heerbrugg, Altstätten; immerhin eine stündliche S-Bahn SG - Wil und gute Verbindungen in Richtung Romanshorn und Bodensee.

Und nun zu “meinem” Bündnerland: Wer aus Sargans und Umgebung nach Chur in den Ausgang geht, hat nur um 00:15 und 02:15 Uhr einen Nachtbus zurück, nach Bonaduz, Rhäzüns und Thusis stündlich bis 02:15 Uhr. Glücklicherweise hat man in Chur immer so viel Spass, dass man sowieso die Nacht durchmacht und am Morgen auf den ersten Zug geht; insofern halb so wild, dass es hier nur ein durchschnittliches Nachtnetz gibt. ;o)

Party-Girls

(Quellen: sda / baz / sbb.ch / schweizweit.net)
Bild © (cc) RYN TMRW (flickr.com)