Etwas das man bisher nur im Autoverkehr kannte, kommt nun auch je länger je öfter auf dem Schienennetz der SBB vor: Stau!

Besonders auf den Paradestrecken zwischen Zürich-Bern und Zürich-Basel sind Staus keine Seltenheit mehr. Das Schweizer Schienennetz ist so stark ausgelastet, wie kaum woanders in der Welt. Dies spürt man, wenn dann mal ein Zug verpätet ist: Es ist schwierig, ihn wieder in den planmässigen Betrieb einzufügen, ohne dass er den Fahrplan anderer Züge durcheinander bringt.

Vorallem nach technischen Störungen, Suiziden und Zügen, welche Anschlüsse abwarten, kommen die Fahrdienstleiter der SBB ins Schwitzen. Kaum ein Laie kann sich vorstellen, wie schwierig es in diesen Fällen ist, den Fahrplan einigermassen aufrecht zu erhalten und die Züge rechtzeitig an ihr Ziel zu bringen.

SBB-Sprecher Roland Binz sprach von einem “Dominoeffekt”, als er von der Berner Zeitung auf die Problematik angesprochen wurde:

“Wir haben kaum noch Spielraum, um Störungen kompensieren zu können. Die abfahrenden Züge warten aber jeweils drei Minuten auf verspätete Verbindungen.”

Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es auch mal mehr als drei Minuten sein können; je nach Destination des Zuges. Und der letzte Zug am Abend in eine bestimmte Richtung wartet sowieso grundsätzlich alle Anschlüsse ab.

Je dichter der Takt einer Linie jedoch ist, desto unwahrscheinlicher wird es, dass der Anschlusszug wartet. In Regionen mit einem Halb- oder Viertelstunden-Takt kann man davon ausgehen, dass der Zug nicht wartet und man den nächsten nehmen muss.

Abhilfe werden erst die Ausbauten im Rahmen der “Zukünftigen Entwicklung der Bahninfrastruktur (ZEB)” schaffen. Dank ihnen wird das Netz für rund 5 Milliarden Franken verbessert und Problemstrecken ausgebaut. Doch bis dahin wird die SBB weiterhin am Limit fahren. Zum Ärger der Kunden und des Personals.

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