Wie einige von euch bestimmt schon bemerkt haben, gibt es seit ein paar Tagen neue Kommentar-Richtlinien auf schweizweit.net.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits gab es in der Vergangenheit wiederholt Personen, welche unter einem falschen Namen kommentierten, andererseits gaben einige ungültige Email-Adressen an. (Bezüglich dem falschen Namen: Es ist in Ordnung, wenn jemand unter einem Pseudonym bloggt; es ist aber nicht in Ordnung, sich als jemand anders auszugeben. Wer also zum Beispiel Hans Huber heisst, darf ohne weiteres als “roadrunner” kommentieren, nicht jedoch als “Moritz Leuenberger”.)

Ich bin der Meinung, jeder darf seine Meinung kund tun, er muss aber auch dazu stehen können. Anonyme Kommentare gefallen mir persönlich zwar nicht, werden im Normalfall aber geduldet, wie oben schon kurz angetönt.

Wie aber soll man nun mit Kommentaren umgehen, welche anonym sind und Leute provozieren? Die einfachste Möglichkeit wäre natürlich, diese Kommentare zu löschen. Da ich jedoch ein starker Verfechter der Meinungsfreiheit bin, widerstrebt mir dies. Lieber ändere ich dann die Kommentare oder schwäche einzelne Passagen ab. In den Kommentar-Richtlinien habe ich dieses Vorgehen auch erwähnt. Sollte also jemand Probleme haben damit, soll er von einem Kommentar absehen.

Anders sieht es bei ungültigen Email-Adressen aus. Kommentare mit einer nicht existenten Email-Adresse werden grundsätzlich umgehend gelöscht.

Gerade in letzter Zeit kam es zu erschreckend aggressiven Feedbacks einiger Besucher. In solchen Situationen fragen sich wohl einige Blogger, wie sie handeln sollen. Einerseits geniesst die Meinungsfreiheit einen grossen Stellenwert, andererseits will man den anderen Lesern einen angenehmen Aufenthalt auf dem eigenen Blog gewährleisten.

Es wurden in diesem Blog Aussagen gemacht, die der Kommentierende so wohl nicht gesagt hätte, falls er persönlich vor mir stünde. Der Anonymität des Internet sei dank. (Wobei “anonym” relativ ist, die IP wird ja bekanntlich aufgezeichnet.)

Es gibt einige Blogs, die ich regelmässig lese. Glücklicherweise haben die wenig bis kaum Probleme mit Störenfrieden. Es würde mich stören, wenn sich auf diesen Blogs irgendwelche Psychopathen austoben würden und der Blogger nichts dagegen unternähme. Dies könnte im schlimmsten Fall dazu führen, dass ich mich auf dem Blog nicht mehr wohl fühlen würde. Sprich: Ich würde nicht mehr kommentieren, im Extremfall den Blog sogar nicht mehr besuchen. (Letzteres ist bei einem deutschen Blog der Fall, denn ich früher oft las.)

Mir gefallen Blogs besser, auf denen ein angenehmer Umgangston herrscht und auf denen ich mich wohl fühle.

Aus diesem Grund (um meine Stammleser nicht zu verärgern) werde ich von nun an stärker darauf achten, dass die Kommentar-Richtlinien auf schweizweit.net eingehalten werden.

Passend dazu habe ich kürzlich auf problogger.net folgende Aussage gefunden:

What has been surprising to me is that even with the comment moderation tools available to bloggers, extremely rude and obnoxious comments are tolerated, allowed to post on many blogs.

My guess is that many bloggers feel that in a democracy, everyone should have the right to be heard.I disagree. I believe that our democracy gives you the right to publish your own blog, not to spit all over mine.

Frei übersetzt:

Es hat mich überrascht, dass es in diversen Blogs soviele unhöfliche und abscheuliche Kommentare gibt, und die auch noch geduldet werden.

Ich vermute, dass viele Blogger der Meinungsfreiheit einen grossen Stellenwert einräumen und jedem das Recht zugestehen, gehört zu werden.Ich bin da anderer Meinung. Die Meinungsfreiheit gibt dir das Recht, einen eigenen Blog zu betreiben, aber nicht das Recht, meinen Blog zu bespucken.

Soll der Hausherr des Blogs also entscheiden, wem Eintritt gewährt wird? Ich tendiere inzwischen auch zu dieser Meinung, nachdem ich anfangs alle Kommentare ohne Widerrede durchgewunken habe. Vorallem seit sich ein Stammleser per Mail über einen äussert unhöflichen Kommentar eines Idioten beschwerte. Der Idioten-Kommentar steht zwar immer noch in meinem Blog, ein ähnlicher Kommentar würde in Zukunft jedoch nicht mehr akzeptiert werden.

Wer geniesst Priorität: Meine Leser oder störende Kommentatoren?

Es ist wichtiger, eine qualitativ hochstehende Umgebung für meine Stammleser bieten zu können, als jenen Leuten eine Plattform zu bieten, welche nicht wissen, wie man mit Mitmenschen umgeht.

How you choose to moderate the comments on your site will affect who feels comfortable to participate on your site, and who will want to come back again and again.
Elise Bauer, problogger.net

Liesse ich die abartigen Kommentare auf meinem Blog stehen, würde ich den anderen Lesern damit sagen: “Es ist ok, so zu schreiben und einander fertig zu machen. Persönliche Anfeindungen sind auf schweizweit.net an der Tagesordnung. Kommt, macht mit!”

Dies würde wie ein Magnet weitere Psychopathen anlocken und ich würde meine treuen Stammleser verlieren. Das kann nicht mein Ziel sein.

Auch werde ich in Zukunft nicht mehr auf solche abartigen Kommentare eingehen. Das Ziel dieser Menschen ist es ja oftmals, dass ich mich auf sie einlasse. Dies werde ich in Zukunft nicht mehr tun, da ich gemerkt habe, dass dies nur weitere provozierende Kommentare hervorruft.

Comments are welcome on most of the recipes and articles. I would ask that if you would like to leave a comment that you think of this website as my family’s home and that you wouldn’t say anything on this site that you wouldn’t, as an invited guest, say in someone’s home.
Elise Bauer, problogger.net

Übersetzung:

Kommentare sind in den meisten Artikeln willkommen. Wenn Du einen Kommentar hinterlassen möchtest, betrachte diese Website als mein Zuhause und sage nichts, was Du nicht auch sagen würdest, wenn du eingeladener Gast bei jemanden zu Hause wärst.

UPDATE 19:28 UHR

Zufälligerweise hat der Blog Herald vor wenigen Minuten einen zum Thema passenden Artikel geschrieben: Silencing the Trolls

Bild © (cc) Stuck in Customs (flickr.com)