Soeben bin ich auf einen interessanten Artikel der aktuellen “Pictures of the Future” (Herbst 2007, Seite 30) gestossen. Unter dem Titel “Trains of Bits and Bytes” wird am Beispiel von Siemens aufgezeigt, wie neue Züge komplett am Computer geplant werden.
In Krefeld (D) entstehen die Züge der Zukunft. Papierlos, aber mit viel Computer-Power und CAD-Software werden diese designt und mit Hilfe von 3D-Brillen auch gleich auf diverse Punkte untersucht:
- Wie leicht wird sich der Unterhalt gestalten?
- Wie ergonomisch ist der Führerstand?
Vor wenigen Jahren noch wurden neue Züge in drei Jahren entwickelt. Damit geben sich SBB und Co inzwischen aber nicht mehr zufrieden. Sie fordern eine Planungszeit von 2.5 Jahren, Tendenz sinkend. Hinzu kommt laut Siemens, dass sich die Preise für Züge aufgrund grosser Konkurrenz im Sinkflug befinden. Auch wollen die Auftraggeber heute so früh wie möglich sehen, wie die Züge einmal ausschauen werden. Am liebsten in realistischer 3D-Darstellung.
Mit konventionellen Methoden können die Bedürfnisse also nicht mehr befriedigt werden. Es wird modernste Computer-Technik benötigt. Zu dieser zählt auch die Möglichkeit, dass die Handwerker ihre Arbeitsschritte im Voraus in einer virtuellen Form anschauen können. Dadurch sinkt die Einarbeitungszeit und Rückfragen sowie Fehler nehmen ab.
Dank dieser neuen Technik kann der Zeitfaktor enorm gemildert werden. Es wird weniger Zeit für die Koordination benötigt.
Eine Studie von Siemens Transportation Systems in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institute for Manufacturing Engineering and Automation (IPA) zeigte die Vorteile der virtuellen Fabrikation auf:
- schnellere Planung
- bessere Qualität
Ausserdem hält die Computertechnik die Konstrukteure von Routine-Aufgaben ab und ermöglicht ihnen, weniger teure aber qualitativ höher entwickelte Produkte zu designen.


