Fahrplanwechsel SBB

Unter dem Link direkt über diesem Text ist eine interessante PDF-Präsentation von SBB-Chef Andreas Meyer und dem Leiter des Personenverkehrs, Paul Blumenthal abrufbar.

In der Präsentation geht es in erster Linie um den Fahrplanwechsel und alles, was dann ändert.

Immer mehr Reisende

Die Nachfrage nach Bahnfahrten steigt und steigt. Die Schweizer sind Europameister im Bahnfahren, und das nicht ohne Grund. Die SBB setzt alles daran, auch weiterhin einen hervorragenden Service zu fairen Preisen anbieten zu können.

Dazu gehören unter anderem

  • Lötschbergbasistunnel, Vollknoten Interlaken, zusätzliche Direktverbindungen (Genf-Bern, Basel-Zürich, Bern-Zürich)
  • Ausbau des Speisewagen-Angebots
  • Umbau Familienwagen
  • Gratis-Telefonnummer für Kunden-Feedback: 0800 401 401

Die Kunden gutieren die ständigen Verbesserungen: +7.7% bei den GAs und +3.5% bei den Halbtax-Abos im Vergleich zum Vorjahr sprechen für sich.

Der grosse Ansturm bringt die SBB jedoch an die Kapazitätsgrenzen. Weltweit betreibt sie eines der dichtesten Schienennetze und wir fahren am meisten Zugkilometer pro Kilometer Schiene.

Die steigende Nachfrage kann nur mit entsprechenden Investitionen in die Infrastruktur bewältigt werden.

Investitionen

Die SBB investiert pro Jahr mehr als eine halbe Milliarde Franken in das Rollmaterial, um die Kundenwünsche zu erfüllen.

In Anbetracht dieser äusserst hohen Zahl und den Rollmaterial-Investitionen der nächsten Jahre, vertritt SBB-Chef Andreas Meyer die Ansicht, dass die SBB Gewinne erzielen muss und darf. Er hat “keinerlei Verständnis für Forderungen, welche die SBB diesbezüglich in enge Ketten legen wollen.” Dies sei nicht im Sinne der Kundinnen und Kunden.

Auf einer weiteren Folie wird danach auch noch das Projekt “Domino” angesprochen. Dabei geht es um die Anpassung der seit 20 Jahren im Einsatz stehenden Flotte der Nahverkehrspendelzüge (NPZ) an die veränderten Bedürfnisse:

  • Aussen- und Innendesign werden komplett überarbeitet
  • Einbau Klimaanlagen
  • Einbau Videoüberwachung
  • Einbau optisches Kundeninformationssystem

Insgesamt werden 510 Millionen Franken in die NPZ-Flotte investiert.

Kundenzufriedenheit

Pro Monat befragt die SBB über 2,000 Kundinnen und Kunden zur Zufriedenheit. Dabei zeigen sich folgende Hauptärgernisse:

  • Mangelhafte Kundeninformation im Störungsfall
  • Übervolle Züge
  • Verspätungen
  • Verpasste Anschlüsse

Meyer sagt, dass es schwierig ist, in einem so stark ausgelasteten Netz spürbare Verbesserungen zu erreichen. Trotzdem setzt die SBB alles daran, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Dazu wurde vor einiger Zeit die Informations-Website www.sbb.ch/166 aufgeschaltet, ein Operation Center Personenverkehr (OCP) wurde geschaffen (die Zugbegleiter können ein Liedchen davon singen…) und Spezialisten aus den verschiedenen Bereichen suchen nach neuen Wegen und Möglichkeiten, die Pünktlichkeit der Züge weiter zu verbessern und die Zahl der verpassten Anschlüsse möglichst zu minimieren.

Dass es schwierig ist, die letzten zwei Punkte unter einen Hut zu bringen, zeigt folgendes fiktives Beispiel:

Es ist 10:11 Uhr. Zug 767 steht abfahrbereit auf Gleis 8 in Zürich HB. Fahrplanmässige Abfahrt wäre um 10:12 Uhr, also in einer Minute.

Zug 1517 bewegt sich mit 20 Minuten Verspätung auf Zürich zu. (Ankunft um 10:16 statt 09:56 Uhr) Er hat diverse Reisende, welche mit Zug 767 nach Ziegelbrücke reisen wollen.

Es gibt nun zwei Möglichkeiten:

Variante A: Zug 767 fährt pünktlich ab, die Reisenden von Zug 1517 müssen den nächsten Zug nehmen.
Vorteil: Zug 767 fährt pünktlich
Nachteil: Die Fahrgäste von Zug 1517 beschweren sich über den Anschlussbruch

Variante B: Zug 767 wartet den Anschluss ab und verlässt den Bahnhof erst um 10:20 Uhr (mit 8 Minuten Verspätung).
Vorteil: Die Fahrgäste von Zug 1517 erwischen ihren Anschluss
Nachteil: Die Fahrgäste im Zug 767 beschweren sich über die Verspätung

Man sieht: Allen kann man es nie recht machen und egal welche Variante man bevorzugt, es sind nie alle 100% zufrieden.

Nachfrage zur Hauptverkehrszeit

Zur “Rush-Hour” kommt es immer wieder zu Kapazitätsengpässen und sehr stark ausgelasteten Zügen. Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat die SBB bereits im Laufe dieses Jahres folgende Verbesserungen in die Wege geleitet:

  • Zusätzlicher IC Zürich-Basel mit Abfahrt 06:56 Uhr als Vorläufer zum TGV (Zürich ab 07:02 Uhr)
  • Zusätzlicher IC Zürich-Bern mit Abfahrt 07:18 Uhr als Ersatz für den TGV
  • IC 911 Bern-Zürich (Bern ab 07:02 Uhr) mit zusätzlichem 1. Klasse-Wagen und zusätzlichem 2. Klasse-Wagen verstärkt
  • IC 912 Zürich-Bern (Zürich ab 08:00 Uhr) mit zusätzlichem 1. Klasse-Wagen verstärkt
  • IR 2316 Luzern-Zürich (Luzern ab 07:35 Uhr) mit zwei zusätzlichen 2. Klasse-Wagen verstärkt
  • IC 2510 Luzern-Bern (Luzern ab 06:55 Uhr) mit zusätzlichem 1. Klasse-Wagen verstärkt
  • IR 1406 Morges-Genève (Morges ab 07:32 Uhr) mit zusätzlichem 2. Klasse-Wagen verstärkt
  • IR 1735 Lausanne-Montreux (Lausanne ab 16:20 Uhr) mit zwei zusätzlichen 2. Klasse-Wagen verstärkt

Ab dem Fahrplanwechsel

  • verkehren zur Hauptverkehrszeit zusätzliche Nonstop-IC-Züge Basel-Zürich halbstündlich
  • verkehrt ein zusätzlicher IC Bern-Zürich um 17:14 Uhr
  • verkehren zwischen Bern-Thun-Spiez namentlich am Wochenende zusätzliche BLS-RE

Service-Angebot

Die SBB vereinheitlicht auf den Fahrplanwechsel hin das Service-Angebot auf den Zügen.

Service-Angebot Intercity (IC):

  • Zugbegleitung
  • Speise- / Bistrowagen
  • Railbar
  • Business- und Ruhezone
  • Familienwagen
  • Klimatisierung

Service-Angebot Interregio (IR):

  • Zugbegleitung
  • Klimatisierung
  • Railbar auf folgenden Strecken: Basel-Chur, Luzern-Zürich-Flughafen, Arth-Goldau-Zürich

Die Zahl der mit Speisewagen ausgestatteter Züge wird um 9.9% gesteigert, die Anzahl Züge mit Railbars um 7.1%.

Mehr Informationen (inkl. Info-Grafiken) gibt es in der Präsentation “Fahrplanwechsel SBB”.