S-Bahn im Kanton St. Gallen: Grosse Verbesserungen bis 2013

von Andreas Hobi am 10. November 2007 · 6 Kommentare

Der Kanton St. Gallen erhält in sechs Jahren eine neue S-Bahn. Dies haben SBB, SOB, Thurbo und Kanton beschlossen.

Am 8. Oktober habe ich das Projekt “Mobiles Liechtenstein 2015″ vorgestellt, bei dem es um eine regionale S-Bahn rund um das Ländle geht. Ziel dieses Projekts ist es, das liechtensteinische Pendlerproblem (täglich 14,000 Pendler) zu entschärfen.

Nun wurde entschieden: Zusätzlich zum Liechtenstein-Projekt erhält der ganze Kanton St. Gallen bis 2013 eine “neue” S-Bahn. Das Angebot im öffentlichen Verkehr im Rheintal wird deutlich verbessert. Hierfür haben die SBB, die SOB und Thurbo eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) unterzeichnet.

Grundsätzlich wird neu ein Halbstundentakt zwischen Sargans und St. Gallen, zwischen Sargans und Uznach, sowie ein Viertelstundentakt in der Agglomeration St. Gallen (Wil – St. Margrethen / Herisau – Wittenbach) angeboten. Die SBB investiert zu diesem Zweck einen Betrag zwischen 49 und 60 Millionen Franken, weitere rund 18-20 Millionen kommen von der SOB. Wieviel der Kanton zahlt, ist noch nicht klar. Die Beamtenmühlen mahlen langsam.

Ich bin überzeugt, dass diese Entscheidung mehr Menschen von der Strasse auf die Schiene bringen wird und dem öffentlichen Verkehr in der Ostschweiz einen gewaltigen Schub verpasst.

Konkrete Verbesserungen

Fürstenland / St. Gallen

  • Verlängerung Rheintal-Express bis Wil
  • Beschleunigung S-Bahn Wil – St. Gallen
  • Drei stündliche Verbindungen zwischen Wil, Uzwil, Flawil, Gossau, St. Gallen
  • Verdichtungen zur Hauptverkehrszeit
  • Wil – Uzwil: Ausbau Busangebot

Toggenburg

  • Halbstundentakt St. Gallen – Wattwil
  • Beschleunigung Voralpen-Express
  • Direktverbindung Nesslau – St. Gallen – Altstätten

Linthgebiet

  • Zweite, beschleunigte Verbindung Uznach – Ziegelbrücke
  • Halbstundentakt für grössere Bahnhöfe im Raum Wattwil – Rapperswil – Ziegelbrücke – Sargans
  • Weitere Ausbauten im Rahmen S-Bahn Obersee

Rorschach / Bodensee

  • Halbstundentakt St. Gallen – Altstätten
  • Dritte S-Bahn Herisau – St. Margrethen
  • Beschleunigung Rheintal-Express


Rheintal / Werdenberg

  • Beschleunigung Rheintal-Express mit guten Anschlüssen nach Zürich (in Sargans) und Graubünden
  • Verlängerung S-Bahn Altstätten – Buchs SG – Sargans
  • Buchs – Sargans: Ausbau Busangebot

Walensee / Sarganserland

  • Zweite, beschleunigte Verbindung Ziegelbrücke – Sargans
  • Halbstundentakt für grössere Bahnhöfe
  • Anschluss an den Glarner-Sprinter Richtung Zürich in Ziegelbrücke

Bild © (cc) Kecko (flickr.com)


Zum ersten Mal hier? Hat dir der Artikel gefallen?
Wir möchten dir gerne die 10 besten Artikel von schweizweit.net senden! Bestimmt ist dort auch für dich etwas interessantes, spannendes oder amüsantes dabei.
Jetzt anmelden

{ 6 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }

Petar November 10, 2007 um 20:16

Wenn du mich fragst: Die beste Entscheidung, etwas für die OS zu tun, seit es die SBB gibt!

Antworten

Andreas (schweizweit.net) November 10, 2007 um 21:17

An den Kunden liegt es dann, das Angebot auch entsprechend häufig zu nutzen. Nicht dass die SBB plötzlich auf die Idee kommt, die “S-Bahn” mangels Nachfrage wieder einzustellen.

Antworten

mds November 11, 2007 um 11:57

Schade, am linken Zürichseeufer wird der ÖV bloss zum x-ten Mal wieder teuer, Verbesserungen sind nicht in Sicht … :(

Antworten

Andreas (schweizweit.net) November 11, 2007 um 14:26

Im Vergleich zur Ostschweiz habt ihr aber ein sehr gutes ÖV-Netz, oder nicht? :)

Antworten

mds November 11, 2007 um 14:33

Ich kenne den ÖV in der Nordostschweiz für ein Urteil nicht gut genug. Vor ein paar Jahren noch nutzte ich aber regelmässig die Verbindungen Zürich-St.Gallen, Pfäffikon-St.Gallen und St.Gallen-Chur. Mit Ersterer war ich mehrheitlich zufrieden, insbesondere mit den Neigezügen, bei den beiden Letzteren fragte ich mich jeweils, woher die Bezeichnung als «Express» stammt … ;)

Der ÖV am linken Zürichseeufer ist in Ordnung, aber nicht überragend und das Angebot ist seit Jahren gleich, sprich die Nutzung wird durch jede «Tarifrunde» tatsächlich teurer. Die S-Bahn beispielsweise verkehrt nicht durchgehend im Halbstundentakt, die lokalen Busverbindungen leiden unter vielen Verspätungen (häufig durch Verspätungen der Bahnverbindungen verursacht) und das Rollmaterial ist eher alt. Nicht umsonst nutzen viele Wädenswiler bevorzugt den Schnellzug anstelle der S-Bahn …

Grundsätzlich würde ich mir wünschen, dass sich unsere ÖV-Ausgaben vermehrt nach den tatsächlichen Bedürfnissen richten. Wir leisten uns einen teuren ÖV, was in Ordnung geht, aber all das Geld wäre dort, wo tatsächlich Menschen leben und arbeiten, wesentlich besser angelegt als in «Löchern» durch die Alpen.

Antworten

Andreas (schweizweit.net) November 13, 2007 um 05:25

bei den beiden Letzteren fragte ich mich jeweils, woher die Bezeichnung als «Express» stammt …

Es gibt keine direkten Züge, welche die Strecke Luzern – St. Gallen beziehungsweise Chur – St. Gallen rascher zurücklegen. Deshalb “Express”. ;o)

Die S-Bahn beispielsweise verkehrt nicht durchgehend im Halbstundentakt

Was nicht ist, kann noch werden: Jede halbe Stunde einen Zug

Nicht umsonst nutzen viele Wädenswiler bevorzugt den Schnellzug anstelle der S-Bahn …

Das habe ich auch schon bemerkt… :-/

das Geld wäre dort, wo tatsächlich Menschen leben und arbeiten, wesentlich besser angelegt als in «Löchern» durch die Alpen.

Darüber lässt sich jetzt streiten; ich finde es schon wichtig, dass auch die interkantonalen und internationalen Verbindungen verbessert werden. Das bringt schlussendlich allen etwas.

Antworten

Schreib einen Kommentar

Vorheriger Artikel:

Nächster Artikel: