Grosskontrolle der Grenzwache im Hauptbahnhof Zürich
Viele Reisende, welche heute morgen den Hauptbahnhof Zürich passierten, waren verunsichert: Was sucht das Grossaufgebot der Grenzwache hier im Bahnhof?
Die Grenzwache führte zusammen mit der Polizei eine Grosskontrolle von insgesamt 5 internationalen Reisezügen durch. Die Reisenden wurden genau so kontrolliert, wie es auch in den Flughäfen üblich ist: Das Gepäck wurde durchleuchtet, die Reisenden durchsucht. Auch Drogenspürhunde und diverse technische Hilfsmittel waren im Einsatz. Die jeweiligen Perrons wurden vollständig abgesperrt.
Nicht alle Fahrgäste zeigten Verständnis für die Kontrolle. Einige beschwerten sich bei den Beamten. Ich persönlich gehe davon aus, dass diese Leute etwas zu verbergen hatten.
Grund für diese Grosskontrolle ist das Schengener Abkommen, durch welches ab nächstem Jahr die Grenzkontrollen rund um die Schweiz voraussichtlich wegfallen werden. Dies wird dazu führen, dass vermehrt Kontrollen im Landesinnern stattfinden werden, sei dies nun in Bahnhöfen, auf Autobahnen oder an anderen Orten. Ich persönlich bedauere dies; selber war ich bei der damaligen Abstimmung gegen einen Beitritt zu Schengen.
Bild © Schweizer Fernsehen SF / Schweiz aktuell

Thomas Zuberbuehler am 09.11.2007 um 22:57
Ich glaubs nicht… Ich dachte echt dies sei ein verspäteter Aprilscherz. Nun werden die gleichen Schikanen wie auf dem Flughafen eingeführt. Diese internationale Paranoia ist echt schlimm!
Ich persönlich hätte mich ebenfalls sehr über die Kontrolle geärgert, nehme ich doch lieber den Zug anstelle des Flugzeugs u.a. genau wegen diesen absurden Terror auf den Flughäfen.
Wann dürfen wir im Zug auch keine 5dl Fläschchen mehr mitführen?
Andreas (schweizweit.net) am 09.11.2007 um 23:27
Du kannst all jenen danke sagen, welche bei der Schengen-Abstimmung ein JA in die Urne gelegt haben.
Thomas Zuberbuehler am 10.11.2007 um 00:02
Ich bin einer dieser die JA gesagt haben und finde es grundsätzlich immer noch richtig. Eigentlich sollten ja solche Schikanen damit wegfallen!?
Die Kontrollen sollen aber m.E. nur bei Verdacht (wie bisher an gewöhnlichen Grenzkontrollen) durchgeführt werden und sicher nicht als kollektive Bestrafung der Fahrgäste.
Mich nerven vor allem die dadurch entstehenden Wartezeiten. Die Anschlüsse sind ja sonst schon eher knapp berechnet.
In München, um vom Terminal 2 ins Terminal 1 zu gelangen, braucht man bei ca. 100 Personen etwa 25 Minuten Wartezeit an der Passkontrolle.
Jetzt stelle man sich mal ein «rammelvollen» Zug mit 200 Sitzplätze vor und alle müssen durch die Kontrolle.
Ja dann gute Nacht.
mousseman am 10.11.2007 um 02:45
Das Gesocks, dass in Helvetien kriminelle Taten begeht, kommt meist über die grüne Grenze, oder einen unbewachten Grenzübergang. Ergo, will man diese Leute nicht, sollte man vielleicht mal die Grenzübergänge bewachen, dann könnte man die Leute vielleicht abfischen. Dazu braucht es aber auch etwas, dass man Grenzzaun nennt, mit einem wirksamen Überwachungssystem
Andreas (schweizweit.net) am 10.11.2007 um 08:27
@ Thomas: Es gibt zwei Hauptgründe, weshalb ich gegen Schengen war und bin:
1. Die Grenzen zur Schweiz werden sich dann unter anderem in Polen, Slowenien, Tschechien und Ungarn befinden. Aus diesen und vielen anderen Ländern kann in Zukunft ungehindert in die Schweiz eingereist werden. (Zum Beispiel per Flugzeug.) Auch bin ich mir nicht sicher, ob jene Länder, welche ans Meer grenzen (Griechenland, Spanien etc.) ihre Küsten wirksam und flächendeckend überwachen können.
2. Sobald ein Land sich mit grösseren Sicherheitsproblemen konfrontiert sieht, hebt es die Schengen-Verpflichhtungen vorübergehend auf. Sei dies nun Österreich damals bei den Krawallen rund um das Weltwirtschaftstreffen in Salzburg oder Frankreich bei den Terroranschlägen im Baskenloand oder Italien beim Weltwirtschaftsgipfel in Genua. So sicher kann das Schengener Abkommen also nicht sein.
@ Mousseman: Genau diese Grenzüberwachung wird, wie schon gesagt, in Zukunft durch Schengen verunmöglicht. Unsere Grenze befindet sich dann in Osteuropa, an der Mittelmeerküste etc.
mousseman am 10.11.2007 um 11:33
Und so wie ich es sehe kriegen genau diese Länder keine funktionierende Grenzüberwachung auf die Reihe.
Na toll. Vielleicht sollte denen mal einige tausend Kilometer Zaun für einen Doppelzaun spendieren, mit einem Minenstreifen aus Antipersonen- und Tellerminen dazwischen. Wer das aber vorschlägt, macht sich gleich zum Ebenbild von Hitler, obschon man diese Einrichtung anno dazumal in der DDR ‘antifachistischer Schutzwall’ nannte.
Ich nenn’s einfach ‘Durchsetzung geltender Gesetze’. Ob die Gesetze dann gut oder schlecht sind, muss in einem zweiten Schritt entschieden werden.
Andreas (schweizweit.net) am 10.11.2007 um 21:36
Mmh… Gleich einen “Doppelzaun” halte ich dann doch für gar grob. Was die Durchsetzung geltender Gesetze anbelangt, bin ich wieder gleicher Meinung.
Ich denke mal, kaum jemand ist dagegen, dass bestehende Gesetze entsprechend umgesetzt werden. :)
mousseman am 10.11.2007 um 21:38
Doppelzaun ist das Einzige, was taugt. Ein Einfachzaun wird durchgeschnitten, wie an der US-Südgrenze. Wenn hingegen dann ein Todesstreifen existiert, der vermint ist, wird es sich das Gesocks reiflich überlegen, den Grenzdurchbruch zu wagen.
Der Doppelzaun ist als Sicherheitsmassnahme, damit nicht Unbeteiligte und Unschuldige auch draufgehen.
Andi am 11.11.2007 um 23:59
OH MY GOD… nein, jetzt hat der Schaum-Mann auch schweizweit.net erreicht. Viel Spass, Andreas!
Blocher? Mörgeli? Schlüer? Alles linke Weicheier gegen moussi. Ihr seid zwar politisch ähnlich gelagert, aber der Mausemann schmeisst nicht mit Schoggimousse, sondern mit scharfer Munition. So einen hätte Honecker an der Grenze gut brauchen können. Gut, öppedie kann er richtig diskutieren, und wir sind ja nicht so.
Die Kontrollen an den Bahnhöfen brauchen wir nicht unbedingt, das stimmt. Aber noch weniger brauchen wir Rassisten-Schmier, die sich zuerst mal grad unbescholtene schwarze Google-Angestellte aus der Menge greift und damit das Image unseres Landes weiter beschädigt.
Quelle: SonntagsZeitung von heute
mousseman am 12.11.2007 um 01:43
Nicht jeder Schwarze ist ein Drogendealer - das stimmt. In gewissen Gegenden dürfte aber ungefähr jeder Drogendealer ein Schwarzer sein.
Wenn ich aber bei der Reithalle in Bern wäre, würde ich als Polizist erst mal jeden Schwarzen rausnehmen, wegen der höheren Trefferrate - obschon gerade dort etwa 50% der Gesamtpopulation sicher was ‘zum Naschen’ in den Taschen haben. Und ein Polizeibeamter kann nicht urteilen, wo einer wohnt oder arbeitet. Wenn er allerdings korrekt angezogen ist und Anzug & Krawatte trägt, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass er etwas Verbotenes dabeihat. Eine kurze Beschnüffelung durch einen Drogenhund kann aber nicht schaden - gerade dort, wo Krawatte und Anzug geläufig sind, ist der Anteil der Abbauprodukte von Koks im Abwasser am höchsten…
Es wäre für unser Land vermutlich weit weniger schädlich, wenn man die eigenen Grenzen - und nicht die irgendwo im ‘fernen Osten’ kontrollieren würde. Ich halte Schengen für die Freiheit und Sicherheit der Bürger für den grössten Reinfall aller Zeiten.
Man müsste ja nicht gleich die Schweizer Grenze verminen, aber ausreichend Drohnen mit leistungsfähigen Kameras sowie hubschraubergestützte Greiftrupps von der Grenzwacht wären auch nicht schlecht. Ist aber nicht ganz billig.
Das Problem mit Schengen ist, dass man aber die Länder an den Aussengrenzen sensibilisieren müsste, keine illegalen Einwanderer durchzulassen oder in den ‘reichen’ Westen weiterzuschicken, um sie loszuwerden, wie z.B. Griechenland oder Italien das tun - und das geht am besten über den Geldbeutel und Zwangsmassnahmen. Bei Bulgarien & Co. hätten wir den wirksamen Hebel über die Ostmilliarde - wenn wir einen illegalen Asylanten erwischen, der durch diese Länder hindurch ist, wird die Ostmilliarde um eine halbe Million gekürzt. Bei den anderen Länder wird man sicher auch noch schmerzhafte Massnahmen finden.
Dann brauchen wir auch nicht die mobilen Greiftrupps, die in der Schweiz herumtigern und auf’s Geratewohl mal eine Kontrolle durchführen und alle Leute nerven.
An so etwas erinnere ich mich an meine Reisen hinter den eisernen Vorhang in den Achtzigern - und schon damals ist mir das sauer aufgestossen.
Andreas (schweizweit.net) am 13.11.2007 um 19:10
Auch wenn ich in einigen Punkten nicht so sehr rechts stehe wie Du, gibt es doch ein paar Dinge, die ich gleich sehe:
- Eine Kontrolle an unserer Grenze wäre sicher gründlicher als eine Kontrolle an der EU-Aussengrenze
- Schengen wirkt sich negativ auf unsere Freiheit und Sicherheit aus
- Für die Grenzstaaten muss es Konsequenzen haben, wenn sie die Kontrollen nicht ordnungsgemäss durchführen
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass viele Schweizer Stimmbürger es bald bereuen werden, bei der Schengen-Abstimmung ein JA in die Urne gelegt zu haben und dass diese dann wieder zurück zum bisherigen, bewährten System wollen. Dies wird spätestens dann der Fall sein, wenn die mobilen Kontrollen auf Autobahnen, in Bahnhöfen und Städten zunehmen und Leute deswegen ihre Termine nicht einhalten können.
Oli am 05.12.2007 um 13:26
Ich bin nach wie vor für Schengen.
Die Schweiz nimmt nicht an der Zoll - Union Teil, schon von daher ändert sich an der Grenzkontrolle nichts, denn es werden weiterhin Gepäckkontrollen an der Schweizergrenze vorgenommen, dabei wird auch die Person selbst überprüft.
Schengen schafft etwas mehr Gerechtikeit, was nicht heissen soll das ich es toll finden würde wenn aus dem erweiterten Osten unerwünschte Personen Schengen als Einreiselizenz missbrauchen würden.
Friedrichshafen am 26.12.2007 um 18:00
1. Kennt ihr ein Schengenland, das solche Aktionen startet, wie am Zürcher Hbf?
Bei manchen schimmert der Blocher wirklich noch durch, bzgl. Paranoia und populistische Angstmache. Das kann er gut, der Mann.
“- Schengen wirkt sich negativ auf unsere Freiheit [...] aus”
Wie das?
Das ist doch gerade der Punkt, Reisefreiheit.
Wie das mit der Reisefreiheit ist, fragt ihr am besten einen, der in den ehem. Warschauer Pakt-Staaten lebt/gelebt hat.
meines Wissens sind Zollkontrollen im ganzen Schengenraum möglich und zulässig (nicht zu verwechseln mit Personenkontrollen; beschränkt sich also auf Waren).
Andreas Hobi (schweizweit.net) am 26.12.2007 um 18:09
Ich denke nicht, dass ich mich wirklich “frei” fühle, wenn ich jederzeit mit einer Personenkontrolle rechnen muss… Die Reisefreiheit innerhalb des eigenen Landes wird gegenüber dem bisherigen Zustand eingeschränkter.