Wie werden wir in Zukunft von A nach B kommen? Was wird sich in den nächsten Jahren auf unseren Strassen, Schienen und in der Luft ändern? Herrscharen von Forschern wollen dies herausfinden.
Unbestritten ist, dass Mobilität Auswirkungen hat auf die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft. Immer mal wieder hört man nach einem grösseren Stau, wieviel er die Wirtschaft gekostet hat. Handkehrum ist es für die Wirtschaft sehr wichtig, dass ihre Güter und Mitarbeiter schnell und bequem von einem Ort zum anderen kommen.
Die Globalisierung sorgt dafür, dass diese Transporte auch in Zukunft noch stark zunehmen werden.
Individualverkehr
Wann werden die ersten Autos kommen, welche vor gefährlichen Situationen warnen? Wann wird die erste Windschutzscheibe Verkehrsinformationen und Navigationshinweise einblenden können? Wann werden sich die Autos untereinander vernetzen und sich so gegenseitig vor Staus und Unfällen warnen? Wann werden wir nicht nur für unseren Heimcomputer, sondern auch für den Bordcomputer des Autos regelmässige “Updates” durchführen müssen dürfen? Fragen über Fragen, an deren Antworten tausende von Menschen fleissig arbeiten.
Eisenbahn
Im Ausland wird der Trend anhalten, dass die Züge immer noch schneller und noch schneller werden. In der Schweiz jedoch machen schnellere Züge im Moment keinen Sinn. (Mal abgesehen von der Swissmetro.)
Im Güterverkehr werden je länger je mehr automatische Kupplungsverfahren zum Einsatz kommen. Auch automatisierte Rangier- und Umschlagsbahnhöfe stehen schon in den Startlöchern. Der CargoMover ist Eisenbahn-Fans schon längstens ein Begriff; er kann dank ausgeklügelter Technik selbständig Güter beim Kunden abholen und sie zum Ziel bringen, er erkennt automatisch Hindernisse und Lücken im Fahrplan, die er für seine Fahrten nutzt.
Reiseplanung
Sogenannte “Personal Travel Assistants” werden wir in Zukunft vermehrt nutzen. Das sind Computerprogramme, welche über aktuelle Daten betreffend Fahrpläne, Staus, Flüge und vieles mehr verfügen und mit diesen Daten die optimale Reiseroute bestimmen. Selbstverständlich kann man über sie auch gleich die entsprechenden Tickets lösen und bezahlen.
Bei der Kundeninformation wird vermehr auf dynamische Infos gesetzt. Die laufend aktualisierten Abfahrtszeiten werden auf elektronischen Bildschirmen angezeigt, bei Störungen werden die Kunden umgehend informiert. Dies klappt heute bekanntlich noch nicht so hervorragend.
Die heutigen Tickets wird es irgendwann nicht mehr geben. An ihre Stelle treten Smartcards, wie sie zum Beispiel vom Stadtbus Chur bereits heute verwendet werden. Dank den Smartcards wird es möglich sein, die Preise der Nachfrage anzupassen. In nachfrageschwachen Zeiten werden die Preise günstiger sein, als sie es heute sind, in Zeiten mit grosser Nachfrage steigen die Preise. Sonderangebote werden selbstverständlich ebenso berücksichtigt.
Siemens
So stellt sich die Firma Siemens die Zukunft vor:
- Im Fahrzeug der Zukunft sind alle elektronischen Komponenten sicher vernetzt. Damit lassen sich leistungsfähige Assistenzsysteme für den Fahrer realisieren – insbesondere in Verbindung mit den externen Kommunikationsmöglichkeiten
- Dank vernetzter Telematiksysteme erhalten die Fahrer stets die aktuellsten Informationen, etwa über Staus oder Verkehrszeichen, die dann im Auto angezeigt werden.
- Mit Hilfe vielfältiger Sensoren (etwa Radar oder Kameras im Auto), der selbständigen Kommunikation von Fahrzeugen untereinander und einer automatisierten Situationsanalyse wird der Fahrer vor unsichtbaren Gefahren gewarnt.
- Die Magnetschwebetechnik wird sich in Zukunft für schnelle Regional- und Fernverbindungen etablieren
- Der Güterverkehr wird verstärkt automatisiert: durch elektrifizierte Güterwaggons, automatisches Kuppeln, vollständig automatisierte Rangierbahnhöfe und den selbsttätig fahrenden Cargo-Mover, der kleine Ladungseinheiten bei den Kunden abholt.
- Die Verkehrsfluss-Erfassung (Schiene + Strasse) wird durch preiswerte Lösungen verbessert, etwa durch Radarüberwachung aus der Luft, mit der grosse Flächen beobachtet werden können.
- Der Komfort für Passagiere wird deutlich erhöht, beispielsweise durch das elektronische Fahrgeldmanagement mit Smartcards, die berührungslos erfasst werden, sowie durch Systeme, die automatisch den günstigsten Preis ermitteln.
- Hochentwickelte Betriebsführungs- und Sicherungssysteme ermöglichen einen weitestgehend automatischen, bedarfsgesteuerten Bahnbetrieb.
- Neue integrierte Systeme ermöglichen in der Personen- und Güterlogistik – beispielsweise durch computerunterstütze Entscheidungshilfen – einen sicheren Umgang mit unvorhergesehenen Ereignissen, wodurch das Flottenmanagement und die gesamte Logistikkette effizienter werden.
- Dynamische – stets aktuelle – Fahrgast-Informationen erleichtern die Nutzung des Öffentlichen Verkehrs.
- Personal Travel Assistants sind intelligente Computerprogramme, die mit entsprechenden Mobilgeräten immer und überall eine den Wünschen des Nutzers und den aktuellen Gegebenheiten entsprechende Reiseplanung und -durchführung ermöglichen.
- Fahrzeuge der Zukunft leiten aus dem Fahrverhalten verschiedenste Daten, zum Beispiel über Staus, ab und melden sie selbsttätig an die Verkehrsmanagementzentrale.
Wie denkt ihr darüber? Wie stellt ihr euch die Zukunft vor?
Bilder und Quelle: Siemens


