Manchmal hört man Dinge im Zug, die glaubt man zuerst gar nicht. Anders ist es bei der folgenden Geschichte. Diese erzählte mir ein Grenadier der Schweizer Armee gleich selbst:

Er habe vor einiger Zeit mal seinen Marschbefehl irgendwo in Isone liegen lassen und sei somit ohne Fahrausweis in den Zug gestiegen. Jedoch habe er seinen Kampfanzug getragen, was ja auch als Billett gelte.

Dann sei so ein doofer Billettkontrolleur gekommen, der ihn deswegen “zusammengeschissen” habe. Als der Kondukteur wegen des vergessenen Marschbefehls die Militärpolizei rufen wollte, sei er (= der Grenadier) vom Platz aufgeschossen und habe den Kondukteur mit einem gezielten Schlag, wie er es in Isone gelernt habe, niedergestreckt.

Zuerst konnte ich die Geschichte kaum glauben, nachher stellte ich jedoch Nachforschungen an, und siehe da: Die Personalien des Mannes sind doch tatsächlich in der RogF-Datenbank gespeichert. (RogF = Reisender ohne gültigen Fahrausweis.) Anscheinend ist da wirklich mal “etwas gewesen”. Ob sich das Ganze auch tatsächlich genau so abgespielt hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht hat der Grenadier auch leicht übertrieben, als er mir die Geschichte schilderte.

Auf jeden Fall aber zeigt diese Geschichte, dass die Schweizer Armee Probleme mit ihren Einstufungstests hat. Anscheinend kann die Armee trotz dem hochgelobten Psycho-Fragebogen solche Menschen wie oben beschrieben nicht herausfiltern. Die Gefahr bei diesen Menschen besteht darin, dass sie die in der Grenadier-Ausbildung erworbenen Kampftechniken auch privat gegen unschuldige Personen einsetzen.

Und übrigens: Nein, die Uniform alleine gilt nicht als Fahrausweis. Der Marschbefehl muss immer auf Mann getragen werden!

Bild © Lawrence Whittemore (flickr.com)