Mmh… Was die wohl wollte? ;o)

Ich stehe vor dem Zug in Chur, es ist ca. 14:05 Uhr, der Zug wird um 14:16 Uhr abfahren.

Eine junge Dame (um die 21 Jahre) läuft an mir vorbei. Dann dreht sie sich um, schaut mich an und kommt zurück.

Gespräck gekürzt:

Dame: Grüezi! Ähm… Fährt dieser Zug nach Zürich??
Ich: Genau. So wie es hier oben (ich zeige auf die Anzeigetafel, welche fünf Meter von uns entfernt ist) angezeigt ist.
Dame: Ja, könnte ja sein, dass da falsch angeschrieben ist, oder? Ist das noch nie passiert?
Ich: Doch doch, ist bestimmt auch schon vorgekommen.
Dame: Ach so. Ja und du kommst auch mit oder bleibst du nur bis zur Abfahrt?
Ich denke mir: Soso, jetzt wechselt sie also schon vom “Sie” zum “du”…
Ich: Momol, ich habe vor, auch mitzukommen. Irgendwer muss ja auf die Fahrgäste aufpassen. ;o)
Dame: Cool. Mmh… Du bist aber noch ein recht junger Kondukteur.
Ich: Tja. (was besseres fällt mir gerade nicht ein. ;o)
Dame: Machst du das schon lange?
Ich: Seit über drei Jahren inzwischen. Davor habe ich das KV bei der SBB gemacht.
Dame: Dann hast du aber früh angefangen; wie alt bist du denn?
Ich: (lache) Was schätzt du?
Dame: Einundzwanzig?
Ich: Zweiundzwanzig. Gut geschätzt!
Dame: Wie lange arbeitest du heute noch?
Ich: Bis 19 Uhr, ich habe gerade erst begonnen.
Dame: Also hast du nicht nachher in Zürich Feierabend. (Es war deutlich, dass dies keine Frage sein sollte.)
Ich: Nein, erst wieder in Chur. Irgendwie muss ich ja auch wieder nach Hause kommen.
Dame: Ach so. Du wohnst hier. (Begeistert tönt anders) Hast du in Zürich Pause?
Ich: Ja, habe ich.
Dame: Kommst du was trinken?
Ich: Ähm… Sorry, ich habe nur kurz Pause und sollte noch rasch etwas im Aufenthaltsraum holen.
Dame: Och, schade. Jänu, man sieht sich im Zug.

Bei der Kontrolle fragte sie mich nochmals, ob ich nicht doch noch etwas trinken kommen wolle, sie würde mich einladen. Ich lehnte dankend ab. ;o) (Immerhin wartet zu Hause die Freundin…)

Symbolbild © rent-a-moose (flickr.com)