Sicherheit im Zug / Gewaltbereitschaft der Jugendlichen


Es ist nicht nur ein schweizweites Phänomen: Die Gewaltbereitschaft der Menschen, und vorallem der Jugendlichen, nimmt in erschreckendem Masse zu. Dies stellt auch das Zugpersonal fest. Früher hatte man noch Respekt vor Menschen in Uniform. Doch damit ist es heute vorbei.

Ein Beitrag aus dem aktuellen NZZ Folio:

Bis 1975 war ich in Uniform im Kreis 4 unterwegs, im Milieu an der Langstrasse, wo es damals schon rauh zuging. Aber es gab noch so etwas wie “Ganovenehre”, es war klar, dass man einen Polizisten nicht anfasst. Da konnte ich problemlos morgens um zwei Uhr allein in Uniform durch den Kreis 4 gehen. Und falls es doch brenzlig geworden wäre, wäre einem ein Zuhälter oder ein Rocker zu Hilfe geeilt. Ich habe das erlebt.

Heute sind die Patrouillen in der Regel zu zweit oder auch zu dritt unterwegs. Der Respekt vor der Amtsgewalt und der Uniform ist enorm gesunken. Polizisten sind ständig mit Menschen konfrontiert, die bereit sind, sich mit Gewalt zu widersetzen. Selbst Sanitäter und Feuerwehrleute werden von Alkoholisierten angegriffen und müssen durch die Polizei geschützt werden, etwa am Zürifäscht. Amtspersonen, die früher Respekt genossen, wie Tramkontrolleure, Betreibungsbeamte oder Lebensmittelinspektoren, sind immer häufiger auf Polizeibegleitung angewiesen.
Polizeioffizier Jürg Müller, im NZZ Folio vom September 2007 zum Thema “Sicherheit”. (Seite 62)

Zugbegleiter und auch andere Kontrolleure (sei es in Trams, Bussen oder sonstwo) werden je länger je mehr beleidigt und sogar tätlich angegriffen. Der Ruf nach Polizeischutz in den Randstunden und auf “schwierigen Strecken” wird immer lauter. In der Romandie musste dies leider bereits schon umgesetzt werden; in keinem Landesteil der Schweiz werden mehr Züge durch Polizisten begleitet als dort. Schwarzfahren, Tätlichkeiten und Vandalismus sind im Welschland an der Tagesordnung.

Die “Maerkische Allgemeine” schreibt in einem Artikel von Steffen Schulze über das Thema “Sicherheitsdienst muss Zugbegleiter zunehmend bei der Arbeit schützen”. Im Artikel wird beschrieben, wie die Gewalt auf einigen Regionallinien stark zunahm und was die Deutsche Bahn DB, beziehungsweise die “DB Sicherheit(entspricht bei uns der Bahnpolizei) dagegen unternimmt. Auch die Bundespolizei hat ihre Kontrollen in den Regionalexpresslinien verstärkt.

Wird das Problem durch eine erhöhte Polizeipräsenz gelöst?

Ich wage es zu bezweifeln. Man muss das Problem an den Wurzeln packen. Am vergangenen Freitagabend nahm ich an einer Veranstaltung in St. Gallen teil, an der Bundesrat Blocher über das Thema “Was hat Jugendgewalt und Jugendarbeitslosigkeit mit Erziehung zu tun” referierte. Er brachte es exakt auf den Punkt: Man muss bei der Erziehung ansetzen.


Ein paar Worte zur Rede von Bundesrat Blocher

Es wurde festgestellt, dass es bei der sich ausbreitenden Jugendgewalt eine auffallend häufige Gemeinsamkeit gibt: Die mangelnde elterliche Erziehung. Dazu gehören unter anderem:

  • Misshandlung und Vernachlässigung in der Erziehung
  • Mangelnde elterliche Aufsicht
  • Massive Streitigkeiten zwischen den Eltern
  • Inkonsequenter Erziehungsstil

Dazu kommen schulische Probleme, die laut Statistik besonders bei Fremdsprachigen auftauchen. Nicht zu unterschätzen ist laut Bundesrat Blocher auch die Zugehörigkeit zu einer Gewalt befürwortenden oder ausübenden Clique.

Man müsse die 68er-Kuschel-Pädagogik entsorgen, so Blocher weiter. Er brachte auch gleich ein Beispiel, was er unter “Kuschelpädagogik versteht:

Mutter zum Kind: “Wetsch ufruume, hä? Ja lueg mal diä Sauordning da; wetsch nid chli ufruume? Ja also, muesch nid wenn nid wetsch, gäll! I han nur denkt. Muesch nur, wenn Lust häsch. Ja wenn nid ufruume wetsch, tuen i dir suscht chli ufruume, isch guät?”

Diese antiautoritäre Erziehung bringt nichts. Man muss den Kindern Grenzen setzen; nur so werden sie im späteren (Berufs-)Leben mit Grenzen und Dingen, welche ihnen nicht passen, klarkommen.

Ausserdem ärgerte sich Blocher über Schulen, welche die Noten abschaffen und ein Der-Schüler-bestimmt-Konzept einführten. Die Schüler können in diesen Schulen selber bestimmen, in welchem Fach sie jetzt in diesem Moment gerade lernen wollen, welche Aufgaben sie lösen möchten, welche nicht und für jene, welche gerade zu gar nichts Lust hatten, gab es noch eine Ecke mit Sofa und Kissen und so… Ein Kuschelecken halt. Eine solche Schule sei angeblich im Aargau geplant. In Hamburg wird übrigens von der deutschen Sängerin Nena eine ähnliche Schule auf die Beine gestellt, die Neue Schule Hamburg.

Wo führt das hin, wenn Kinder während der ganzen Schulzeit nur jene Dinge machen müssen, an welchen sie Freude haben? Danach kommen sie in die Berufswelt und müssen auch Sachen erledigen, welche ihnen nicht passen. Das geht uns allen so. Wer während der Schulzeit nicht gelernt hat, damit umzugehen, wird massive Probleme erhalten.

Blochers Schlussfolgerungen:

  • Erziehung geht nicht ohne Konsequenz
  • Es gibt kein Vorwärtskommen ohne Anstrengung
  • Eine Schule, die nicht auf Leistung und Disziplin setzt, versagt in ihrem elementaren Auftrag

Doch zurück zum Thema Gewalt auf den Zügen: Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es manchmal Jahre dauern kann, bis ein Täter seine Strafe erhält. Jemand begeht mit 16 Jahren eine schwere Körperverletzung und wird erst mit 22 Jahren dafür bestraft. Wenn überhaupt. Dies darf so nicht sein! Eine Strafe macht nur dann einen Sinn, wenn sie unmittelbar auf die Tat folgt. Ich wurde bisher dreimal in meinem Job angegriffen. Alle Fälle sind über zwei Jahre alt. Ein Fall ist abgeschlossen, die anderen zwei laufen noch. Die Täter befinden sich nach wie vor in Freiheit, könnten mir theoretisch schon morgen im Zug begegnen. SOWAS DARF NICHT SEIN!

  • Schweizer, welche kriminell werden, müssen umgehend weggesperrt werden
  • Ausländer, welche kriminell werden, gehören ausgeschafft

Das ist meine Meinung, zu der ich voll und ganz stehe, auch wenn diese Aussage jetzt wieder den einen oder anderen Kommentar provozieren wird.

Ich bin der Meinung, dass dieses ganze Den-Täter-Therapieren nichts bringt. Wie wir immer mal wieder aus den Medien erfahren, werden Straftäter von irgendwelchen Psychologen und Psychiatern therapiert, freigelassen und schon begehen sie die nächste Straftat. Einer brachte es sogar fertig, sechs Mal den Führerstand abgegeben zu haben und trotzdem immer wieder von Psychiatern als “geheilt” bezeichnet zu werden. Diese Psychiater tragen nun Mitschuld am Tode eines jungen Mädchens, welches noch sein ganzes Leben vor sich hatte.

Ein Kommentar zu “Sicherheit im Zug / Gewaltbereitschaft der Jugendlichen”

  1. Ergänzungen zum Super-Illu Beitrag - Zentrale der Macht - Ein weiteres völlig uninterressantes und überschätztes Weblog am 23.07.2008 um 16:16

     

    [...] Schweizweit Informative Webseiten zu diesem Artikel: [1] [...]

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