Bei meinen Fahrausweiskontrollen stellte ich immer wieder fest, dass es schwieriger ist, Chinesen, Japaner, Asiaten, Schwarzafrikaner voneinander zu unterscheiden als Westeuropäer. Zudem stellte ich fest, dass es umgekehrt genauso läuft: Oftmals merkte ich, dass chinesische Touristen (zum Beispiel nach einem Personalwechsel in Zürich) nicht mehr wussten, ob ich derjenige war, der sie vor einer halben Stunde kontrolliert hat oder ob dies ein anderer Zugbegleiter war.

Woran liegt das? Weshalb sehen für mich viele Chinesen gleich aus? Wieso ähneln sich Japaner so stark? Und weshalb kann ich Westeuropäer bereits nach einem kurzen Anschauen von anderen Personen unterscheiden?

Wie man aus Oxford (USA) hört, soll es jetzt eine Erklärung dafür geben: Wir legen die “fremden” Menschen, zu denen zum Beispiel die Chinesen gehören, in eine andere “Schublade” ab als uns selbst. Wir teilen die Mitmenschen in zwei Schubladen:

  1. In-Group (eigen)
  2. Out-Group (fremd)

Zur ersten Gruppe gehören Menschen aus unserem Umfeld, zur zweiten Gruppe gehören Menschen, mit denen wir nichts zu tun haben. Der Cross-Race-Effekt tritt auch bei Tieren auf: Für einen Stadtmenschen sehen alle Kühe gleich aus. Der Bauer jedoch kann jedes Tier schon von weitem erkennen und von den anderen Kühen unterscheiden. Die Kühe sind in seiner In-Group.

Die Kriterien, nach denen wir die Menschen in die In- und die Out-Group einteilen sind dabei sehr verschieden: Hautfarbe, gleicher Verein, gleiche Schule, gleiches Alter, Mitarbeiter etc…

Wie die Schweizer Abendzeitung “heute…” schreibt, hatte man bisher geglaubt, wir hätten uns an die äussseren Merkmale unserer direkten Nachbarn so sehr gewöhnt, dass wir fremdartig erscheinende Gesichter kaum mehr unterscheiden könnten. Dies ist nun zum Teil widerlegt.

Neue Vermutung der Wissenschaftler:

Wir sind an fremdländisch aussehende Personen nicht gewöhnt und teilen alle Menschen darüber hinaus noch in Gruppen ein.

Quelle: heute…
Mehr Informationen zum Cross-Race-Effekt: Heute-Artikel