Zurzeit tobt ein Streit über die Kompetenzen der privaten Sicherheitsdienste, die auf Bahnhöfen und in Zügen für Ruhe und Ordnung sorgen. Grund ist die Bahnreform, mit der unter anderem die Aufgaben und Kompetenzen der Bahnpolizei neu geregelt werden.

Bürgerliche Nationalräte wehren sich dagegen, dass der Bahnpolizei das Tragen von Schusswaffen verboten wird. Linke Gutmenschen jedoch wollen genau dies verbieten und die Kompetenzen der Bahnpolizei massiv reduzieren. Haben die Linken Angst, dass einer ihrer zukünftigen Wähler erschossen wird (schliesslich kann man die Wähler in einem Wahlkampf immer gut brauchen) oder die Bahnpolizei die Schusswaffe aus Spass einsetzt? Ich hoffe nicht. Wenn man bedenkt, dass die Bahnpolizisten ohne Ausnahme an einer Polizeischule ausgebildet wurden, müssten sich die Bedenken eigentlich in Luft auflösen. Die Bahnpolizei wurde an der Waffe ausgebildet. Sie weiss, wie man damit umgeht. Ein Verbot von Schusswaffen, wie dies die Linke forderte, lehnte die bürgerliche Kommissionsmehrheit daher mit 12 zu 9 Stimmen ab.

Im Zugverkehr gelten - wie in der Schifffahrt - hoheitliche Befugnisse: Weil die Züge permanent Gemeinde- und Kantonsgrenzen überqueren, sind die SBB während der Fahrt für die Gewährleistung der Sicherheit verantwortlich. Deshalb gibt es die Bahnpolizei. 2001 haben die SBB diese Aufgabe mit der Gründung der Firma Securitrans ausgelagert. Die Aktiengesellschaft gehört zwar zu 51 Prozent den SBB, die anderen 49 Prozent hält aber die Securitas. Diese Teilprivatisierung ist höchst umstritten.
beobachter.ch

Die “offizielle” Polizei sieht in der Bahnpolizei eine Konkurrenz. Deshalb wehrt sie sich dagegen, dass diese zuviele Kompetenzen erhalten. Ich sehe das ein wenig anders. Wenn ich auf einem Zug Hilfe brauche, ist die Bahnpolizei oftmals schneller vor Ort als die Stadt- oder Kantonspolizei. Vorallem wenn ich mich in einem grossen Bahnhof befinde. Eine Einschränkung der Kompetenzen der Bahnpolizei würde also auf Kosten der Sicherheit unserer Kunden gehen. Wer will das schon?

Wenn sich die Bahnpolizei wirklich zu einer Konkurrenz der anderen Polizeikorps entwickelt, dann nur deshalb, weil sie einfach besser ist. Schön, wenn der Wettbewerb spielt.

Max Hofmann, Generalsekretär des Verbands Schweizer Polizeibeamter (VSPB) stört sich auch daran, dass die Bahnpolizei Personen festhält und kontrolliert oder sogar abführt. Nun, was soll daran falsch sein? Die SBB hat auf ihrem Hoheitsgebiet (in den Zügen und Bahnhöfen) das Hausrecht. Niemand wird gezwungen, einen Bahnhof oder Zug zu betreten und wer sich auf SBB-Gebiet daneben benimmt, muss mit Konsequenzen rechnen. Daran ist nichts falsch. Die ehrlichen und anständigen Bahnkunden haben rein gar nichts zu befürchten. Im Gegenteil: Sie werden von der Bahnpolizei beschützt. Der SBB ist es ein Anliegen, dass sich die Kunden bei uns wohl fühlen.

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