Was heisst WWJD?

von Andreas Hobi am 24. August 2007 · 4 Kommentare

Kürzlich stiess ich im Zug auf junge Amerikaner aus San Francisco, welche Armbänder mit den Buchstaben “WWJD” trugen. Ich sprach sie darauf an und fragte sie, ob dies etwas spezielles zu bedeuten hätte:

WWJD: Ballon© Foto amberlylane666 (flickr.com)

WWJD steht demnach für “What Would Jesus Do” (deutsch: Was würde Jesus tun). Dies soll die Menschen daran erinnern, sich immer wieder zu fragen, wie Jesus in dieser Situation reagieren, handeln oder denken würde. Auf den Markt gebracht wurden die Armbändern von Jamie Tinklenberg, der die Frage “What would Jesus do” in einem 1896 geschriebenen Buch von Charles Sheldon fand. Gemäss Tinklenberg / Wikipedia wurden bis anhin 52 Mio Armbänder verkauft. Tinklenberg dürfte also ausgesorgt haben. :)

Der Erfolg rief natürlich Nachahmer auf den Plan. Inzwischen prangt der Slogan “WWJD” auf Handtaschen, Schlüsselanhängern, Boxershorts etc. Zudem gibt es je länger je mehr Adoptionen des Slogans:

WHAT WOULD JESUS DRIVE
fragt eine Initiative für ökologisches Autofahren

WHAT WOULD JORDAN DO
fragen sich Basketball-Fans

WHAT WOULD JESUS DOWNLOAD
fragen sich die Entwickler für die kostenlose Linux-Distribution Ubuntu

WWAPD: WHAT WOULD A PIRATE DO
fragen sich die Glaubensanhänger des fliegenden Spaghettimonsters

WWSD: WHAT WOULD SCOOPY DO
unbekannter Autor

WWJDD: WAS WÜRDE JESUS DARÜBER DENKEN
fragt sich das Magazin “P.M. Fragen & Antworten” anlässlich des Rummels um die Armbänder

Ähnliche Slogans:

PUSH: PRAY UNTIL SOMETHING HAPPENS
Bete bis etwas passiert

DOG: DEPEND ON GOD
Verlass dich auf Gott

FROG: FULLY RELY ON GOD
Vertraue ganz auf Gott

GOLF: GOD OFFERS LOVE AND FORGIVENESS
Gott schenkt Liebe und Vergebung

BIG: BELIEVE IN GOD
Glaube an Gott

GC: GOD CHASER
Gott nachfolgen

Ganz schön verrückt nach Gott, die Amis! ;o) Aber wenn’s ihnen Spass macht…

Ich würde es auf jeden Fall begrüssen, wenn das amerikanische Militär diese Armbänder ihren Soldaten mitgibt, bevor diese in den Irak oder sonstwohin gehen. Dies könnte einiges Leid verhindern.

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Andreas Hobi arbeitet seit 2001 bei der SBB und dort seit 2004 beim Zugpersonal. In seiner Freizeit schreibt er auf schweizweit.net von seinen Erlebnissen und über andere spannende Stories aus der Welt des öffentlichen Verkehrs.

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{ 4 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }

Sam August 24, 2007 um 16:38

Ja, wenn alle danach wirklich handeln würden, hätte diese Welt, das Klima, das Miteinander noch eine Chance… (mein Ziel für mich ist es auf jeden Fall)

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Andreas (schweizweit.net) August 25, 2007 um 01:02

Ja, wenn alle danach wirklich handeln würden

Das wird wohl für immer ein Wunschtraum bleiben…

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Andi August 26, 2007 um 14:40

Gott, Götter, Jesüsser in allen möglichen Formen und anderer firlefanziger Aberglaube werden uns da kaum helfen können – da es solche Übersinnlichkeiten nicht gibt. Wir Menschen müssen uns da schon selbst helfen. Aber dass die Mehrheit der Menschheit dumm ist und lieber Mike Shiva und Konsorten, Propheten aller Art sowie witzig-bunt ausstaffierten Kirchenleuten folgt und zynischerweise auf inexistente höhere Mächte vertraut (ist ja sooo viel einfacher), wissen wir ja – denn selbst Unwetterkatastrophen bringen uns nicht zum Umdenken: Für Dich vielleicht interessant sind diese eindrücklichen, schlimmen Bilder von vor genau 20 Jahren, besonders die unterspülten Bahngeleise im Urner Reusstal.

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Otto Juli 5, 2008 um 21:42

“da es solche Übersinnlichkeiten nicht gibt”
Das behauptest du einfach so, als ob dus wüsstest. Aber gut liegst du da falsch.

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