Kontrolle© Foto SBB

Seit dem 1. Juli 2007 sind unsere SBB-Stichkontrolleure wieder in Uniform unterwegs. Als ich diesen Frühling zum ersten Mal von dieser geplanten Änderung hörte, schüttelte ich den Kopf. Ich ging davon aus, dass die Schwarzfahrer den Zug verlassen werden, sobald sie jemanden in Uniform sehen oder gar nicht einsteigen. Ein alter Schwarzfahrertrick: Man wartet am hinteren Ende des Perrons, lässt den Zug bei seiner Einfahrt an sich vorbeifahren und schaut in den Zug. Sieht man einen Kontrolleur, steigt man nicht ein. Dies wird durch die Uniform nun noch erleichtert, so war meine Befürchtung.

Anscheinend habe ich mich nicht getäuscht. Aussagen von Stichkontrolleuren in einer SBB-Publikation:

“Mir ist auch aufgefallen, dass viele potentielle Schwarzfahrer nach uns Ausschau halten. Wenn sie uns einsteigen sehen, steigen sie aus und warten auf den nächsten Zug. Vereinzelt gehen sie auch in letzter Sekunde abstempeln oder ein Billett lösen.”
(B. Russell, Zugbegleiterin Regionalverkehr)

“Einige Schwarzfahrer haben gemerkt, dass wir wieder Uniform tragen - sie liefen uns davon.”
(T. Holmgrenl & C. Fersini, Zugbegleiter Regionalverkehr)

“Vor allem Jugendliche hatten es plötzlich sehr eilig, am Automaten ein Billett zu kaufen, als sie uns sahen.”
(G. Zbinden, Chef Regionalverkehrspersonal)

Natürlich hat die Uniform auch Vorteile. So sind die SBB-Stichkontrolleure zum Beispiel leichter als Ansprechpersonen bei Fragen und Problemen erkennbar. Im Moment ist dieser Aspekt für die SBB wichtiger als die zusätzlichen Schwarzfahrer-Einnahmen, die sie generieren könnte. Mal schauen, wie lange diese Meinung anhält. Bereits heute behält sich die SBB das Recht vor, auf “Problemstrecken” vereinzelt wieder zivilie Kontrollen durchzuführen.

Wenn ich das nächste Mal auf einen Kollegen des Regionalverkehrs treffe, werde ich ihn mal fragen, ob und um wieviel seine Einnahmen zurück gegangen sind, seit er eine Uniform trage. Ich bin gespannt auf die Antwort! ;o)

Kürzlich hatte ich eine sogenannte “Dienstfahrt” in einem Regionalzug von St. Gallen nach Sargans (22:21 Uhr abends). Ich sass in Uniform im Zug, durfte jedoch nicht kontrollieren. Die Erfahrungen, welche ich dort gemacht habe und wie einzelne Leute reagiert haben, als sie einsteigen wollten und mich sahen, folgen in einem späteren Artikel.