DrogenBild © pixelio.de

Eine schräge Situation ereignete sich kürzlich im Zug: Eine junge Schweizerin reagierte nicht auf meine Aufforderung, ihr Billett zu zeigen. Stattdessen schaute sie gebannt zum Fenster raus. Als ich sie nach mehrmaligem Ansprechen mit der Billettzange anstubste, drehte sie sich zwar zu mir um, schaute mich jedoch nicht direkt an, sondern eher durch mich hindurch.

Als sie auch nicht auf Englisch und Französisch reagierte, wurde mir klar, dass hier irgendwas nicht stimmt. “Entweder die ist aus der Psychiatrie entflohen oder steht total unter Drogen”, war mein Gedanke. Auf jeden Fall brauchte sie professionelle Hilfe, das war klar. Für solche Fälle haben wir nur eine einzige Anlaufstelle: Die Einsatzzentrale der Bahnpolizei. Würde ich die Dame einfach laufen lassen, und ihr würde etwas zustossen… Wer weiss, ob man mir dann nicht gleich unterlassene Hilfeleistung oder so vorwerfen könnte. Immerhin war ich unter Umständen der Einzige, welcher von ihrem desolaten Zustand wusste.

Doch noch bevor ich dazu kam, die Nummer zu wählen, nahm die Dame langsam und zögerlich ihr Billett für die Fahrt nach Landquart hervor und zeigte es mir. Nun war alles in Ordnung und als sie den Zug dann in Landquart auch tatsächlich verliess, war die Sache für mich erledigt.