Punk liest Goethe

von Andreas Hobi am 24. Juli 2007 · Kein Kommentar

Ein sehr spezielles Bild bot sich Ende letzter Woche in einem meiner Züge: Im Zugsabteil sass ein Punk, (in der üblichen Bekleidung inkl. zu einem Kamm aufgestellte rot gefärbte Haare) und las Die Wahlverwandtschaften von Goethe. Davon hätte man fast schon ein Bild machen müssen. ;o)

Inhalt Die Wahlverwandtschaften gemäss Wikipedia:

Eduard, ein reicher Baron, lebt mit seiner Gattin Charlotte zurückgezogen in einem Schloss, das von einem großen Park umgeben ist. In zweiter Ehe haben die beiden Liebenden von einst endlich zueinander gefunden. Glücklich über ihre neue Lebenssituation widmen sie sich vornehmlich dem Garten und der Parkgestaltung. Diese Idylle wird gestört, als Eduard seinen Freund, den Hauptmann, auf das Anwesen einlädt. So lässt auch Charlotte ihre Nichte Ottilie herbeiholen, um ihr Gesellschaft zu leisten. Bald schon fühlen sich Eduard zu Ottilie und Charlotte zum Hauptmann hingezogen. Eines Nachts schleicht Eduard heimlich durchs Schloss und gerät auf der Suche nach Ottilie – “eine sonderbare Verwechslung ging in seiner Seele vor” – ins Schlafgemach seiner Gemahlin. In seiner Vorstellung ist es jedoch Ottilie, die er in den Armen hält, indes Charlotte das Bild des Hauptmanns vorschwebt. Aus dieser Vereinigung geht ein Kind hervor.
Als der Abschied von Ottilie und dem Hauptmann droht, gesteht Eduard Ottilie seine Liebe. Der Hauptmann und Charlotte verständigen sich wortlos, ihrer gemeinsamen Liebe zu entsagen. Eduard hingegen kann seine Gefühle nicht unterdrücken und zieht aus Verzweiflung in den Krieg.
Das Kind, welches gleichermaßen Ottilie und dem Hauptmann, nicht aber seinen leiblichen Eltern ähnelt, befindet sich in der Obhut von Ottilie, als Eduard aus dem Krieg zurückkehrt. Eduard bedrängt sie erneut in unbändiger Art. Ottilie versucht auszuweichen, indem sie in einem Kahn über den See zurückrudert. Beim hastigen Einsteigen kentert das Boot und das Kind ertrinkt. Ottilie beschließt daraufhin, ihrer Liebe zu Eduard zu entsagen. Schließlich zieht sie sich zurück, spricht und isst nicht mehr, bis sie schließlich an Schwäche stirbt. Eduard ist zum Schluss lebensmüde, stirbt aber eines natürlichen Todes.

Tönt dramatisch, muss ich mir vielleicht auch mal zu Gemüte führen… ;o)

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Andreas Hobi arbeitet seit 2001 bei der SBB und dort seit 2004 beim Zugpersonal. In seiner Freizeit schreibt er auf schweizweit.net von seinen Erlebnissen und über andere spannende Stories aus der Welt des öffentlichen Verkehrs.

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