Unfall PlaymobilBild © pixelio.de

Gestern kam es im Bahnhof Chur zu einem Beinahe-Unfall.

Ein von St. Moritz kommender Zug der Rhätischen Bahn hatte rund 7 Minuten Verspätung. Dieser Zug sollte auf Gleis 10 eintreffen; am gleichen Perron auf Gleis 9 wartete der Eurocity nach Zürich - Basel - Brüssel (Abfahrt 13:09 Uhr). Damit die Reisenden von St. Moritz schneller in den Eurocity umsteigen können und dieser weniger Abgangsverspätung erhält, entschloss sich der Fahrdienstleiter, den Eurocity ganz nach vorne an den Beginn des Perrons fahren zu lassen, und dies dann auch mit dem Zug der Rhätischen Bahn zu tun. Somit stellten sich den Umsteigenden keine störenden Treppen und Geländer in den Weg und sie können rasch umsteigen.

Soweit eine ganz gute Idee (und auch schon öfters so praktiziert). Doch wenn man einen Zug rund 4 Minuten vor Abfahrt noch bewegt, sollte man dies per Bahnhof-Lautsprecher bekannt geben, denn es stiegen nach wie vor Leute ein. Ich war der Zugchef des Eurocitys und der Fahrdienstleiter gab mir Bescheid, dass der Zug nach vorne verschoben wird. Aus Sicherheitsgründen schloss ich daraufhin die Türen des Zuges. Als sich der Zug rund 20 Sekunden nach dem Schliessen der Türen immer noch nicht bewegte, öffneten einzelne Personen die Türen wieder und stiegen ein, was ich auch vollkommen verstand.

Danach ging eine Dame von der Unterführung her an mir vorbei und wollte einsteigen. Just in dem Moment, als sie einen Fuss noch auf dem Perron und den anderen bereits im Wagen hatte, setzte sich der Zug in Bewegung. Mir stockte das Herz, als ich dies sah. In Gedanken sah ich sie bereits unter dem Zug. Glücklicherweise konnte sie sich noch mit einem Sprung in den Wagen retten und trug “bloss” eine Schürfwunde davon.

Als unser Zug einige Minuten später den Bahnhof Chur in Richtung Landquart verliess, ging ich zu der Dame und entschuldigte mich bei ihr. Sie beschwerte sich auch gar nicht gross, denn sie war (wie ich auch) froh, dass nichts schlimmeres geschehen ist. Als kleine “Entschuldigung” gab ich ihr noch einen SBB-Gutschein, denn sie bei der Elvetino oder am Bahnschalter verwenden kann.

Sie bat mich noch, den Vorfall bei der SBB zu melden, damit die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Dies werde ich in den nächsten Tagen selbstvertständlich auch tun, in der Hoffnung, dass sich solche Situationen nicht mehr zutragen.

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