SBB bringt WebTV & weiteres vom Blog-Radar

von Andreas Hobi am 20. Juli 2007

- Gemäss Informationen von fuellhaas.com plant die SBB ein WebTV in ihrem Intranet

- Der Trainblog und weitere Blogs stiessen auf die Flash-Version der SBB-Bahnhofsuhr

- Kybi reiste mit dem TGV nach Paris und schreit darüber in seinem Blog

- Travelblogger.ch meldet, dass die CityNightLine CNL ihre Kapazitäten ab Basel per 1. August 2007 erhöht

- “Die Züge verkehren planmässig – oder auch nicht” findet JacoBlök

- Anderer Meinung als JacoBlök ist jedoch gebloggt.ch: Die Information der SBB lässt kaum zu wünschen übrig

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Andi 23. Juli 2007 um 03:40

Aber jetzt würds mich von einem Betroffenen interessieren: Was ist denn dran so schwierig, in einem Zug den Passagieren eine Mitteilung zu machen, was Sache ist, anstatt sie eine halbe Stunde ahnungslos im Grauholztunnel warten zu lassen? Das Handy ist ja schon länger erfunden, also sollte man doch aus der Zentrale auch in Erfahrung bringen können, was weiter läuft – und wenn das nicht möglich ist, reicht schon eine höfliche Durchsage, dass man sich bemühe, baldmöglichst rauszufinden, was läuft. Da muss es doch sicher Dienstvorschriften geben, die besagen, dass die Passagiere bei besonderen Vorkommnissen innert einer bestimmten Zeit informiert werden müssen (und sonst gebietet es der gesunde Menschenverstand)?

Und warum tönen die Durchsagen, die nicht ab Harddisk kommen, oft realsatirisch? Nicht dass jedeR ZugbegleiterIn perfekt viersprachig sein muss, aber gewisse Ausspracheregeln… naja… und: Gibts keine Vorlagen, die in bestimmten Fällen verwendet werden können? Es passiert ja ab und zu mal, dass eine Lok zu heiss hat, aber wenn der Zugbegleiter dann auch noch schwitzend Sätze in 3-4 Sprachen neu formulieren muss, hmm…

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Andreas 23. Juli 2007 um 04:57

Schwierig ist es nicht, vorausgesetzt, wir sind nicht auch noch mit anderem beschäftigt. Grundsätzlich sollten wir innert 3 Minuten nach einer Störungen eine Durchsage machen.

Was nun, wenn wir innerhalb dieser Zeit nicht herausfinden können, was los ist? Gemäss SBB sollten wir das den Fahrgästen entsprechend mitteilen. Wie Du geschrieben hast so in der Art “Aus unbekannten Gründen…”.

Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie die Leute darauf reagieren. Manchmal ist es fast besser, gar nichts zu sagen, als “aus unbekannten Gründen”. Die Fahrgäste zweifeln bei letzterer Durchsage oftmals an unserer Daseinsberechtigung auf den Zügen.

Doch selbst wenn wir gewillt sind, eine Durchsage zu machen: Nicht immer ist dies innert kurzer Zeit möglich. Einige Wagen sind nach wie vor nicht mit Sprechstellen ausgerüstet. Es gibt sogar Züge, welche bloss eine einzige Sprechstelle am Zugschluss oder an der Spitze des Zuges haben. In einem Störungsfall dann zu dieser Sprechstelle zu gelangen, gleicht einem Spiessrutenlauf: Dauernd werden wir von den Fahrgästen etwas gefragt. Selbt mit der Antwort “Ich gebe Ihnen die Antwort später, jetzt muss ich zuerst eine Durchsage machen” geben sich viele nicht zufrieden. Verständlich, dass dann viele Zugbegleiter auf eine Durchsage verzichten.

Züge, welche in jedem Wagen eine Sprechstelle haben: Doppelstock (IC2000), Intercity-Neigezug (ICN)

Züge, welche nicht in jedem Wagen eine Sprechstelle haben: Viele der anderen, einstöckigen Züge

Ja, wir haben einige Vorlagen und Hilfestellungen für die Lautsprecherdurchsagen und die sollten wir auch auf uns tragen. Da ich immer eine kleine Tasche bei mir habe, trage ich auch die Vorlagen mit mir herum. Viele andere Zugbegleiter jedoch wollen keine Tasche mit sich herumschleppen und haben dementsprechend wenig Platz für zusätzliches Material.

Vielleicht ändert dies ja, wenn wir kurz vor der Euro08 die neuen Uniformen erhalten. (Das erfährst du jetzt exklusiv von mir. :)

Die SBB selber ist auch der Meinung, dass die Durchsagen noch verbesserungsfähig sind. Sie wird bestimmt auch noch einige Dinge in der Hinsicht unternehmen. In den ICN läuft seit einiger Zeit ein Pilotversuch: Wir geben am Anfang der Reise die Zugnummer ins System ein, danach laufen die Norm-Durchsagen automatisch vor jedem Halt. Theoretisch könnten wir dort inzwischen sogar Spezial-Durchsagen auslösen, welche nach einem Arzt verlangen, welche über die Frequenzerhebung informieren etc. (Selbstverständlich einwandfrei in allen Sprachen). Es soll angeblich auch mal möglich sein, vom Handy aus Durchsagen zu machen. Also noch während wir auf dem Perron, vor der Lok, etc. stehen. Schau’n wir mal.

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Andi 23. Juli 2007 um 12:38

Danke, das ist aufschlussreich!

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