Cisalpino
SBB July 17th. 2007, 01:43Kaum im Amt, schon plant der neue Cisalpino-Chef Alain Barbey neue Verbindungen nach Süditalien, Deutschland und Frankreich. Vorbildlich! Der will was bewegen!
Die Schweizer Zeitung “Bund” durfte mit ihm ein Interview führen und sprach diverse Themen an: Technische Pannen, genervte Kunden etc. Bezüglich der Verspätungen versucht er zu relativieren: “Da gibt es natürlich unterschiedliche Auffassungen. In Italien ist ein Zug, der 15 Minuten verspätet ist, immer noch pünktlich. In der Schweiz werden die Leute bei einer Minute Verspätung nervös.” In meinen Augen eine etwas unkluge Aussage, versucht er doch damit, uns Schweizer als kleinlich darzustellen. Trotzdem sei es sein Ziel, dass maximal 5% der Züge eine Verspätung haben. Um dieses Ziel zu erreichen, führte er Gespräche mit den Behörden in Italien, um den Cisalpino-Zügen eine höhere Priorität zu gewähren. In Italien hätten die Cisalpino-Züge zurzeit bloss Priorität 2-3, weshalb diese häufig warten müssen.
Danach gibt es einen kleinen Seitenhieb in Richtung der italienischen Mechaniker. Barbey wird gefragt, wie er das Problem mit den technischen Pannen in den Griff bekommen will. Seine Antwort: “Ein Problem ist, dass bis anhin die Wartung und Reparatur nur in Mailand gemacht wird; das war eine Abmachung mit Trenitalia. Doch schon jetzt haben wir erreicht, dass kleinere Reparaturen auch in Genf, Basel und Zürich ausgeführt werden können. Unser Ziel ist, dass ein Teil der Wartung der Neigezüge ab Dezember 2007 in Basel erfolgen kann. Es muss sich etwas ändern, denn wir wissen, dass unsere Kunden unzufrieden sind.” Scheint so, als sei er mit der Arbeit der Italiener nicht zufrieden. Ich hoffe, dass mit dieser Massnahme die Pannen reduziert werden können.
Sobald die neuen Cisalpino ETR 610 eingesetzt werden, will Barbey die “alten” Cisalpino ETR 470 aufwerten: Bildschirme wie in Flugzeugen, besserer Bordservice etc. Meine Frage: Wieso kann man den besseren Bordservice nicht jetzt schon auf die Beine stellen? Die Kunden würde es bestimmt freuen!
Bezüglich möglicher neuer Destinationen wägt Barbey ab: “Wir loten diverse Möglichkeiten im Westen und Süden Italiens wie Turin und Rom aus. Rom ist aber nur denkbar, wenn das italienische Hochgeschwindigkeitsnetz fertig gestellt ist. Aber auch Destinationen in Deutschland und Frankreich sind denkbar.” Mal schauen, was da noch so kommt. Doch vor der Expansion müssen in meinen Augen zuerst die bestehenden Probleme beseitigt werden. Ich bin zuversichtlich, dass Cisalpino das schafft und in Zukunft auf gleichem Niveau fährt wie TGV und ICE. ;o)
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