Regionalbahn Thurbo: Potenzial auch in Deutschland

von Andreas Hobi am 7. Juli 2007 · Kein Kommentar


Die Regionalbahn Thurbo, ein Tochterunternehmen der SBB, nutzt ihr in Potential in Deutschland zu wenig aus. Dies ergab eine Studie welche aus einer Zusammenarbeit der Universitäten Konstanz und Basel entstand.

Wie der Blog sgbodensee schreibt, seien dafür 5’000 Menschen entlang der Thurbo-Linie befragt worden. Es stellte sich heraus, dass die Schweizer das Angebot stärker nutzen als die Deutschen und dass es bei der Anbindung an den öffentlichen Verkehr in Konstanz noch Verbesserungspotential gibt. Diese fehlenden Anbindungen führen dazu, dass viele Schweizer ihr eigenes Auto nutzen, wenn sie nach Konstanz in den Ausgang gehen oder allgemein ihre Freizeit dort verbringen.

Wenn man bedenkt, dass Konstanz die viertwichtigste Ausgehstadt der Region ist und ein Drittel der Schweizer im Einzugsbereich der Thurbo öfters dorthin fahren, muss schnellstmöglich gehandelt werden. Es liegt nun an der Thurbo und der SBB, die Konsequenzen aus der Studie zu ziehen und die Verbindungen zwischen Konstanz und der Schweiz deutlich zu verbessern. Wie sgbodensee schreibt, empfehlen sich dafür Zeitungsanzeigen, Internet und Mund-zu-Mund-Propaganda. Das in Werbung investierte Geld könnte sich rasch auszahlen: Der Konstanzer Anteil am Thurbo-Kundenpotential liegt bei 20%!

Dass die Thurbo Expansionsgelüste hat, ist kein Geheimnis mehr. Bereits heute schon führt sie einen Morgenzug von der Thurgau-Bodensee-Region an den Flughafen Zürich und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie die Rheintalexpress-Linie der SBB auf der vollen Strecke St. Gallen – Chur übernimmt. Diese Linie gehört zu denjenigen SBB-Linien, welche Verluste schreiben; trotzdem muss nach wie vor jeder Rheintalexpress vom Zugpersonal begleitet werden, da die Wagen nicht für den kondukteurlosen Betrieb ausgerüstet sind. Die SBB hat also grosses Interesse daran, die Züge durch Thurbo-Kompositionen zu ersetzen, um einerseits über günstigeres Rollmaterial zu verfügen und andererseits den Kondukteur einsparen zu können. Ich bin mir nicht sicher, ob dies den Kunden auch wirklich gefallen wird. Es könnte dann soweit kommen, dass die SBB-Fahrgäste während des ganzen Tages keinen SBB-Mitarbeiter mehr zu Gesicht bekommen: Viele Bahnhöfe im St. Galler Rheintal bestehen bereits heute schon aus avec-Shops, die früheren SBB-Schalter existieren nicht mehr. Wer Billette kaufen will, begibt sich entweder in den Shop oder wendet sich an den Billettautomaten. Nun soll also auch noch während der Reise kein SBB-Mitarbeiter mehr für die Kunden da sein dürfen? Mal schauen, wie das ausgeht…

Quelle: sgbodensee.blogspot.com

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Andreas Hobi arbeitet seit 2001 bei der SBB und dort seit 2004 beim Zugpersonal. In seiner Freizeit schreibt er auf schweizweit.net von seinen Erlebnissen und über andere spannende Stories aus der Welt des öffentlichen Verkehrs.

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