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Bereits zum zweiten Mal wurde ich nun verdächtigt, ein potentieller Bomben-Attentäter zu sein. Im Gegensatz zum ersten Mal, war ich diesmal jedoch selber schuld.

Wie immer stellte ich meinen Dienstkoffer im Eurocity in das sogenannte Dienstabteil. Dieses ist reserviert für Zugpersonal und Zoll. Normalerweise ziehe ich dann jeweils den Vorhang dieses seperaten Abteils, damit niemand die Koffer und Unterlagen sieht und auf die Idee kommen könnte, etwas zu stehlen. Nicht dass ich meine Fahrgäste grundsätzlich als Diebe verdächtige, jedoch kennen wir alle das Sprichwort: “Gelegenheit macht Diebe.”

Dieses Mal vergass ich, den Vorhang zu ziehen. Etwa zehn Minuten nach Abfahrt kam eine ältere Dame aufgeregt auf mich zu. Sie meldete mir, dass kurz vor der Abfahrt ein Herr den Zug verliess und nicht wieder eingestiegen sei. Nun habe sie da in einem abgeschlossenen Abteil einen schwarzen Koffer gesehen, der anscheinend niemandem gehöre. Sie mache sich Sorgen.

Ich ahnte schon, welchen Koffer sie meinen könnte, und so war es dann auch. Ich erkläre ihr, dass dies mein Koffer sei und sie sich keine Sorgen zu machen bräuche. Danach war die Dame sehr beruhigt.

Keine Ahnung, wie es zu dieser Nachlässigkeit kommen konnte, dass ich den Vorhang nicht schloss. Jedenfalls werde ich dies in Zukunft hoffentlich nicht mehr machen. Trotz allem finde ich es toll, dass wir so aufmerksame Fahrgäste haben, welche uns hoffentlich auch in einem “Ernstfall” auf solche Dinge hinweisen werden.

Sollte einer meiner Leser mal in einem Zug sitzen, welcher nicht von Zugpersonal bedient wird und dabei eine Unstimmigkeit bemerken (anonymer Koffer, Gewalt, Vandalismus etc), kann er auch direkt die Bahnpolizei verständigen. Dies geht in der ganzen Schweiz ganz einfach über die Gratisnummer: 0800 117 117. (Missbrauch wird bestraft. Auch Anrufe mit unterdrückter Rufnummer werden zurück verfolgt.)