Schwarzfahrer greift Polizei an

von Andreas Hobi am 23. Juni 2007 · Kein Kommentar


Bild © pixelio.de

Im Moment scheinen sich die Polizei-Einsätze in meinen Zügen zu häufen. Gestern musste ich schon wieder eine Patrouille kommen lassen, um für Recht und Ordnung zu sorgen.

Ich war unterwegs von Zürich HB nach Biel / Bienne und in meinem Zug sass ein junger Herr, der zwar von Zürich nach Biel fuhr, mir jedoch weder ein Billett vorweisen konnte, noch bereit war, eines zu bezahlen. Aufschreiben konnte ich ihn auch nicht, da er keinen Ausweis dabei hatte. Ich bat ihn, mir auf einen Zettel seine Angaben, inkl. Adresse, zu schreiben. Doch irgendwie erschienen mir seine Angaben unglaubwürdig.

Da er dann auch noch anfing, mich als Wichser zu beschimpfen und die anderen Fahrgäste zu belästigen, musste ich in Biel wohl oder übel die Polizei kommen lassen. Diese wurde von ihm dann natürlich auch gleich als Hurensöhne beschimpft. Auch andere Ausdrücke fielen von seiner Seite.

Der Polizist und die Polizistin der KAPO Bern liessen sich jedoch nichts anmerken und wir gingen zusammen die Unterführung entlang, um ihn in einem seperaten Raum durchsuchen zu können. Doch urplötzlich, ohne dass wir es ahnen konnten, griff er in der Unterführung den Polizisten an. Dieser reagierte umgehend und warf den Schwarzfahrer mit voller Wucht, auf die erstbeste “Wand”. Dies war der Stand des “Brezelkönigs” in der Unterführung, welcher dann leicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. Gleich darauf lag der Herr dann auch am Boden und ihm wurden Handschellen angelegt.

Wie in der Westschweiz (und anscheinend auch in Biel) so üblich, wurden wir bei dieser Aktion auch gleich von Passanten als “Fuck Police” beschimpft. (Glücklicherweise kam es jedoch nicht zu Szenen wie in Paris…) Danach gingen wir zu einem am Rande des Bahnhofs gelegenen Raum, in welchem sich ein Tisch und zwei Zellen befanden. Zuerst durfte der werte Herr seine Taschen entleeren, danach wurde er in die eine Zelle geführt und gebeten, sich auszuziehen. Ich wartete nach wie vor darauf, dass man einen Ausweis fand, so dass ich seine Personalien dem SBB-Rechtsdienst beziehungsweise dem Inkassocenter weiterreichen konnte.

Tatsächlich fand die Polizei danach eine Krankenversicherungskarte, und es stellte sich heraus, dass die Personalien, welche er mir im Zug angegeben hat, nicht stimmten. Ich hatte nun, was ich brauchte und konnte den Raum wieder verlassen. Der Schwarzfahrer drohte mir noch, dass er mich “bei der nächstbesten Gelegenheit umlegen” werde, weshalb ich die Polizei bat, noch etwa 5 Minuten mit der Freilassung des Herrn zu warten, damit ich genügend Zeit habe, in den SBB-Aufenthaltsraum zu gelangen. Der Polizist riet mir noch, Anzeige zu erstatten wegen den verbalen Äusserungen, doch das ist in meinen Augen nur Zeitverschwendung. Er jedoch wird nach eigenen Angaben Anzeige erstatten wegen des tätlichen Angriffs des Schwarzfahrers auf ihn.

Übrigens: Nebst der Krankenversicherungskarte fand die Polizei auch noch ein Tütchen mit Drogenrückständen. So unschuldig war der Schwarzfahrer also doch nicht.

Vorschau: DAS SBB-MONOPOLY: Wie es funktioniert, die Spielregeln und was ihr dazu braucht! Am Montag in diesem Blog!


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