Es war wiedermal Samstagmorgen. Ich hatte Frühdienst und wie immer an einem Samstag- oder Sonntagmorgen tummelten sich zahllose Ausgänger der vergangenen Partynacht im Zug.


Bei meiner Kontrolle fand ich dann in einem der letzten Wagen zwei Jugendliche, welche quer auf den Sitzen lagen und anscheinendn schliefen. Ich versuchte sie zu wecken, doch der eine reagierte gar nicht und der andere schlug leicht aus. Ich versuchte es ein paar Minuten später nochmals, wieder ohne Erfolg. Da ich als Laie nicht erkennen konnte, ob die vielleicht eine Alkoholvergiftung hatten (für mich schaute es danach aus, als seien sie im zweiten Stadium einer Alkoholindoxikation) und schon halb im Nirwana waren oder ob sie schlicht und einfach schwarzfahren wollten, rief ich die Zentrale der Securitrans. Die Dame am anderen Ende der Leitung sagte mir, sie werde in Buchs SG eine Patrouille der Kantonspolizei vorbei schicken. Diese werde sich um die beiden Jungs kümmern und vor Ort über einen allfälligen Einsatz eines Rettungswagens entscheiden.

So war es dann auch. Zu dritt stürmten die drei Uniformierten in den Wagen und es dauerte keine 60 Sekunden, da lagen die Jugendlichen bereits schon draussen auf dem Perron noch bevor sie wussten, wie ihnen geschah. Sie rochen extrem stark nach Alkohol und waren kaum ansprechbar. Da ich danach gleich weiter fahren musste, kenne ich das Ende der Geschichte nicht. Es ist jedoch anzunehmen, dass die beiden Jugendlichen zumindest den Promillewert feststellen lassen mussten und allenfalls in Pflege gebracht wurden.

(Das Bild entspricht nicht dem oben beschriebenen Einsatz, sondern zeigt eine Spezialeinheit der Genfer Polizei bei einer Übung für die Euro08.) Bild © keystone