Der Bär ist los in Graubünden

von Andreas Hobi am 6. Juni 2007 · Kein Kommentar


Bilder © pixelio.de

Die Ferienecke der Schweiz hat eine neue Attraktion: Wieder einmal wurde ein Bär beim Schweizer Nationalpark in der Nähe von Zernez gesichtet. Der bündner Schulleiter Fadri Gottschalk stiess zufällig auf einem Rundgang auf den Meister Petz. Ich mag mich noch an den Bären Lumpaz erinnern, welcher sich im Juli 2005 ebenfalls in den Bündner Bergen aufhielt. Damals hatte ich spürbar mehr Fahrgäste im Zug, welche Billette in Richtung Nationalpark hatten. Ob der neue Bär ebenfalls zu einem ähnlichen Pilgerstrom führen wird, kann ich jetzt noch nicht beurteilen.

Angst haben muss man vor dem Bär nicht. Er ist zwar eines der grössten an Land lebenden Raubtiere der Erde, hat jedoch meistens eine natürliche Scheu vor uns Menschen. Auch die Bergbauern brauchen sich kaum zu fürchten: Der Braunbär isst vorallem pflanzliche Nahrung wie Gräser, Kräuter, Blüten, Wurzeln, Knollen, Nüsse und Pilze. Manchmal ernährt sich der Bär auch von Vögeln und Nagetieren. Nur vereinzelt kommt es zu Übergriffen auf Weidetiere wie Schafe, Ziegen oder Rinder. Was übrigens laut Internetquellen auf keinen Fall zu empfehlen ist: Bei der Begegnung mit dem Bär einen Hund bei sich zu haben. Dies führte in der Vergangenheit zu gefährlichen Situationen für Mensch und Tier, vorallem wenn der Hund hinter dem Menschen steht und gleichzeitig den Bären anbellt. Der Bär wird das Gebelle dann dem Menschen zuordnen und ihn angreifen. Sollte man trotzdem mal in eine solche Situation geraten, ist es wohl am besten, den Hund von der Leine zu lassen und seinem Schicksal zu überlassen. Dem eigenen Schutz zuliebe. Ausserdem sollte man den Bär nicht erschrecken oder provozieren. Normales Sprechen jedoch vertreibt den Bär. Sollte der Bär trotzdem mal angreifen: Auf keinen Fall wegrennen, sondern sich einfach tot stellen. (Sich mit dem Bauch auf den Boden legen und die Hände im Nacken verschränken.) Dies ist anscheinend die sicherste Möglichkeit, den Angriff zu überleben, braucht jedoch einige Überwindung.


Die Wahrscheinlichkeit, dass man den Bär sieht, ist jedoch eher klein. Meister Petz ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und eher nur im Frühling und Herbst auch tagsüber anzutreffen.

Vielleicht bringt die SBB dennoch mal spezielle “Bär-Kombi-Billette” auf den Markt. Im Kombi-Billett könnte folgendes enthalten sein:

- SBB-Bahnfahrt ab einem Schweizer Bahnhof nach Landquart
- RhB-Bahnfahrt nach einem beliebigen Bahnhof zwischen Scuol-Tarasp und St. Moritz
- Geführte Tour durch den Nationalpark mit einem Wildhüter
- Rückfahrt

Hoffen wir auf viele Bär-Sichtungen und darauf, dass “unserem” Bären nicht das gleiche Schicksal blüht wie dem Bär Bruno in Bayern…

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Andreas Hobi arbeitet seit 2001 bei der SBB und dort seit 2004 beim Zugpersonal. In seiner Freizeit schreibt er auf schweizweit.net von seinen Erlebnissen und über andere spannende Stories aus der Welt des öffentlichen Verkehrs.

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