Kondukteur plante Bomben-Attentat

von Andreas Hobi am 5. Juni 2007 · 2 Kommentare

Eine spezielle Situation ereignete sich gestern im Bahnhof Basel SBB: Ich kam mit einem morgendlichen Pendlerzug von Zürich her nach Basel SBB. Zwar fuhr ein anderer Kondukteur mit dem Zug zurück nach Zürich und ich hatte eine Stunde Pause, doch vor der Pause war ich noch dazu eingeteilt, ein wenig vor dem Zug zu stehen und den Kunden für Informationen zur Verfügung zu stehen.

Dazu stellte ich meinen Arbeitskoffer auf dem Perron neben eine Mauer und legte meine schwarze Regenjacke darüber. Danach stellte ich mich etwa 15 Meter vom Koffer entfernt vor den Zug und half den Kunden bei Fragen weiter etc. Ich stand genau so, dass ich von der Rolltreppe hinauf auf die Passarelle sah. Dass mein Koffer als Bombe verdächtigt werden könnte, daran hätte ich nicht im Traum gedacht!

Doch um 9:10 Uhr rückte die Polizei an…

In einer Zweierpatrouille kamen sie auf das Perron. Sie warfen ein paar verstohlene Blicke auf den Koffer, unternahmen jedoch sonst nichts. Ich überlegte mir noch, ob ich sie ansprechen und fragen sollte, ob ich ihnen helfen kann. Entschloss mich dann jedoch dazu, dies nicht zu tun. Wenn sie etwas von mir wissen wollen, werden sie wohl auf mich zukommen. Einige Minuten lang geschah gar nichts. Die Polizei stand an ihrem Platz; ich stand auf meinem Platz; der Koffer war immer noch bei der Mauer.

Um 9:22 Uhr fuhr der Zug ab und ich wartete noch, bis er das Perron verlassen hat. Die Polizei blieb auch noch auf dem Perron. Erst als ich meine Sachen nahm und in die Pause ging, verliessen auch sie das Perron wieder. ;o)

Anscheinend sind die Sicherheitsbeamten im Bahnhof Basel SBB zurzeit ein wenig übersensibel, wenn es um Koffer und Reisetaschen geht. Irgendwie auch verständlich, wenn man sich anschaut, was dort in letzter Zeit so alles passiert ist.

Heute fahre ich wieder nach Basel. Doch diesmal werde ich wohl ein wenig vorsichtiger sein und mir überlegen, wo ich meine Sachen hinstelle. Nicht dass die Polizei wegen mir noch Überstunden leisten muss. :)

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Andreas Hobi arbeitet seit 2001 bei der SBB und dort seit 2004 beim Zugpersonal. In seiner Freizeit schreibt er auf schweizweit.net von seinen Erlebnissen und über andere spannende Stories aus der Welt des öffentlichen Verkehrs.

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rafael Juni 5, 2007 um 03:01

Ich finde sowas ne Katastrophe. Dieser Sicherheitswahn und Überwachungsterror geht doch komplett zu weit. Sie hätten in deinem Fall auch genügend Kameras gehabt um deinen Koffer zu überwachen. Eigentlich müsste man mal mit 20 Leuten dasselbe machen ud schauen was passiert, gleichzeitig noch an ein paar anderen neuralgschen Punkten. Würde mich interessieren, ob die Polizei alle Koffer im Auge behielte und sie evetuell noch in die Luft sprengen würde. Wo sind wir da bloss gelandet?

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Gumbo Mai 23, 2008 um 18:03

Ich würde halt so eine Tasche nicht einfach irgendwo hin stellen. Viel wahrscheinlicher ist ja eh, dass sie gestohlen wird.
Vielleicht hat Andreas einen dunklen Teint und einen Vollbart. Sehr verdächtig!!!!

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