Eine neue RailAway-Attraktion ist in der Nähe von Schänis geplant: Der Swiss Fun Park. Ziel der Initianten ist es, einen “kleinen Europapark” aufzubauen. Dafür sollen um die 300 Mio Franken investiert und 270-300 Arbeitsplätze geschaffen werden, was der Region starken Aufschwung geben wird. Weitere Stellen dürften rund um den Swiss Fun Park bei den Lieferanten und Zubringern des Parks entstehen.


Urs Diethelm und SVP-Nationalrat / AUNS-Präsident Pirmin Schwander, die Initianten des Swiss Fun Park, verkünden voller Stolz: “Der Swiss Fun Park wird durch seine Einzigartigkeit und Themenvielfalt die beliebteste Besucherattraktion der Schweiz werden.” Geplant ist, auf insgesamt 18 Hektaren (ca. 25 Fussballfelder) sieben Regionen der Schweiz abzubilden. Dazu gehören: Ostschweiz, Zentralschweiz, Oberland, Mittelland, Westschweiz, Wallis, Graubünden, Tessin. Jeder Themenbereich wird mit seinen Attraktionen auftrumpfen, beispielsweise befindet sich im Wallis der “Mattersturm” – die Bahn windet sich aussen auf den Berg hinauf, mündet vom Berggipfel (60 Meter hoch) vertikal in den Berg und stürzt hinunter. Adrenalin pur gibt es auch in Graubünden, dort erwartet die Besucher ein Wasser-Höhlen-Express, eine mehrsitzige Bahn, die in einer Glasröhre durch die wilde Wasserwelt der Viamala-Schlucht rast. Ruhiger ist es in der Ostschweiz, wo auf der Alp die Heidi-Geschichte erlebt werden kann oder eine schöne Fahrt auf den Aussichtsturm (in Form eines Käselaibs). Im Zentrum vom Park befindet sich der Vierwaldstättersee mit seinen Sehenswürdikeiten aus der Zentralschweiz. Südwestlich des Sees befindet sich das architektonische Wahrzeichen “Event-Kristall”. Dieser multifunktionale Event- und Gastrobereich bietet Platz für Veranstaltungen bis zu 2′000 Personen.

Gerechnet wird mit rund 730′000 Besuchern jährlich. Im Moment werden noch Investoren für das Projekt gesucht.


Gegen den Swiss Fun Park sind die Bauern der Region. Sie fürchten sich vor den anströmenden Besuchermassen und wehren sich grundsätzlich gegen alles, was sich mit dem Swiss Fun Park verändern würde. Wirtschaftlich gesehen wäre es in meinen Augen jedoch auf jeden Fall gut, den Swiss Fun Park zu bauen. Wenn man davon ausgeht, dass für den Swiss Fun Park etwa 25 Bauern einen Teil ihres Landes verkaufen müssten und im Gegensatz 270-300 neue Stellen geschaffen werden und die Region vom Park profitiert, muss man einfach für das Projekt sein. Alles andere wäre volkswirtschaftlich gesehen ein Unsinn. Auch über die Steuereinnahmen dürften sich die betroffenen Gemeinden freuen: 60 Mio Franken Umsatz will der Swiss Fun Park pro Jahr umsetzen. Die Initianten gehen also von einem Umsatz von rund 82 Franken pro Besucher aus.

Mittelfristig will der Swiss Fun Park mit Tourismusregionen wie zum Beispiel Laax, Arosa und Zermatt konkurrieren. Auch an Aufzeichnungen der beliebten Sendung “Wetten, dass…?” und der Miss Schweiz-Wahl wollen sich die Verantwortlichen wagen.

Nach den Sommerferien werden sich die Bauern entscheiden, ob sie für oder gegen den visionären Swiss Fun Park sind. Sie werden sich entscheiden müssen, ob sie für oder gegen den Fortschritt sind; für oder gegen mehr Geld in der Steuerkasse. Ich jedenfalls würde das Wagnis eingehen, auch wenn mich der Swiss Fun Park im Moment ein wenig an den Mystery Park (welcher wenige Jahre nach der Eröffnung Konkurs angemeldet hat) erinnert. Die Initianten betonen jedoch, dass sich der Swiss Fun Park als Vergnügungspark positionieren und sich damit klar von Bildungs- und Themenparks (Verkehrshaus Luzern / Mystery Park) und Naturparks (Zoos / Botanische Garten) unterscheiden will. Im Swiss Fun Park sollen die Besucher nichts lernen, sondern einfach geniessen, abschalten und sich den ultimativen Kick holen.

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