Gotthard: Kirchlein von Wassen
SBB June 4th. 2007, 07:44Auch in Deutschland wird derzeit quer durch alle Medien über das Jubiläum “125 Jahre Gotthardbahn” berichtet. Andreas Zitzmann berichtet zum Beispiel in der Frankfurter Rundschau von seiner Reise mit dem Cisalpino durch den Gotthard-Tunnel. Auf dieser Strecke sei der Weg noch das Ziel, schreibt Zitzmann. Diese Strecke, auf der vor 125 Jahren, am 1. Juni 1882, zum ersten Mal eine Bahn fuhr: Die Gotthardbahn.
Im Artikel wird die gesamte Geschichte der Gotthardbahn beleuchtet. Angefangen mit dem Spatenstich am 13. September 1872 in Airolo und kurz darauf in Göschenen, über die acht Jahre dauernden Bohrarbeiten durch das Gotthard-Massiv bis hin zu den immer wieder aufgetretenen finanziellen Problemen.
Ein grosser Teil der Reportage ist dem “Chileli vo Wasse” gewidmet, welches man auf der Gotthard-Route gleich drei mal aus unterschiedlichen Perspektiven sieht. Auch das Gotthard-Basistunnel, welcher sich zurzeit im Bau befindet, wird ganz kurz angesprochen.
Um diesen Neubau gab es ja in den letzten Tagen einigen Wirbel. Eine schlampig durchgeführte Reportage des Schweizer Fernsehens SF (Dok) erweckte den Anschein, als ob Mauro Moretti, der Chef der italienischen Bahnen, den Gotthard-Basistunnel in Frage stellt. Inzwischen hat die italienische Regierung dies dementiert. Das italienische Infrastrukturministerium schreibt dazu: “Die Staatsbahnen haben präzisiert, dass die Worte von Herrn Moretti aus einem längeren Interview stammen. Dieses erschien derart gekürzt und zusammengeschnitten, dass der wahre Sinn von Morettis Gedanken vollständig falsch wiedergegeben wird.” Mauro Moretti habe die Variante Lötschberg-Simplon nur als “theoretische Alternative” erwähnt, weil ihn das Schweizer Fernsehen (beziehungsweise der Interviewer) dazu aufgefordert habe.
Das Bundesamt für Verkehr (BAV) verlangt nun vom Schweizer Fernsehen SF eine Stellungnahme zu der ungenauen Reportage.
Ich denke, hier wollte das Schweizer Fernsehen SF mal wieder etwas gegen die im Sturzflug befindlichen Zuschauerzahlen tun. Dass dies mit einer schlampigen und reisserischen “Dokumentation” geschah, ist mehr als traurig. In Zukunft werde ich wohl jegliche Meldungen des Schweizer Fernsehens hinterfragen müssen oder auf andere Sender schalten, wenn ich Fakten und nicht nur Lügen sehen will.
Im Gegensatz zu der SF-Dok ist die oben beschriebene Reportage der Frankfurter Rundschau äusserst interessant und lesenswert; kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen! ;o)
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