Von einem interessanten Projekt habe ich bei Innovation Wings gelesen: Die deutsche Stadt Würzburg privatisiert ihre Verwaltung. Der Steuerzahler wird nun sozusagen “Kunde”.

Noch ist Würzburg eine ganz normale Stadt. Wie überall in Deutschland gibt es hier ein Amt für das Einwohner- und Meldewesen, eines für die Zulassung von Kraftfahrzeugen, eines für Bewohnerparkausweise und eines für die Hundesteuer. Außerdem gibt es dann noch das Fundbüro, die Abteilung für Führungszeugnisse und das Amt für Gewerbeangelegenheiten. Eben der ganz normale Bürokratieirrsinn einer ganz normalen Stadt.
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Nun soll sich das ändern. Arvato, eine Tochter des Bertelsmann-Konzern übernimmt die Verwaltungsgeschäfte. Statt Akten soll es nun Computer-Datenbanken geben und Schlagworte wie “Kundenorientierung“, “attraktives Arbeitsumfeld” und “Standortwettbewerb” prägen die neue Verwaltung.

Bisher müssen die Würzburger für Behördengänge weite Wege einplanen. Wie in jeder deutschen Stadt gibt es für fast jedes Anliegen ein eigenes Amt. “Wer etwas von uns will, muss durchs ganze Rathaus wandern”, erzählt die Bürgermeisterin. Auf Anraten von Arvato wird das nun anders.
Je nach Lebenslage hat man in Zukunft nur noch mit einem Ansprechpartner zu tun - für Familien, Studenten oder Unternehmer. Wer zum Beispiel umzieht, muss das nur noch einer einzigen Stelle mitteilen. Die kümmert sich dann um das Kfz-Kennzeichen, den Personalausweis und die neue Mülltonne.
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Die Stadt plant, pro Jahr rund 2.7 Mio Euro einsparen zu können; von diesem Geld soll jedoch jährlich 1 Mio Euro an Arvato gehen. Als sogenanntes Beratungshonorar. Falls jedoch kein Geld eingespart werden kann, wird Arvato leer ausgehen.