Der ladiesandgirls-Blog hat ein interessantes Thema angesprochen:

Ich habe heute zum Beispiel selbst festgestellt, dass ich die öffentlichen Verkehrsmittel völlig selbstverständlich benutze, ohne jeglichen Gedanken an den Anbieter bzw. diejenigen Menschen, die mir die Fahrt ermöglichen. Wenn man es sich genauer überlegt, sind jeweils sehr viele Personen daran beteiligt, wenn ich eine Zugfahrt unternehme. So braucht es einen Zugführer und einen Kondukteur. Allerdings sind auch Leute notwendig, die die Zugfahrten koordinieren, die Gleise instand halten, die Züge immer wieder reinigen und so weiter. Diese Überlegungen haben mich ein wenig erschreckt. Es ist wohl niemandem bewusst, wie viele Leute bzw. Dienstleistungen er oder sie beansprucht für etwas, was uns kaum einen Gedanke wert ist.
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Ja, wer sorgt denn tagtäglich dafür, dass unsere Züge fahren? Ich versuche mal eine kleine Aufzählung zu machen:

RANGIERPERSONAL
Sorgt dafür, dass die Lok mit den Wagen und die Wagen untereinander gut und vorallem auch sicher verbunden sind, so dass die Druckluft für die Bremsen und Türen bis zum hintersten Wagen kommt und der Strom in allen Wagen fliesst. Vorallem im Winter eine harte Arbeit, wenn alles eingefroren ist.

LOKFÜHRER
Fährt den Zug und macht Rangierfahrten. Muss sich auch technisch gut auskennen, um kleiner Lokdefekte unterwegs zu beheben.

VISITEUR
Kontrolliert den Zug (nationale Züge vorallem vor der ersten Fahrt, internationale vor jeder Fahrt). Kann vom Zugpersonal gerufen werden, wenn es technische Defekte gibt, wie zum Beispiel defekte Türen, zuwenig Stromspannung in einem Wagen, Ausfall der Klimaanlage / Heizung.

ZUGPERSONAL
Zugchef und Reisezugbegleiter (vormals Kondukteur) sind zuständig für Beratung sowie Kontrolle und Verkauf von Billetten im Zug, sowie für die technische Kontrolle des Wagenmaterials zur sicheren Zugführung.

FAHRDIENSTLEITER
Regelt (vielfach am Computer) den Fahrweg der Züge. Disponiert bei Zugausfällen und -verspätungen, erstellt Fahrpläne für Extrazüge.

ELVETINO-MITARBEITER
Sorgen sich um das leibliche Wohl der Fahrgäste, verkaufen Getränke und Esswaren.

RAILCLEAN-MITARBEITER
Reinigen die Züge (Fahrgastraum, Toilette etc.), sammeln die alten Zeitungen ein, kleben Gruppen-Reservations-Kleber an die Fenster und stecken die Einzelplatzreservationen bei internationalen Zügen. Zudem sind sie für die Reinigung der Bahnhöfe und die Schneeräumung im Winter zuständig.

GLEISBAUER

Sind für die Instandhaltung der Fahrwege zuständig, wechseln alte Gleise aus (vorallem nachts) und bauen Neubaustrecken.

Diese Aufzählung zieht vorallem die Leute an der Front mit ein. Meine Liste würde zu lange werden, wenn ich auch alle Leute im Hintergrund aufzählen würde. (Die Gleisbauer zum Beispiel brauchen Menschen, welche die Baustellen planen, brauchen Menschen welche die Schienen im Voraus bauen etc.) Deshalb hier nur noch kurz ein paar Stichworte, was im Hintergrund unter anderem sonst noch so läuft:

Es braucht Leute die…
… alljährlich die Fahrpläne erstellen.
… die Kunden informieren via Internet, Anzeigetafeln, Lautsprecherdurchsagen, Medien, Teletext etc.
… im Kundendienst arbeiten; dort wo sich die Fahrgäste beschweren können.
… …. …..

Und viele, viele mehr.

Auch in anderen Dienstleistungsbetrieben sieht es genauso aus. Von vielen Menschen, die dort arbeiten, erfahren wir nie was. Wir nehmen die Dienstleistung wie selbstverständlich in Anspruch.

Übrigens: Auch die Wirtschafts-Bosse sollten sich mal ernsthaft überlegen, wer so alles tagtäglich an der Front steht, dafür sorgt, dass es der Firma gut geht, dass die Bilanz stimmt und Gewinn eingefahren wird, so dass die Bosse auch nächstes Jahr wieder - Bilanz sei Dank - Millionen für “ihre” gute Leistung einkassieren können.

Um es am Beispiel UBS-Ospel zu sagen: Ich glaube kaum, dass “seine” Bank so viele Milliarden Gewinn machen würde, wenn nebst ihm nicht noch 78′000 weitere Menschen für die Bank arbeiten würden.


Wer mehr über die Menschen hinter der SBB und über den SBB-Personenverkehr im Gesamten erfahren möchte, dem kann ich wärmstens die Broschüre “Unterwegs mit der Bahn” empfehlen. Sie ist kostenlos unter diesem Link downloadbar.