Hunde fahren gerne Zug

Da habe ich heute doch tatsächlich zweimal kurz nacheinander einen Bericht über Hunde gelesen, welche selbständig mit der SBB fuhren. Zuerst der (leicht gekürzte) Bericht von Pressemitteilung.ws. Liselotte Scheuner berichtet dort:
Eine kleine persönliche Begebenheit am Rand des Sieges für die Schweiz im Hockeyspiel Schweiz gegen Deutschland. In dieser Samstagnacht auf dem Parkplatz des Eishockeystadions in Rapperswil machten sich die Fans nach dem Spiel Luft mit Lärm, Raketen und Böllern. Die Mischlingshündin Kimba und ihrer Besitzerin waren gerade auf ihrer letzten Gassi-Runde. Kimba erschrak sich ob des lautstarken Tumults so sehr, dass sie durchstartete und weg war. Die ganze Nacht suchten die Besitzer nach ihrem Liebling. Familienangehörige wurden informiert, Plakate aufgehängt, Polizei und Radios, ja selbst die Bahn wurde informiert. Warum die Bahn? Kimba fährt jeden Tag mit ihrer Meisterin nach Wallisellen, diese leitet dort das Coiffeurgeschäft Jaira.Auch sonst liebt Kimba es, unterwegs zu sein, ob mit Auto oder Zug. Dieser Umstand bereitete dann auch grosse Bange: Kimba hat keine Angst vor Autos oder Zügen. Dafür um so mehr vor Menschen und deren Utensilien, die aussehen wie Schirme, Stöcke und so weiter. Kimba ist ein sehr ängstliches Tier, wenn es um Menschen geht. Wahrscheinlich wurde sie bei vorhergehenden Besitzern geschlagen. Leider weiss man nicht viel über die Vergangenheit des Hundes. Aber sie hat auf jeden Fall sehr Angst vor Menschen, im speziellen vor Männern.
Den ganzen Sonntag wurde weiter gesucht. Liebe Zeitgenossen telefonierten, dass ein Hund in der Nähe von Schmerikon gesichtet wurde. Andere überlegten, wo Kimba hin sein konnte. Leider gab es auch jene Menschen, die nicht mal auf den Zettel mit dem Foto von Kimba sehen wollten. Sie wollten nicht belästigt werden. Trotz allen Aktionen, es half alles nichts. Kimba blieb auch am Sonntag verschwunden.
Und dann geschieht das Unglaubliche. Am Montagmorgen gegen 02.00 Uhr erhält die Besitzerin einen Anruf der Bahnpolizei, ob das wohl ihr Hund sei, der da in der S16 vom Reinigungspersonal gefunden wurde. Er sei sehr ängstlich und unter dem Sitz fast nicht hervor zu bringen gewesen. Und tatsächlich, es war Kimba. Anscheinend ist sie auf direktem Weg in den Zug gestiegen und von dort nicht mehr weggegangen. Die Putzkolonne hat den Hund aus Angst nicht herausgeholt und riefen die beiden Bahnpolizisten. Einer der beiden kannte sich mit Hunden etwas aus und sah deshalb sofort, dass die Hündin sehr ängstlich war. Sorgfältig näherte er sich Kimba und leinte sie an ihrem Halsband an. Sie brachten Kimba noch in derselben Nacht nach Rapperswil, obwohl die beiden Polizisten ihre Schicht eigentlich schon fertig hatten und müde waren. Die Wiedersehensfreude war auf beiden Seiten riesig und die Besitzerin froh und dankbar für diesen Heimbringdienst.
So sicher kann man sich in der SBB fühlen. Auch als Hund. Was auch sicher ist: Unser Zusammenleben gestaltet sich sehr viel einfacher, wenn man einander beisteht und zu Hilfe eilt. In diesem Sinne eine gute und angenehme Sommerzeit.
LSK
Und auch die Gratiszeitung 20 Minuten berichtet über einen Zug fahrenden Hund:
Der zehnjährige Appenzeller-Mischling Simp begab sich am Sonntag auf eine tierische Reise: Er fuhr allein mit dem Zug aus dem Bernbiet nach Zürich – und stieg in Bern sogar noch um.Catherine Bonjour und ihr Töchterchen Sofia strahlten über das ganze Gesicht, als sie ihren geliebten Simp gestern wieder in die Arme schliessen konnten: «Nicht auszudenken, was ihm alles hätte passieren können», sagt die Hundehalterin.
Das Tier hatte der Freiburger Familie am Sonntag einen gehörigen Schrecken eingejagt: Die Bonjours waren mit dem Zug unterwegs und sollten in Busswil umsteigen. Erst als sie auf dem Perron standen, bemerkten sie, dass ihr Vierbeiner fehlte. «Wir wollten in den Waggon zurück, doch der Zug setzte sich bereits in Bewegung», erzählt Bonjour. Ihr Mann sei dann umgehend nach Hause geeilt, habe sich ins Auto gesetzt und jeden Bahnhof von Busswil bis Thun abgeklappert. Doch Simp blieb verschwunden.Vorgestern Abend dann endlich das grosse Aufatmen: Simp wurde von der Bahnpolizei am Zürcher Hauptbahnhof aufgegabelt und ins Tierheim Pfötli in Winkel ZH gebracht. «Er war total verstört», sagt Tierpflegerin Heidi Asani. Man müsse davon ausgehen, dass der Hund in Bern umgestiegen und so bis nach Zürich gefahren sei.
Romina Lenzlinger
In Anbetracht dessen, dass es “sogar” Hunde fertig bringen, selbständig Zug zu fahren und auch selber umzusteigen, belustigt es mich doch sehr, wenn ich dann ab und an von Menschen höre, Zug fahren in der Schweiz sei kompliziert und verwirrend… ;o)
