Bild: Evakuierung der S15 (Ugur Yaliman)
Heute morgen blieb eine S15 kurz vor Stettbach stehen. Wegen eines Lokdefekts rührte sich der Zug nicht mehr vom Fleck und musste schlussendlich evakuiert werden. Wegen des dichten Zugverkehrs gestaltete sich dies jedoch schwierig. Zunächst fuhr ein Lösch- und Rettungszug vor, welcher Hilfstritte für die Evakuierung bereit stellte. Kurz vor 9 Uhr fuhr ein Doppelstock-Zug vor, auf welchen die Fahrgäste umsteigen konnten. Die Strecke blieb dabei in beiden Richtungen gesperrt.
Leider hatte im betroffenen Zug nicht nur die Lok einen Defekt, sondern auch die Lautsprecheranlage, so dass die Fahrgäste laut SBB-Mediensprecherin Michèle Bamert nicht informiert werden konnten und so rund eine Stunde im Ungewissen waren. Meiner Meinung nach eine dürftige Erklärung, denn auch in meinen Zügen kam es schon vor, dass die Lautsprecheranlage nicht funktionierte. Da lief ich dann einfach durch den ganzen Zug und wiederholte die Ansage in jedem Wagen. Ob das in diesem Fall zuviel verlangt wäre vom Lokführer der S15, das auch so zu tun? Im Sinne der Kundeninformation wäre dies sicher keine schlechte Idee gewesen.
Vier weitere S-Bahn-Kompositionen mussten wegem dem stecken gebliebenen Zug über Zürich-Oerlikon umgeleitet werden. Dabei kam es zu Verspätungen von bis zu 20 Minuten.

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@ lf wie soll das blz informieren wenn die lautsprecheranlage nicht funktioniert???
ich empfehle der den besuch des lautsprechertrainigs für lokführer. und versetz dich in die lage der kunden. wie würdest du reagieren wenn du eine stunde lang keine ahnung hast was abgeht?
lf hat recht, es gibt bestimmt genug anderes zu tun, das wichtiger wäre.
zudem: wie soll ein lokführer erkennen, ob die lautsprecher auch ordnungsgemäss funktionieren?
@zp: lautsprechertrainings für lokführer ist was für die füchse, es gibt durchaus wichtigere themen.
Ich würden den Kommentar von “ein lf” nicht allzu ernst nehmen. Er hat eine ungültige Email-Adresse angegeben (housi8979899@gmx.ch) und somit gegen die Kommentar-Richtlinien verstossen.
Deshalb habe ich seinen Kommentar nun gelöscht.
Ich bezweifle, dass es sich bei “ein lf” wirklich um einen Lokführer handelt.
Zurzeit hat die Kundeninformation bei der SBB einen hohen Stellenwert. Umfragen haben gezeigt, dass wir von den Kunden in diesem Bereich keine allzu guten Noten erhalten.
Deshalb finde ich es richtig, wenn sowohl die Zugbegleiter als auch die Lokführer darauf achten, korrekte und verständliche Durchsagen zu machen und die Fahrgäste wenn immer möglich über die Lage informieren.
Auch wenn die Lautsprecher nicht funktionieren und man deshalb durch den Zug gehen muss.
Spätestens als feststand, dass der Lösch- und Rettungszug kommt hätte der Lokführer die Reisenden informieren müssen.
Aber vermutlich war es im Führerstand behaglicher und dort hatte es auch keine “lästigen Kunden, welche ja eh nur dumme Fragen stellen”… Keine Ahnung, wie weit man mit dieser Arbeitseinstellung kommt…
Dem Image der SBB hat dieses Verhalten auf alle Fälle alles andere als genutzt.
Gut. Wir wissen, dass es an einer defekten Lautsprecheranlage lag. Das solche Züge überhaupt in Umlauf geraten, ist schon verwerflich.
Nehmen wir doch mal an, der Lokführer hat tatsächlich mehrere Durchsagen gemacht und sich nebenbei auch noch um das Lok-Problem gekümmert – der Lokführer hat keine Kontrolle darüber, ob die Lautsprecheranlage auch funktioniert. Falls dem so wäre, ist dem Lokführer nichts vorzuwerfen.
guten abend zusammen
@ zp
kundeninformation wurde am unserem instruktionstag behandelt. der kurs war absolut für die katz! (ich sag da mal nur kamel zeichnen.) ach und geführt wurde der kurs durch eine mitarbeiterin von zp! :-S
ich sag’s da mal einfach so: im störungsfall auf klb-zügen mach ich ja auch durchsagen. (kundendienst muss schon sein!) doch wie schon gesagt, ob und wie diese wirklich zum kunden kommen, weiss ich nicht. werde ich darüber informiert (z.b. möglich bei fahrt vom bt aus-> tür fahrgastraum) muss ich mir prioritäten setzen. ist mir die kundeninfo wichtiger als die lokstörung? oder umgekehrt? ich denke aber in diesem fall kommt die lok zuerst.
und noch @ andreas hobi
danke fürs löschen meines 1. komentars und für die zweifel an meinem beruf. ich weiss jedoch, was ich für eine ausbildung gemacht habe und als was ich arbeite. ich zweifle ja auch nicht daran, dass du beim zp arbeitest. zur zufriedenheit habe ich diesmal eine gültige e-mailadresse angegeben.
“Spätestens als feststand, dass der Lösch- und Rettungszug kommt hätte der Lokführer die Reisenden informieren müssen.”
Bei einer evakuation wird dies sicher früher oder später passiert sein.
“Aber vermutlich war es im Führerstand behaglicher und dort hatte es auch keine “lästigen Kunden, welche ja eh nur dumme Fragen stellen”… Keine Ahnung, wie weit man mit dieser Arbeitseinstellung kommt…”
das ist dein 2. vorurteil hier! auch wen ein lrz kommt, kann man sich nicht einfach nur noch um die kunden kümmern. u.U muss ich schlepp einrichten, das richtige stillhaltebremsgewicht aufbringen, u.U die federspeicherbremse notlösen und telefonanrufe der verschiedenen stellen beantworten.
die zentrale frage bleibt aber: was ist der sbb wichtiger? kundeninformation oder, dass ein zug ev. noch weiterfahren kann?
p.s. bitte meinen obenstehenden komentar löschen, der wurde beim eintragen der gültigen e-mail einfach abgeschickt!